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Final Fantasy Type-0 HD im Test

Final Fantasy Type-0 HD im Test

Mit Final Fantasy Type-0 HD (Homepage) entführen uns Entwickler Square Enix und das Studio HexaDrive in die Welt von Orience, in der wir uns mitten im Krieg dem Imperium von Milites befinden. Erstmals im Jahr 2011 nur Japan auf der Playstation Portable erschienen, kommen nun auch westliche Final-Fantasy-Fans auf der Playstation 4 und der Xbox One in den Genuss dieses Spiels.

Final Fantasy Type-0 HD ist ein gelungener Mix aus mehreren Final Fantasy-Spielen der letzten Jahre. Warum das so ist, versuchen wir im Folgenden für euch aufzuschlüsseln..

Der Fabula-Novis-Crystallis-Zyklus

Final Fantasy Type-0 HD gehört wie die Final Fantasy XIII Trilogie zum Fabula-Novis-Crystallis-Zyklus. Das kommende Final Fantasy XV wird ebenfalls diesem Zyklus angehören.

Es ist jedoch nicht notwendig die Abenteuer um die Heldin Lightning (FF XIII) gespielt zu haben, da Type-0 HD über eine umfangreiche spielinterne Enzyklopädie verfügt, welche nach und nach erweitert wird. Hinzu kommt, dass sich die Spiele der Fabula-Novis-Crystallis den mythologischen Hintergrund, wie die gottgleichen L’Cie, teilen. Jedoch werden auch klassische Merkmale der Reihe aufgegriffen wie Chocobos, beschwörbare Wesen wie Ifrit, oder Shiva und die Feenartigen Mogrys.

Wie üblich für Final Fantasy wird auch in Type-0 HD eine neue Geschichte erzählt. Diese dreht sich im Kern um den Krieg, welcher auf der gesamten Welt Orience tobt.

Dieser umgreifende Heereszug wurde von einer der vier großen Nationen initiiert, um die Kontrolle über die alles bestimmenden Kristalle zu erlangen. Inmitten dieses Konflikts stehen die 14 Kadetten der Klasse 0, welche die Elitekämpfer einer Militärakademie der Nation Rubrum stellen. Die Jungen Militäranwärter kämpfen an vorderster Front gegen die Invasoren, um den Krieg so zu beenden.

Vier Mitglieder der Klasse 0: Die Protagonisten von Final Fantasy Type-0 HD sind vielfältig im Charakter und Kampfstil. (c) Square Enix

Vier Mitglieder der Klasse 0: Die Protagonisten von Final Fantasy Type-0 HD sind vielfältig im Charakter und Kampfstil. ©Square Enix

Dabei geht Square Enix recht schonungslos an die Sache heran und behandelt Themen wie die Vergänglichkeit des Lebens, Tod im Krieg und die Wirkung davon auf Jugendliche, sowie die Folgen des Krieges an sich.

Neu an der Erzählweise der Geschichte ist das Square Enix hier auf eine härtere Linie setzt, das heißt im Klartext, dass Blut und Leichen keine Seltenheit sind und somit das gesamte Setting wesentlich erwachsener präsentiert wird, als in früheren Spielen der Final Fantasy-Reihe.

Neben der Haupthandlung darf auch das Zwischenspiel unter den 14 Kadetten der Klasse 0 nicht fehlen. Über das ganze Spiel verteilt gibt es immer wieder kleine Events, die die Verhältnisse zwischen den einzelnen Charakteren nähern beleuchten. Dabei erfährt man einiges über ihre Vorlieben, ihre Gedankengänge und Meinungen zum anhaltenden Krieg.

Bei 14 Charakteren ist es selbstverständlich keine leichte Aufgabe, alle Figuren interessant zu halten. Jedoch gelingt es Square Enix wieder einmal, seine Figuren individuell zu gestalten und jede Person mehrdimensional darzustellen. Das wirkt sich auch positiv auf das Gameplay aus.

Schnelle Action mit taktischer Tiefe

Im Laufe der Jahre hat Final Fantasy einige Kampfsysteme ausprobiert. Von anfänglichen rundenbasierten Kämpfen, über das beliebte Active-Time-Battle System, bis hin zum Command Synergy aus Final Fantasy XIII. Echtzeitkampfsysteme kamen nur selten vor. Einer der wenigen Titel, der dieses System zumindest ansatzweise verfolgte, war Final Fantasy VII: Crisis Core.

In Final Fantasy Type-0 HD wird nun etwas völlig Neues ausprobiert: Hier werden komplette Echtzeitkämpfe auf dem Schlachtfeld ausgefochten, welche man mit einer Dreiergruppe bestreitet.

Das Team wird dabei aus den 14 Kadetten ausgewählt, von denen jeder über seine eigene Waffe und eigene Klassenbezogenen Fähigkeiten verfügt. Ebenfalls gibt es wieder Magie, die man einsetzen kann.

Jedoch sollte man bei der Auswahl Vorsicht walten lassen. Jeder der 14 Kadetten spielt sich unterschiedlich. Außerdem sind die Gener anfällig für verschiedene Schadensarten.
Ein besonders kontrastreiches Beispiel wäre hierfür der Samurai Jack, welcher mit einem Katana in den Kampf zieht, und die wendige Schwertkämpferin Queen.

