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Everest – Filmkritik

Everest – Filmkritik

Temperaturen bis zu -60° Celsius und ein Sauerstoffgehalt, bei dem der Körper wortwörtlich stirbt. Klingt doch nach einem ganz angenehmen Plätzchen. Der Mount Everest zählt zu den gefährlichsten Orten der Welt und wird trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – immer wieder versucht zu erklimmen. Im Jahre 1996 versuchte eine Gruppe von mehr als 30 Menschen den knapp 9000 Meter hohen Berg hinaufzuklettern, und diese wahre Geschichte wurde von Baltasar Kormákur verfilmt.

Der australische Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke) hat den Mount Everest schon mehrmals bestiegen und bietet weniger erfahrenen Kletterern die Möglichkeit, den Giganten zu erobern. Diese Expedition sollte für viele der Trip ihres Lebens werden und das Wetter ist ihnen zunächst wohlgesonnen. Der Aufstieg funktioniert für die meisten ohne größere Probleme, doch dann wird die Gruppe von einem plötzlich auftauchenden Unwetter überrascht. Für die Abenteurer beginnt der nackte Kampf ums Überleben auf einem Berg, der von Leichen nur gesäumt ist.

Die Darstellerliste von Everest liest sich wie die Gästeliste einer Hollywood Megaparty: Jason Clarke, Keira Knightley, Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Emily Watson, Sam Worthington, und House of Cards Stars Robin Wright und Michael Kelly und noch viele mehr haben ihren Part in diesem Abenteuerspektakel, welches auf einer wahren Begebenheit beruht. Bei solch einem Staraufgebot ist normalerweise Vorsicht geboten, denn zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Doch in Everest versucht keiner irgendjemandem die Show zu stehlen, und die Schauspieler harmonieren großartig miteinander. Gleich in den ersten Szenen fühlt man sich bereits wie in einer echten Touristengruppe: Da gibt es den schüchternen Typen, wo man von Anfang an das Gefühl hat, dass dieser die Gruppe hinunterzieht und dann gibt es auch wieder den großkotzigen Möchtegern-Witzbold, der zu jeder Aussage seinen Senf dazugeben muss. Trotzdem sind einem diese Personen irgendwie sympathisch.

Everest beeindruckt aber nicht nur mit seinen Darstellern, sondern auch mit der Kameraführung, die bewusst auf 3D ausgelegt ist. Es sieht einfach herrlich aus, wenn die Gruppe neben einer Schlucht auf einem Weg wandert, der nicht breiter als einen halben Meter ist und das von oben gefilmt wird. Da bekommt man auch im Kinosessel teilweise Höhenangst. In der ersten Stunde des Filmes ist man von den schönen Bildern beeindruckt und in der zweiten Hälfte beginnt dann die Spannung. Man klammert sich unweigerlich in den Armlehnen fest und fiebert mit dem Leben der Bergsteiger mit. Dabei wird auch nicht zu selten auf die Tränendrüse gedrückt, ohne zu viel zu übertreiben. Taschentücher also nicht vergessen.

Wer die Geschichte vom Unglück auf dem Mount Everest schon mal gehört hat, der sollte sich den Film sowieso ansehen. Wer noch nie was davon gehört hat, der sollte sich im Film überraschen lassen und sich nicht vorher schon spoilern. Einen Kinobesuch ist das auf jeden Fall wert und auch wenn ich 3D im Normalfall verabscheue, so kann ich dies bei Everest, dem Abenteuerfilm des Jahres, vollkommen empfehlen.

EVEREST

Kinostart: 17. September 2015
Genre: Abenteuer, Drama
Regisseur: Baltasar Kormákur
Cast: Jason Clarke, Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Keira Knightley
Land: USA, UK, Island
Dauer: 121 Minuten
Filmverleih: Universal
Für Fans von: 127 Hours, Blindsight9punkte-cd-review_neu

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