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Donots – Karacho

Donots – Karacho

Seit 20.02.2015 steht Karacho, die mittlerweile neunte Studioplatte der Donots (Homepage) aus Ibbenbüren in den Läden. Eine Platte, die für die Band den wohl logischsten unlogischen Schritt in ihrer Karriere bedeutet, denn zum ersten Mal (Ausnahme: Cover eines Songs der Kassierer) wird auf Deutsch gesungen.

Was nach einem Spaßprojekt klingt, ist jetzt schon die erfolgreichste Donots Platte aller Zeiten, denn das gute Stück stieg sofort auf Platz fünf der Albumcharts ein. Es gibt also 1000 gute Gründe, um sich Karacho mal genauer anzuhören.

Unter dem Motto „Back to the roots und doch ganz anders“ knallen die Donots von der ersten Sekunde an aber sowas von los. Denn musikalisch geht Karacho eindeutig wieder zurück zum Anfang und erinnert stark an Pocketrock oder Got The Noise. Kein großes Geschnörkel sondern einfach mal böse aufs Maul – Oi! Oi! Oi!

karacho - cover

Da Ingo jetzt auf Deutsch singt, achtet man auch automatisch mehr auf die Texte. Umso wichtiger war es der Band, dass diese sitzen. Sänger Ingo hat dafür sogar extra Stunden damit verbracht deutschen Pop-Müll wie Rostenstolz und Pur zu hören – welch heldenhafte Opferbereitschaft. Eine Tortur, die sich ausgezahlt hat. Die Donots klangen noch nie so frisch, so aggressiv, politisch und ehrlich wie auf Karacho.

Ich hab kein Problem, ich bin das Problem

Hauptsächlich wird auf Karacho gemotzt, gemault und mit der Faust geschwungen. Im Jahr 2015 gibt es halt leider immer noch genügend Dinge, die nicht korrekt sind und gegen die man rebellieren sollte. Ob das nun die Schubladisierung (Ich mach nicht mehr mit), beschissene Nazis und brauner Dreck (Dann ohne mich), oder man selbst ist (Problem kein Problem), die Hauptsache ist, es geht immer weiter, denn das Ende der Welt ist längst vorbei.

Ich bin nicht stolz auf meine Fehler, aber dankbar für jeden

Zwar wird sich auf Karacho oft und gerne beklagt, doch man hat niemals das Gefühl, einer selbstmordgefährdeten Emo-Bande zu lauschen. Ganz im Gegenteil. Denn die Donots sagen uns, dass es okay ist, anders zu sein und dass man sein Ding durchziehen sollte (Straßenköter, Kopf bleibt oben).

Jeder Song hätte seinen eigenen Absatz verdient, aber eine Nummer muss am Ende doch hervorgehoben werden, und zwar Hansaring, 2:10 Uhr, die zugleich den Schlusspunkt von Karacho setzt. Ein Song über Freundschaft, der in 90 Sekunden nichts anderes braucht als Guido an der Akustik-Klampfe und Ingo, der mit voller Überzeugung und Inbrunst das Saufgelage vom letzten Wochenende beschrei(b)t – Gänsehaut pur!

Fazit

Die Donots waren immer schon eine Ausnahme-Band und mindestens auf einer Stufe mit den Beatsteaks. Paradoxerweise konnten sie aber nie den richtig großen Erfolg landen und standen immer etwas im Schatten anderer. Mit Karacho sollte sich das aber nun endgültig ändern. Danke für eine Platte, die die Geschichten fortsetzt, die Muff Potter angefangen haben zu erzählen. Für mich persönlich eine der wertvollsten Platten des neuen Jahrtausends.

Donots – Karacho

Für Fans von: Muff Potter, Die Ärzte, ZSK
Vertigo Berlin (Universal Music)
VÖ: 20.02.2015
Gesehen um €15,99

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