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Evolve im Test

Evolve im Test

Wir haben Evolve, den futuristischen Monsterjagt-Titel aus dem Entwicklerhaus Turtle Rock Studios für Euch angezockt. Ob mit diesem Werk der Spielentwicklerkunst der selbe Einschlag erzielt wird, wie ihn ihrerzeit die zwei äußerst erfolgreichen Left 4 Dead-Games hatten, wird sich zeigen. Die viele Werbung und cinematischen Trailer sorgten bereits vor Release für hohe Erwartungen.

Mit einer Vielzahl an Maps, freischaltbarem Content und vier verschiedener Spielmodi wird uns versprochen, dass Evolve auch nach vielen Stunden Spielzeit monstermäßigen Spaß bietet. Wir haben den Multiplayer-Shooter für euch auf dem PC getestet.

Aller Anfang ist schwer

Nach der schier endlosen Warterei bis sich die 25 Gigabyte von Evolve endlich auf die Festplatte geladen haben und installiert sind, will man sich natürlich sofort ins Getümmel stürzen. Bevor es dann aber losgeht, kommt man zunächst in den Genuss eines recht gelungenen Tutorials, welches vorbildlich das Gameplay als Hunter wie auch als Monster erklärt.

Wenngleich man sich als eingefleischter Gamer direkt als Profi-Monsterhunter fühlt und solche Einstiegshilfen allgemein für überflüssig hält, sollte man diese zur Abwechslung mal durchspielen. Das recht ungewöhnliche 4-gegen-1 Spielprinzip und die starke Klassen- und Aufgabentrennung wird von vielen nicht intuitiv verstanden und man möchte sich in den ersten online Partien schließlich nicht vollkommen blamieren.

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Evolve funktioniert ganz einfach – zusammen das große Monster umhauen, oder vom Monster umgehauen werden. ©Screenshot

Die Grundstruktur von Evolve ist eigentlich in wenigen Worten erklärt: Eine Gruppe, bestehend aus vier intergalaktischen Jägern, macht auf einem extrasolaren Kolonieplaneten Jagd auf ein Riesenmonster, das von einem fünften Spieler gesteuert wird. Bei den Jägern herrscht eine strikte Klassentrennung. Für den Schaden ist in erster Linie der Assault zuständig, Lebensversicherung des Teams ist ein Medic.

Auf das Aufspüren des Monsters ist der Trapper spezialisiert und für allerlei unterstützende andere Sachen gibt es noch den Support. Jede Klasse stellt eine Auswahl von drei Charakteren mit individuellem, aber unveränderbarem Fähigkeitenset bereit. Der bestialische Alleingänger kann zwischen drei von Grund auf unterschiedlichen Monstern wählen.

Aviary ist eine Karte im Stil einer gigantischen Kuppel, welches als Vogelhabitat dient. ©Screenshot

Wildlifepark-Atmosphäre

Über das große Kartenarsenal kann man sich auf den ersten Blick wirklich nicht beschweren. Die großflächigen Areale sind prächtig ausgeschmückt mit farbenfroher Tier- und Pflanzenwelt, bieten ein abwechslungsreiches Terrain und vermitteln dank unzähliger technischer Objekte den authentischen Eindruck eines Kolonieplaneten. Der Einstieg in eine Spielrunde, sowie Respawns haben Actionfilmqualität. Per Dropship und mit Fallschirm stürzen sich die Jäger in die Schlacht.

Das Monster bekommt zum Rundenbeginn einen kleinen Vorsprung. Einmal gelandet halten alle Jäger die Augen offen nach den ersten Hinweisen, welche auf die Position des Monsters hindeuten. Fußspuren, abgeknickte Bäume und tote Beutetiere sind Wegweiser in diesem Katz-und-Maus-Spiel. Der namensgebende Faktor von Evolve ist die Fähigkeit des Monster sich weiterzuentwickeln, nachdem es jegliche Flora und Fauna in seiner Umgebung verspeist hat. Bis zu zweimal ist es möglich, mit vollem Magen auf die nächste Evolutionsstufe aufzusteigen um einerseits an Größe, andererseits  aber vor allem an Stärke zu gewinnen.

Steht man dem Monster so Nahe gegenüber, sollte man besser nicht alleine sein. ©Screenshot

Kommt die Truppe einmal in Bewegung, kann man in einer recht gelassenen Atmosphäre mit Jetpackunterstützung durch die Gegend schweben und die Landschaft genießen. Die einheimische Tierwelt wird weitestgehend ignoriert. Ab und an kommt es zwar schon mal vor, dass wer von einer fleischfressenden Riesenpflanze verschluckt oder im Maul eines Riesenalligators landet. Der überwiegende Teil der Verfolgungsjagd verläuft jedoch meist sehr entspannt.

