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Etherium im Test

Etherium im Test

Unter der Menge an vielversprechenden Echtzeitstrategiespielen des laufenden Jahres könnte sich schon so mancher Diamant versteckt haben. Das futuristische Strategiespiel im Echtzeitformat Etherium (Homepage) aus dem Hause Tindalos Interactive weckte durch die ungewöhnliche Symbiose verschiedenster Gameplayelemente unsere Aufmerksamkeit. Wir haben das am 25. März 2015 erschienene Etherium für euch angezockt. Ob wir damit den gesuchten Diamanten gefunden haben, werden wir sehen.

Die Grundstory des Ganzen handelt von drei  intergalaktischen Rassen, welche sich um den seltenen und namensgebenden Rohstoff Etherium prügeln. Die Motive der einzelnen Rassen zum Sammeln von Etherium haben jeweils ihren individuellen Hintergrund. In einer Bilderstory erfahren wir ein wenig über die Motive und Geschichte. Das ist aber in erster Linie alles recht uninteressant, weil offensichtlich keinerlei Einzelspielerkampagnen oder dergleichen enthalten sind. Die Story hinter dem Sammelwahn wird daher einmalig erläutert, dann aber nie wieder aufgegriffen und ist dahingehend auch im Folgenden für das Spiel an sich von nachrangiger Bedeutung.

Interessante Sci-Fi-Variante des Brettspielklassikers Risiko

Nach dem ersten Dämpfer unserer Euphorie geht es aber zunächst positiv weiter. Das Gameplay von Etherium ist abwechslungsreich: Verfügbare Spielmodi sind ein Eroberungsmodus und ein Einzelspielmodus mit bis zu vier Spielern. Der Eroberungsmodus wird rundenbasiert gespielt und wechselt zu gegebenen Anlass wieder in Gefechte in Echtzeit. In einem Sonnensystem gilt es, Planeten zu kolonisieren und diese im Anschluss zu verteidigen. Jede Runde stehen Aktionspunkte zur Bewegung der Flotte oder für Angriffe auf feindliche Kolonien zu Verfügung. Bei Angriffen wechselt der Spielmodus zur Echtzeit und die Herrschaft über die Kolonie wird mit einem Einzelspiel entschieden.

Durch Kontrollieren möglichst vieler Kolonien oder ganzer Planeten werden Punkte gesammelt. Nach einer festgelegten Rundenzahl wird ein Sieger gekürt. Ein in erster Linie sehr gut umgesetztes und auch funktionierendes Spielprinzip. Positiv ist vor allem auch, dass jeder Spieler für zusätzliche Punkte diverse Bonusziele verfolgen muss. Diese können aber ausspioniert werden. Aus taktischer Sicht eifert man also nicht nur den eigenen Aufgaben hinterher, sondern muss auch gleichzeitig versuchen, die gegnerischen Ziele unerreichbar zu machen.

Taktikansicht der Galaxie ©Screenshot

Taktikansicht der Galaxie. ©Screenshot

Die jeweiligen Einzelspiele bilden den Kernpunkt von Etherium und spielen sich in Manier klassischer Echtzeitstrategie ab. Auf symmetrischen, in Sektoren unterteilten Karten gilt es, die gegnerische Hauptbasis zu zerstören. Die einzelnen Sektoren kontrolliert, wer in dessen Zentrum eine Basis errichtet hat. Etherium stellt die einzige Ressource dar und steht in manchen Sektoren zum Abbau zur Verfügung. Der gewohnte Bau verschiedener Gebäude wird durch Module ersetzt, welche an die Hauptbasis, wie auch an die Sektorbasen angefügt werden können.

Abhängig von der Art des Planeten finden sich auch neutrale Fraktionen auf der Karte, welche einzelne Sektoren besetzen. Diese zieht man entweder durch Bestechung auf die eigene Seite oder annektiert deren Sektor gewaltsam. Für weitere Abwechslung sorgen darüber hinaus auch diverse Wetterelemente, wie Sandstürme, Blizzards oder Vulkanausbrüche, welche einschlagende Effekte auf den Spielverlauf haben können.

