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Florence + the Machine – How Big, How Blue, How Beautiful

Florence + the Machine – How Big, How Blue, How Beautiful

Wer Florence + the Machine (Homepage) bereits live erleben durfte weiß, was für eine unglaubliche und elfengleiche Erscheinung die Frontfrau und Namensgeberin auf der Bühne darstellt. Florence Leontine Mary Welch, wie die Engländerin im richtigen Leben heißt, hat nicht nur aufgrund ihrer feuerroten Haare einen großen Wiedererkennungswert – viel wichtiger ist die Stimme der fast 29-Jährigen, die unter Hunderten hervorsticht.

Auch auf dem neuen Album How Big, How Blue, How Beautiful zeigt sie, was sie alles aus diesem Organ herausholen kann und präsentiert dabei eine große Bandbreite und mit insgesamt elf Titeln jede Menge Hörgenuss. Käufer der Deluxe-Version dürfen sich sogar über fünf zusätzliche Songs freuen.

Den Einstieg macht Ship To Wreck, ein schnelles und direkt ansteckend agiles Lied. Mit sanften Glockenspielklängen, einer unaufgeregten Gitarre und Takt gebendem Gerassel wird ein neues Kapitel von Florence + the Machine eingeleitet – und zwar das persönlichste bisher.

Florence + The Machine - How Big, How Blue, How Beautiful Cover

Interessanter wird es mit What Kind of Man, wo nicht nur mit abgehakten, verzerrten Gitarrenmelodien und an Sprechgesang anmutenden Textzeilen aufgewartet wird, sondern sich auch noch Blechbläser und Chorelemente dazu mischen.

How Big, How Blue, How Beautiful nennt sich auch eine der ersten Singles, bei der sich mehr und mehr Instrumente zu Florence Welch sanfter Stimme gesellen und schließlich in einem wunderbaren Trompeten-Outro münden. Zu dem Albumtitel wurde die Britin übrigens durch den endlos blauen Himmel über L.A. inspiriert, wie sie in einem Interview erzählte. Denn nicht nur in England, sondern auch dort entstanden Teile der neuen Platte.

Insgesamt sei das Album von den Höhen und Tiefen inspiriert, die sie im letzten Jahr durchmachen musste. Es geht um Dinge, die unerreichbar wirken, rückblickend und schlussendlich aber doch gar nicht mehr so weit weg sind. Eben diesen Funken Hoffnung und Kampfgeist hört man How Big, How Blue, How Beautiful von Anfang bis Ende an. Selbst wenn bei Songs wie Delilah oder Mother der Einstieg noch ruhig und zaghaft wirkt, bauschen sie sich im weiteren Verlauf aber immer mehr auf und entwickeln sich zu energiegeladenen Indie-Pop-Hymnen. So auch Third Eye, das vom Ansteckungspotenzial ohne Weiteres mit alten Hits wie Dog Days Are Over mithalten kann.

Fazit

Das neue Album darf sich also durchaus hören und sehen lassen. Es geht um Liebe und Gefühle, die jeder verstehen und nachvollziehen kann. Auch wenn Florence Welch durch ihre persönliche Post-Breakup-Verfassung das Gefühl hatte eine eher melancholische und schmerzerfüllte Platte aufzunehmen, klingt das Ergebnis insgesamt doch recht lebensbejahend. Produzent Markus Dravs arbeitete bereits mit Musikern wie Björk, Arcade Fire und Mumford & Sons zusammen und hat auch hier das richtige Gespür für die passenden Arrangements bewiesen, die den Sound zwar allumfassend erklingen, Welchs Stimme aber immer noch dominieren lassen.

Florence + the Machine – How Big, How Blue, How Beautiful

Für Fans von: Arcade Fire, Alt-J, Ellie Goulding
Island (Universal Music)
VÖ: 29.05.2015
Gesehen um €13,99

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