Als außergewöhnlich gekennzeichnete Viecher können auch für einen temporären Buff zur Strecke gebracht werden. Im Großen und Ganzen sollte jedoch darauf verzichtet werden, dem Monster kostenloses Frischfleisch zur Verfügung zu stellen.

TEAMPLAY wird großgeschrieben

Eines der Dinge, welche wirklich sehr gut umgesetzt wurden, ist die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. Man sieht kein Licht am Ende des Tages mehr, sollte man dem Monster mal alleine über den Weg laufen. Für Helden ist in Evolve kein Platz. Man gewinnt als Team oder man stirbt einsam und allein. Und sollte mal der Fall eintreten, dass jemand eine unterdurchschnittliche Performance an den Tag legt, so reduzieren sich die Gewinnchancen gegen einen halbwegs guten Monsterspieler enorm.

Zur Grundausstattung der Trapperklasse gehört beispielsweise die mobile Arena. Ein kleines Gerät, welches, einmal in die Luft geworfen, empor steigt und eine große undurchdringbare Energiefeldkuppel erstellt. Ist der Trapper unfähig das Monster mitsamt den Jägern in der mobilen Arena einzusperren, entkommt dieses immer wieder, frisst sich immer wieder satt und erreicht recht schnell seine finale Evolutionsstufe. Versagt der Medic, stirbt das Team. Macht der Assault einen miesen Job, hackt sich das Monster unter dem Gekitzel des übrigen Beschusses durch das restliche Team.

Harpunen fixieren das Monster während Heilgranaten nahe Hunter am Leben halten. So sollte Zusammenarbeit aussehen. ©Screenshot

Für den maximalen Spielgenuss ist es daher ratsam, mit Freunden gemeinsam und unter stetiger Kommunikation ein hohes Niveau an gutem Teamwork zu garantieren. Ein verschreckter Hühnerhaufen von Jägern ist nicht einmal für computergesteuerte Monster eine ernstzunehmende Gefahr. Besteht das eigene Team dann aber doch mal aus fähigen Mitstreitern, entfaltet Evolve ein hohes Maß an Faszination.

Geschlossen sprintet die Gruppe den Spuren hinterher, entdeckt das Monster, der Trapper wirft seine mobile Arena in die Luft und der Spaß beginnt.Heil- und Schildstrahlen durchschneiden die Arena während Raketen, Granaten und Kugeln auf das Monster einregnen. Es braucht eine Weile, bis man sich an das Chaos dieser schnellen Scharmützel gewöhnt hat und nicht immer direkt in wilde Panik verfällt, sollte das Monster mal auf einen losgehen. Lässt man diese anfängliche Unsicherheit aber mal hinter sich, hat man gute Chancen einen großen Beitrag zum Sieg seines Teams zu leisten.

Granaten, Raketen, Monsterfähigkeiten und vieles mehr machen es oft schwer, sich in all dem Chaos zurechzufinden. ©Screenshot

Fazit

In erster Linie ist festzuhalten: Evolve macht die ersten Runden einen Haufen Laune, ist sehr schön anzusehen ist und man hat Spaß daran, die verschiedenen Klassen zu testen und neuen Content freizuschalten. Das eintönige Spielprinzip der Monsterjagd verliert jedoch, vor allem als Soloplayer, sehr schnell seinen Reiz. Man springt aus dem Flieger, läuft mehrere Minuten durch die Pampa, sperrt das Monster mit etwas Glück endlich in der mobilen Arena ein und bekriegt sich dann im gewohnten Chaos bis zum Tod.

Evolve hat ohne Zweifel viel Potenzial, jedoch wird es mit den vier Spielmodi, 12 Charakteren und drei Monstern dann doch recht schnell ein wenig öde. Der für den stolzen Preis zur Verfügung gestellte Spielinhalt überzeugt zwar qualitativ, aber so mancher Spieler hatte sich in Sachen Quantität doch ein wenig mehr erhofft. Deshalb 6 von 10 Punkten von uns.

Evolve

Releasedate: 10.02.2015
Plattform: PC, Ps4,  Xbox One
Genre: Action / First-Person-Shooter
Publisher: 2K
Entwickler: Turtle Rock Studios
Für Fans von: Left 4 Dead
USK:  ab 16 Jahren
Preis: Gesehen um 44,00 Euro

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