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Donots im Interview

Donots im Interview

Ihr Album Karacho schaffte es auf Platz 4 der deutschen Albumcharts. Beim BuViSoCo gelang ihnen der sensationelle zweite Platz hinter Mark Forster (den Teenies sei Dank). Und soeben ging eine der erfolgreichsten Festival-Saisonen für die Band zu Ende. Alles gute Gründe, um mal wieder mit den mega sympathischen Donots Facebook aus Ibbenbüren zu quatschen. Gut gelaunt, da auch der letzte Tourtag, trafen wir die Donots beim Brucker Ring-Fesitval zum Interview, plauderten unter anderem über Videospiele und die Beatsteaks und zwitscherten das ein und andere Bierchen.

Mehr: Brucker Ring-Festival 2015

Ihr habt heuer eure neue Platte Karacho veröffentlicht. Im Normalfall ist es ja so, dass man eine CD rausbringt, dann auf kleine Club-Tour geht, um die Songs auch live zu spielen und zu üben und dann steht der Festivalsommer mit den ganz großen Shows an. Aufgrund einer Verletzung eures Schlagzeugers musstet ihr aber die Tour canceln und gleich mit Rock am Ring loslegen. War das eine Husarenaufgabe?
Ingo:
Genau genommen war es ja so, dass wir kurz vor Rock am Ring sogar auf Japan Tour waren und dort zum ersten Mal die neue Platte gespielt haben – aber auf Englisch. Das war dann die doppelte Transferleistung. Neue Songs spielen, auf Englisch singen, obwohl die Texte eigentlich deutsch sind und trotzdem irgendwie versuchen, das ganze sinngemäß rüberzubringen.
JD: Irgendwann hat dann das Gehirn ausgeschalten und wir wurden bekloppt.
Guido: Dementsprechend haben wir dann auch so gespielt (lacht).
JD: Aber du hast schon recht. Das System, Platte rausbringen – Club-Tour – Festivals, das macht schon Sinn. Umso mehr freuen wir uns, wenn die Tour im Oktober endlich losgeht.

Mehr: Donots – Karacho – CD Review

Kommen euch die deutschen Songs auf deutschsprachigen Festivals entgegen? Immerhin kann man als Zuseher jetzt auch teilweise mitsingen, wenn man die Songs nicht kennt.
Ingo:
Das ist in der Tat so. Klar, die alten Songs, die die Leute schon lange kennen, werden am lautesten mitgesungen. Im Normalfall, wenn du eine neue Nummer singst, stehen die Leute da und gucken sich das mal reserviert an. Aber bei den deutschen Songs schreien die jede Zeile mit und das ist echt schön.
JD: Vor allem bei Songs wie Dann Ohne Mich, wo die Message eine ganz wichtige ist. Da rasten die dann komplett aus. Das ist ein super Kompliment.

Jetzt habt ihr nach dutzenden englischen Platten eine CD auf Deutsch rausgebracht, okay. Aber wie geht es jetzt weiter? Habt ihr schon Pläne, ob wieder englisch gesungen werden soll, oder deutsch, oder beides?
Ingo:
Ich hab schon angefangen wieder Texte zu schreiben. Allerdings sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch. Wie es genau weiter gehen wird, können wir aber noch nicht sagen, da das Hauptaugenmerk erst mal auf der kommenden Tour liegt. Aber ich fände es gut, Platten auf Deutsch zu machen und davon wieder englische Versionen zu machen, um eben weiterhin in Japan und den USA spielen zu können.

(Guido und JD sehen Ingo verdutzt an und freuen sich schon auf die Fleißarbeit.)

Ingo: Denn so können wir als kleine Provinzkapelle quasi auf zwei Hochzeiten tanzen und was gibt’s Schöneres, als vor heimischem Publikum zu spielen, aber auch genauso in Amerika. Das ist für eine deutsche Band echt etwas Besonderes!

Donots im Interview

Weil du gerade deutsche Bands ansprichst: Eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands, die Ärzte, haben euch 2012 mehr oder weniger gecovert. War das Zufall, ein Unfall oder eine Art Tribut?
(Alle lachen)
Ingo: Das war echt ein Zufall! Wir waren gerade auf dem Weg nach Wien zu einem Konzert und plötzlich bekamen wir hunderte Nachrichten, dass wir uns den Ärzte Song Will Dich Zurück anhören sollten und dass dieser wie ein Song von uns klingt. Das haben wir dann gemacht und ich hab daraufhin Bela B. sofort eine Nachricht geschrieben, so auf die Art:

Hi Bela,
1. Wenn das ein Tribut ist, dann sind wir sehr geschmeichelt.
2. Wenn das ein Witz ist, haben wir gut gelacht.
3. Wenn das aus Versehen passiert ist, dann WOW was für ein Zufall.
4. Wenn du uns mit Absicht abgeripped hast, dann wirst du von unserem Anwalt hören.

Bela hat dann geantwortet und meinte, dass er nicht wüsste, was los sei. Wir haben dann gemeint er soll sich seinen Song und von uns Dead Man Walking anhören. Eine halbe Stunde später kam dann eine Mail von ihm, in der stand: Mann, ist mir das peinlich!
JD: Ich glaub, ihm war das echt total peinlich. Wir durften Die Ärzte dann kurze Zeit später in Wiesen supporten und ich bin mir nicht sicher, ob es nur daran lag, dass Bela noch immer ein schlechtes Gewissen hatte.

