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FM4 Geburtstagsfest – Ottakringer Brauerei Wien

FM4 Geburtstagsfest – Ottakringer Brauerei Wien

Der Wettergott hört am liebsten Ö3 – das wurde am 20. FM4 Geburtstagsfest in der Ottakringer Brauerei wieder mal mehr als deutlich. Denn nasskalter Schneeregen empfang die Besucher des seit Wochen ausverkauften FM4 Festes. Ein Déjà-Vu der vergangenen Jahre, denn abseits des Wetters platze wie in der Vergangenheit die Location aus allen Nähten. Schlangen vor dem Eingang, Menschenmassen vor der Garderobe, ein unglaubliches Gedränge drinnen, ein wegen Überfüllung geschlossener Mainfloor bereits kurz nach 22 Uhr.

Denn jedes Jahr ist man wohl aufs neue überrascht, wenn alle Ticketkäufer dann auch tatsächlich  auftauchen und – noch schlimmer – die Frechheit besitzen, die Headliner auch wirklich sehen zu wollen! Was folgte war kollektiver Unmut gepaart mit Platzangst, und der Hoffnung möglichst erst wieder daheim auf die Toilette zu müssen.

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Skero
© Christian Haas

Diejenigen, die es auf den Mainfloor schafften wurden, dafür mit einer geschmackvoll gestalteten Bühne belohnt, auf der die heimische Indie-Nachwuchshoffnung Catastrophe & Cure ihrem Namen alle Ehre machten. Denn Sänger Johannes Eder musste kurz vor der Show krankheitsbedingt absagen, Keyboarder Max Atteneder sprang für den erkrankten Sangesmann bravourös und textsicher in die vokalistische Bresche.

Einen Stock tiefer – im Keller – grölte Skero seinen Sommerhit 2009 Kabinenparty, umrahmt von der Perchtolsdorfer Trachtenkapelle. „Ich komme mir vor wie bei ‚Wetten, dass..?“, meinte er. Wohl wahr.

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Sizarr
© Franz Reiterer

Am Chimperator Tanzboden, der heuer sein Debüt am FM4 Geburtstagsfest feierte, versprühte die Gruppe Teesy ihren Bubencharme, während die FM4 Tribe Vibes DJs am vereinsamten Nebenfloor die Platten schwangen. HVOB, die im bummvollen Keller auftraten, erzeugten einen wabbernden Tsunami an Basswellen, der sogar am Hauptfloor zu hören war, wo die Jungs von Sizarr ihr Bestes gaben der gelangweilten Menge ein wenig Applaus abzuringen. Schade, war ihr Set doch sehr vielseitig und musikalisch ein Highlight des Abends.

Im Keller kämpfte Bloc Party-Sänger Kele mit der schwierigen Brauerei-Akustik, während einen Stock höher die Headliner des FM4 Wohnzimmers, Die Sterne, ihren Kram aufbauten. Als musikalische Untermalung wurde Andreas Spechtl von Ja, Panik als DJ engagiert, der mit seinem Outfit frappant an einen Haubenkoch erinnerte und, schlimmer noch, fast jeden musikalischen und sonstigen Übergang verhunzte. Als übermotivierten Backgroundtänzer und Schnapslogistiker hatte er den ehemalige Flex Booker Peter Schachinger mit in seiner MP3 Plattenkiste.

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Ja, Panik
© Franz Reiterer

Deshalb fragten Die Sterne gleichmal als Erstes Wie groß ist der Schaden bei Dir? und kämpften sich tapfer durch ihr gut einstündiges Set. Stimmungstechnisch erinnerte der Saal an eine übervolle Bushaltestelle und erst gegen Ende schafften es Die Sterne mit einem Medley an alten Hits, die Menge zum Tanzen zu bringen. Geschuldet unter anderem auch ihrer stilsicheren Bekleidung in Form eines Vienna-Fußballtrikots und dem, nach eigener Aussage, geklauten Bademantel von Udo Jürgens.

Während Die Sterne ihre verstimmten Gitarren wegpackten war die Stimmung im gefährlich vollen Keller am Brodeln. Mittlerweile war es nämlich kurz vor zwei Uhr früh und Zeit für den very very special guest des 20. FM4 Festes. Der Vorhang bewegte sich zaghaft zur Seite und gab den Blick frei auf…. Deichkind!

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Deichkind
© Franz Reiterer

Die Mannen rund um Ferris MC gaben ihr Bestes und die kleine Bühne tat ihnen ungemein gut! Keine Timecode basierte Show diesmal, keine ausladenden Requisiten mit allerlei technischem Schnickschnack, sondern Deichkind pur. Anarchisch, räudig, schweißtreibend, ansteckend. Ohne Zweifel das Highlight des heurigen FM4 Geburtstagsfest!

Frau Holle bot den erschöpften Heimkehrern dann noch den letzten special effect des Abends: Innerhalb weniger Stunden hatte sie die gesamte Brauerei in ein weißes Kleid aus knirschendem Schnee gehüllt. Glücklich waren dann all diejenigen, die nach langem kurzbeärmelten Warten im Freien auch ihre Winterjacke an der Garderobe ergatterten…

Foto: © Franz Reiterer
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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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