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Enter Shikari – Arena Wien

Enter Shikari – Arena Wien

Bestimmt jeder von euch war doch sicher schon einmal auf einem Jahrmarkt, oder? Am besten am Abend – laute Musik, viele Attraktionen, Menschengejubel und bunte Lichter. So in etwa könnte ihr euch den Live-Auftritt von Enter Shikari (Homepage) am 08. Februar 2015 in der Arena Wien vorstellen. Nur besser.

Mir kam es zumindest so vor, als wäre die große Halle der Arena für wenige Stunden nicht ganz von dieser Welt. Wieso? Lasst mich von Anfang an beginnen. Das Konzert-Spektakel startete mit einer Vorband, Arcane Roots (Homepage), welche ich nicht kannte. Aber was sie auf ihren Instrumenten spielten, spielten sie gut. Der Sänger des Pre-Acts überzeugten mit beinah engelsklarer Stimme und solidem Auftreten. Jedoch mangelt es mir an Überzeugung für Arcane Roots, um mehr darüber zu sagen.

Das ist eigentlich auch nicht nötig, denn nach dem musikalischen Warmmachen der Publikumsmenge folgte nach einer halbstündigen Pause die Hauptattraktion des Abends – Enter Shikari. Pinke und purpurfarbene Lichtstrahlen fingen an, um die Bühne herum zu tanzen. Die Band sprang mit einer explosionartigen Energie vor die Fans und entludt diese sogleich in ihrem ersten Song des Abends The Appeal & the Mindsweep I .

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©David Bitzan / Volume.at

Leadsänger Roughton „Rou“ Reynolds gab von Moment Eins an alles – so auch die Fans. Sie wippten im Takt zur Melodie und warfen ihre Hände den tanzenden Lichtern entgegen.  Sie schienen gefesselt und fasziniert von dem Bühnenspektakel, das sich vor ihren Augen abspielte. Zumindest sah es vom hinteren Blickwinkel der Halle so aus. Denn ich saß auf den großen Stufen der großen Halle der Arena Wien und ließ alles auf mich wirken.

Auf den ersten Streich folgte der zweite Streich zugleich – Destabilise lockte sogar noch mehr zustimmende Rufe aus den Kehlen der Schaulustigen hervor. Auch ich konnte mir ein zustimmendes „Wooh!“ nicht verkneifen und riss die Arme in die Höhe um sich zugleich mit verstohlenem Blick wieder zu senken. Hoffentlich hatten das nicht allzu viele mitbekommen. Immerhin wollte ich nicht mit den Wooh!-Girls in einen Topf geworfen werden.

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©David Bitzan / Volume.at

Nach dem Enter Shikari so beeindruckend in den Konzert-Abend starteten, ließen sie auch kaum mehr nach. Der Leadsänger sprach zwischen den Songs immer mal wieder mit dem Publikum, auch in Deutsch versuchte er sich und konnte im Gegensatz zu vieler seiner englischsprachigen Kollegen sogar mehr als das berühmte „Wir lieben euch!“. Neben verbalen Liebesbekundungen folgten jede Menge Musiktitel, die nur so vor Kraft strotzten und das Publikum auf Trab hielten. The Last Garrison, Juggernauts und Anaesthesist – nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Enter Shikari performten viele Lieder aus dem aktuelle Album The Mindsweep – mir fehlten die Genussschmankerl fürs Ohr von ihrem Debütalbum Take To The Skies. Denn diese Platte hatte mein junges Herz damals im Sturm erobert. Umso seliger wurde mir zumute, als die ersten Klänge von Mothership ertönten. Ich kniff die Augen leicht zusammen und ließ den Sound aus harten Klängen und elektronischen Beats auf mich wirken. Die Lichter vermischten sich vor meinen Augen in gleißendes Bunt und für einen Moment dachte ich mir „Beam me up, Batty!“

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©David Bitzan / Volume.at

Musik, Lichtmaschinerie und Stimmung im Einklang. Das hat man auf dem Jahrmarkt selten. Dort wirkt eher alles chaotisch, aber mit seiner ganz eigenen Atmosphäre. Das Konzert mit Enter Shikari war in einem ähnlichen, aber auf seine Art und Weise sehr harmonischen Flair gehüllt. Von einem Augenblick auf den anderen veränderte sich aber die Stimmung der Menge in der großen Halle der Arena Wien ebenfalls. Stalemates wurde angespielt, alle wurden ruhiger, die Band wirkte ganz bei sich. Von energiegeladener Euphorie wurde mir nun doch etwas mehr nach einem verzückten Seufzer zu Mute.

Es war wie ein musikalischer Abschied der sagte, „Wir danken euch für den gemeinsamen Abend – hier noch ein paar Lieder aber dann müssen wir wirklich!“ Die letzten Lieder kamen leider dann auch schon bald, inklusive Zugabe. Dann entließ uns Enter Shikari hinaus, in die kalte Nacht, ungewiss ob wir uns wieder sehen würden.

 

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