Guido wollte unbedingt, dass wir die Steckdose fotografieren, da er die Platzierung dieser lustig fand.

(Guido wollte unbedingt, dass wir die Steckdose fotografieren, da er die Platzierung dieser lustig fand.)

Zuletzt habt ihr beim BuViSoCo für Furore gesorgt und mit der Anti-Nazi Nummer Dann Ohne Mich den sensationellen zweiten Platz geholt. Wie war das für euch?
Ingo:
Also das war schon krass. Wir hätten ja nie damit gerechnet, so ein gutes Feedback zu bekommen und dann auch noch Platz Zwei zu ergattern.
Guido: Aber das war schon auch irgendwie komisch dort. Ich sag mal so, wer uns kennt, der weiß, dass wir jetzt nicht gerade DIE Band sind, die unbedingt ins Fernsehen möchte. Wir haben da auch nicht mitgemacht, um unser Album Karacho zu promoten.
JD: Genau! Uns ging es darum, ein Zeichen zu setzen gegen Rechts und den ganzen Mist, der da gerade in Europa passiert. Und dafür bietet sich so eine Show natürlich super an.
Ingo: Stimmt, genau so war das. Musikalisch hatten wir dort im Prinzip gar nichts zu suchen. Wenn wir ehrlich sind, kannten wir auch die meisten anderen „Künstler“ gar nicht.
JD: Vor allem die Situation im Backstage war krass. Da haben sich dann zwei Lager aufgetan. Auf der einen Seite waren Madsen, GLORIA, Ferris MC und wir. Auf der anderen Seite, die ganzen anderen Acts. Aber das Mitmachen hat sich gelohnt und somit passt das schon.

Mehr: Madsen – Kompass – CD Review

Um beim Thema zu bleiben: Am 23.10.2015 erscheint der Sampler Kein Mensch Ist Illegal, auf dem auch ihr mitgemischt habt. Was sollte man darüber wissen?
Ingo:
Das ist ein Soli-Sampler, dessen Einnahmen zwischen Kein Mensch Ist Illegal und Pro Asyl aufgeteilt werden. Also eine richtig gute Sache. Anfangs war eine CD geplant, doch nachdem sich so viele Künstler gemeldet haben, die diese Sache unterstützen wollten, ist es nun eine Doppel-CD geworden.
JD: Sogar Herbert Grönemeyer hat angefragt, ob er mitmachen darf und persönlich angerufen.
Ingo: Im Endeffekt ist da echt ein cooler Sampler dabei entstanden und die Vorverkaufszahlen sind der Wahnsinn. Wer interessiert ist und nebenbei noch etwas Gutes tun möchte, der sollte sich die Platte echt zulegen. Und was mich persönlich freut ist, dass ich das Vorwort zum Sampler schreiben durfte.

Richtig gute Sache! Ihr wurdet immer wieder mit den Beatsteaks verglichen und gerade in euren Anfangszeiten habt ihr oft zusammengespielt. Irgendwann wurden die Beatsteaks aber erfolgreicher als ihr. Gibt’s einen Song von den Beatseaks, den ihr gerne geschrieben hättet?
Guido:
Cut Off The Top! Worauf ich auch neidisch bin, ist DNA von der neuen Platte. Obwohl ich den Rest der neuen Beatsteaks Platte eher mau finde. Aber die Gitarrenlinie von DNA ist echt genial. So muss Punkrock sein.
JD: Ich find Schlecht geil!
Ingo: Also wenn es um den Erfolg geht, dann natürlich so Sachen wie I Don’t Care As Long As You Sing. Persönlich find ich Sharp Cool & Collected geil. Das hat so etwas sympathisch psychopathisches an sich.

Donots IV 2

Zum Abschluss: Da wir von enemy.at auch ein Games-Ressort haben, könntet ihr uns eure Game-Tipps für 2016 geben?
Guido:
Tischtennis! Und Schach wird 2016 auch ganz groß (lacht)!
Ingo: Ihr schreibt über Videospiele? Ist ja geil!
Guido: Auweh, das kann jetzt lange dauern, wenn Ingo mal anfängt über Games zu reden!
Ingo: Ich freu mich unfassbar auf das Remake von Final Fantasy 7, was ich immer noch für eines der besten Spiele aller Zeiten halte. Ich steck da all meine Hoffnungen rein und ich hoffe, die verkacken das nicht! Dann bin ich noch riesig gespannt auf den neuen Uncharted Teil (Anm. d. Red.: Uncharted 4: A Thief’s End). Außerdem auf Dark Souls 3, klar. Bloodborne ist dieses Jahr das Spiel des Jahres mit weitem Abstand. Danach kommt The Witcher 3 meiner Meinung nach. Das zock ich auch immer noch. Außerdem kommt ein neues Spiel raus von den Limbo Machern!
Guido: Du meinst das, wo man unter einer Stange durchgehen muss? (Alle lachen)
Ingo: Ne, aber jetzt mal ernsthaft. Das wird großartig. Der Teil soll extremst melancholisch werden und ich steh total auf solche Spiele. Und natürlich auf The Last Guardian!

Das Gespräch ging dann noch einige Minuten so weiter. Es abzutippen würde aber den Rahmen dieses Interviews sprengen. Ich bedanke mich bei den Donots und freue mich schon tierisch auf die Club-Show im Dezember in Wien!

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