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Editors im Wiener Gasometer: Slow Dance und Man Crush

Editors im Wiener Gasometer: Slow Dance und Man Crush

Gerade erst das frische Album In Dream veröffentlicht und knapp zwei Monate später im Wiener Gasometer. Da lacht das Herz eines jeden Editors Fans und der Sonntagabend wurde mal nicht zum Entspannen genutzt. Restfettn abschalten und Tanzschuhe anziehen.

Was ist das gerade für ein wunderbarer Trend mit den österreichischen Vorbands? Könnte es denn tatsächlich sein, dass sich die frisch gewonnene Anerkennung der heimischen Popmusik doch nicht nur auf Wanda und Bilderbuch beschränkt? Plötzlich tauchen bei internationalen Acts bekannte Namen als Vorband auf. Bei Alt-J durften wir uns über die herrlichen Steaming Satellites aus Salzburg freuen und bei Editors über die – meiner Meinung nach – nationale Synthi-Pop Sensation des Jahres, Leyya. Was geht denn hier ab? Bester Trend ever! Leyya ist die Kombination aus Sophie Lindinger mit ihrer wunderschönen fragilen Stimme, gekoppelt mit den melancholischen Synthisounds von Marco Kleebauer. Und sie passten perfekt als Vorband der Editors.

(c) enemy.at | Mario Baumgartner

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Pünktlich um 21 Uhr wurde es dunkel und die Menge begrüßte Tom Smith und zwei seiner Kumpane mit einem eher ausbaufähigen Applaus. Dann folgte die Stille und eines der langsamsten und ruhigsten Lieder der Briten: No Harm, gleichzeitig auch der Opener ihrer neuen Platte In Dream. Das Publikum wagte kaum zu atmen und hörte gespannt die perfekt sitzenden Töne des Frontmannes. Der anschließende Applaus hielt sich noch immer in Grenzen. Danach sollte Sugar, einer der besten Songs der Editors die Fans etwas auflockern. Das Publikum brauchte jedoch seine Zeit um endlich warm zu werden. Das spürte auch Tom Smith und ließ sich zu für ihn untypischen Gesten und Mimik hinreißen. Und damit sind nicht seine von Haus aus schrägen aber tollen Dancemoves gemeint.

(c) enemy.at | Mario Baumgartner

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Mit jedem Song wurden die Gäste immer mehr motiviert. Bei Eat Raw Meat = Blood Drool wurde endlich auch getanzt. Leider hat es bis hierher gedauert, obwohl die Leistung der Band sensationell war. Tom hat wirklich jeden Ton genau erwischt und Drummer Ed Lay werkte wie eine Maschine. Bassist Russell Leetch interagierte immer mehr mit dem Publikum, der Hintergrundgesang von Elliot Williams war auch top und wer verdammt nochmal war der Gitarrist? Das war doch nicht Justin Lockey. Oder hat er sich rasiert und ich bin einfach schon komplett blind?

(c) enemy.at | Mario Baumgartner

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In der Mitte des Konzerts fand der obligatorische Akustikteil statt. Tom Smith, alleine mit einer Akustikgitarre auf einem Barhocker und nur ein Scheinwerfer auf ihn gerichtet. Klischeehaft, aber so gut. Die Frauen schmachteten und einige Typen auch… ja, ich gebe zu, in diesem Moment verabschiedete sich beinahe meine Heterosexualität. Der Tom ist schon ´ne geile Sau. Verständlich, dass da die Handys gezückt wurden um die Akustikversion von Smokers Outside a Hospital digital festzuhalten.

Ich hab es schon tausend Mal gesagt und ich sag es noch zigtausend Mal: Die Liveversion von Nothing ist doch wohl das geilste Lied überhaupt! Im Gegensatz zu der etwas langweiligen Studioversion ist diese Version der absolute Shit! Der Song alleine wäre die 30 Euro schon wert gewesen. Wahnsinn! Nach dem anschließenden Munich verließ die gesamte Band kurz die Bühne um die letzten Kräfte für die Zugabe zu sammeln. Das Publikum war jetzt schon längst im Partymodus und applaudierte die gesamte Pause. Doch die wahre Party sollte erst beginnen.

(c) enemy.at | Mario Baumgartner

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Die Zugabe begann mit dem sehr schönen Klaviersong Ocean Of Night bis endlich mit der Special Extended Live Edition von Papillon die gesamte Halle in Bewegung versetzt wurde. In kürzester Zeit stieg das Thermometer um gefühlte zehn Grad und die Stimmung war am absoluten Höhepunkt. Mehr geht nicht. Echt nicht. Mit dem Outro des aktuellen Albums, Marching Orders verabschiedeten sich die Editors nach einem der besten Konzerte, welche ich dieses Jahr besuchen durfte. Da kann man Montagmorgens schon verschlafen.

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