Während Jack ein langsamer Kämpfer ist, der jedoch mit gut platzierten Schlägen enormen Schaden verursacht, ist Queen stattdessen eine schnelle Kämpferin, die mit flinken Kampfkombos und Magie den abwechslungsreichen Feinden zusetzt.

Große Bosse sind in Final Fantasy keine Seltenheit. (C) Square Enix

Große Bossgegner sind in Final Fantasy keine Seltenheit. ©Square Enix

Final Fantasy Type-0 HD bietet dabei dem Spieler eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine Charaktere optimal an die eigene Spielweise anzupassen. Neben der Standardattacke, die zu einer längeren Kombo aufgewertet werden kann, stehen einem viele offensive als auch defensive Fähigkeiten zur Verfügung.

Natürlich kann man auch auf Angriffszauber zurückgreifen, welche sich an den vier Grundelementen orientieren. Auch Heilungs- und Unterstützungszauber, sowie eine Ausweichrolle gehren zum magischen Kampfarsenal.

Im Laufe des Spiels erlernt man auch die Beschwörungs-Fähigkeit Esper. Damit können mächtige Wesen, ebenfalls Esper genannt, herbeigerufen werden. Viele von ihnen sind aus den älteren Final Fantasy-Spielen bekannt, wie zum Beispiel Ifrit, Shiva oder Odin.

Zusammenfassend lässt sich sagen dass das Kampfsystem von Final Fantasy Type-0 HD definitiv zu den anspruchsvolleren der Reihe gehört. Es mag zu Beginn sehr hektisch und wenig einsteigerfreundlich wirken, aber sobald man sich reingefuchst hat, sind kaum noch Gamerprobleme ersichtlich.

Starke Inszenierung trotz eher schwacher Grafik

Man merkt Final Fantasy Type-0 HD relativ deutlich seine Wurzeln als Spiel einer Handheldkonsole an. Die Videosequenzen sind zwar wunderschön und wissen definitiv zu gefallen, jedoch wirken sie eher kurz und etwas abgehackt, was an die fehlende Leistung eines PSP-Spiels erinnert. Auch im Spielgeschehen selbst merkt man an den teilweise matschigen Texturen und der eher schwachen Präsentation der Weltkarte die Vergangenheit des Titels an.

Was jedoch wirklich gelungen ist, sind die Charaktermodelle der Protagonisten und Designs der Monster. Diese können teilweise sehr beeindrucken, besonders die beschworenen Esper und die großen Kampfroboter wissen nicht nur zu imponieren, sondern setzen auch zauberhaft anmutende Zaubersprüche ein. Nur die NPCs sind recht einfallslos, wenn nicht sogar fast lieblos für Final Fantasy-Verhältnisse gestaltet.

Odin, eine der beschwörbaren Esper. (c) Square Enix

Odin, eine der beschwörbaren Esper. ©Square Enix

Ein grafisches und auch musikalisches Highlight ist definitv die Introsequenz. Die Zusammensetzung von Licht und Schatten, in Kombination mit den hervorragenden englischen Synchronsprechern (auch wenn an die original japanische Sprachausgabe nichts rankommt) und wunderbaren Klanguntermalung, zieht sofort in den Bann.

Ja, der Sound von Final Fantasy Type-0 HD ist wirklich gelungen. Zu jedem Ort und zu jeder Situation erklingt immer das passende Theme, um die Szenerie ideal zu begleiten und das musikalische Sahnehäubchen aufzusetzen.

Neben vielen neuen eigens für das Spiel komponierten Themen, finden einige altbekannte Musikstücke ihren Weg ins Spiel, wie das mitreißende Chocobo-Theme oder das klassische Kristallthema, wenn man durch die Gänge der Akademie wandelt.

Selbst wenn die Grafik ein paar schwächen hat, gleicht dies der grandiosen Soundtrack-Mix wieder aus.

Fazit

Final Fantasy Type-0 HD ist gewiss kein Meilenstein, wie es Final Fantasy VII oder Final Fantasy IX war. Jedoch verbindet es ein gelungenes Gameplay aus rasanter Echtzeit mit taktischen Elementen mit einer spannenden Geschichte, die durch interessante Charaktere gespickt wird. Leider ist die Grafik an vielen Stellen etwas altbacken. Die Videosequenzen sehen zwar prächtig aus, sind aber leider oftmals zu kurz. Dafür ist der Soundtrack grandios es wird wieder deutlich, dass Square Enix ein Händchen dafür hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen das Final Fantasy Type-0 HD ein gelungener Teil der Final Fantasy-Reihe ist, der zwar leichte Schwächen aufweist, aber auch wieder viele Stärken mit sich bringt. Die Richtung scheint nun noch deutlicher, in die sich die emotional geladene RPG-Reihe bewegen wird. Schließlich soll Final Fantasy XV auch über ein Echtzeitkampfsystem verfügen, welches auf der Grundlage von Type-0 basieren wird.

Selbst wenn Final Fantasy Type-0 HD nicht jeden begeistert, ist es dennoch einen Blick wert und es versüßt die Wartezeit auf den lang erwarteten Teil 15. Von uns bekommt Final Fantasy Type-0 HD 8 von 10 Gamerpunkten.

Final Fantasy Type-0 HD

Releasedate: 20.03.2015
Plattform: Playstation 4, Xbox One
Genre: Action-RPG
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix, HexaDrive
Ungefähre Spieldauer: 20- 30 Stunden
Für Fans von: Final Fantasy
USK: ab 12 Jahren
Preis: gesehen um 54,39 Euro

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