Die vielen Icons über der Hauptbasis stehen für verbaute Module ©Screenshot

Die vielen Icons über der Hauptbasis stehen für verbaute Module. ©Screenshot

Wenig Dynamik

Für Spielspaß ist die ersten Stunden gesorgt, dies hält allerdings nicht sehr lange an. Enttäuscht stellen wir fest, dass der Spielverlauf zum Großteil in einem einzigen langen Stellungskampf an der Grenze zweier Sektoren stagniert und wenig Abwechslung mit sich bringt. Grund hierfür sind in erster Linie die Verteidigungstürme, von denen bis zu drei pro Sektor gebaut werden können. Was auch ausgiebig getan wird.

Kostengünstig und extrem stark behaupten sich diese mit Leichtigkeit gegen kleinere Armeen und machen hinterhältige Taktiken, Überraschungsangriffe oder ein Verschieben der Front nahezu unmöglich. Aus der Portokasse kann daher jeder Sektor mit Türmen zugepflastert und somit nur schwer eingenommen werden. Negativ fällt auch auf, dass sich die drei Rassen größtenteils nur visuell unterscheiden. Gleiche Einheiten, gleiche Module, keine Abwechslung.

Stellungskämpfe sind unvermeidbar und ziehen sich oft lange hin ©Screenshot

Stellungskämpfe sind unvermeidbar und ziehen sich oft lange hin. ©Screenshot

Wenig Mühe für Details

Grafisch ist Etherium allgemein auf einem akzeptablen Stand. Nichts außergewöhnliches aber doch recht angenehm gestaltet und schön anzusehen. Lediglich die Animationen sind ein wenig lieblos. Explosionen, Laser und Projektile sind wenig spektakulär und auch die Landschaften sind etwas eintönig. Auf verschiedenen Planeten duelliert man sich zwar in dazu passenden Eislandschaften, Wüsten oder Vulkangebieten – aber Karten derselben Sorte unterscheiden sich bis auf ihre Aufteilung nicht. Was die Spielatmosphäre angeht, rettet der wirklich starke Soundtrack leider auch nicht mehr viel.

In der Onlinelobby herrscht leider gähnende Leere ©Screenshot

In der Onlinelobby herrscht leider gähnende Leere. ©Screenshot

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Etherium schneidet nicht sonderlich schlecht ab, überzeugt aber vor allem in Sachen Langzeitspielspaß nicht. Nach wenigen Runden im Stellungskampf gibt es nur noch wenig zu entdecken oder auszuprobieren. Dass im Onlinemodus gähnende Leere herrscht, kann an dieser Stelle natürlich kaum den Entwicklern angerechnet werden, trägt jedoch stark dazu bei, dass man nach einigen Runden gegen den Computer die Lust verliert.

Alternativen wie Starcraft II, Grey Goo oder Total War überzeugen in vielen Aspekten deutlich stärker. Etherium hat viel Potenzial, dieses wird aber nicht ausgeschöpft oder durch nicht ausbalancierte Spielelemente verschenkt. Die Spielmechanik ist schließlich solide und mit etwas mehr Abwechslung oder einer Kampagne samt guter Story hätte auch über einen längeren Zeitraum für Spaß gesorgt werden können. Deshalb 6 von 10 Gamerpunkten von uns für das solide, aber etwas blasse Sci-Fi-Strategie-Spiel Etherium.

Etherium

Releasedate: 25.03.2015
Plattform: PC
Genre: Sci-Fi-Strategie
Publisher: Focus Home Interactive
Entwickler: Tindalos Interactive
Für Fans von: Starcraft, Total War, Grey Goo
USK:  ab 12 Jahren
Preis: Gesehen um € 25,74

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