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Gnarwolves – Arena Wien

Gnarwolves – Arena Wien

Zum gestrigen Gnarwolves Konzert in der Dreiraum Bar der Arena Wien ist nur Folgendes zu sagen: Gnarwolves Cru Fuck U! Großartig. Das Konzert könnte auch den Untertitel 100 Songs in 100 Minuten tragen – Jede Menge Power. Jede Menge Spaß. Und ja nicht auf die Schnelligkeit vergessen.

Das Schöne an solch kleinen Shows ist immer, dass wirklich (fast) jeder wegen der Musik da ist. Und natürlich um seinen Tribut an den bitteren Gerstensaft und an den Wiener Lieblingsplatz zu zahlen. Aber das geht bei Gnarwolves natürlich Hand in Hand – Bottle für Bottle eben. Als um 21:00 ein lautes Scheppern ertönt, wandert die Menge, ohne lang nachzudenken, in den Konzertraum und der war dann folglich eh gut gefüllt.

Den Anfang machte die Hardcore/Punk Truppe Boxkite aus Plymouth. Eigentlich war Spraynard als Support angedacht – Boxkite war für mein Gemüt aber definitiv eine bessere Wahl. Musik zum Aufwachen. Die drei Musiker und das Tattoo am Schlagzeug heizten gleich mal ordentlich ein. Deeper, schneller und teilweise langsamer Hardcore – mit jeder Menge Wucht und Breaks. Und Songs so kurz wie die Stirnfransen eines Vokuhilas. In den ersten fünf Minuten hatten Boxkite gefühlt das halbe Set durch. Aber die angedachte halbe Stunde haben sie schon gut gefüllt. Publikum Interaktion war nur mäßig. Hardcore ist ja aber auch serious business.

30 Minuten später hieß es dann auch schon

We are the products of a broken class, but we weren’t raised to be fucking morons

und Gnarwolves starten mit Smoking Kills. Die drei Herren aus Brighton sind durchwegs sympathisch, lustig und stellen sich auf Deutsch vor. Gut eine Stunde dauert ihr Set. Und dieses Set hat es in sich. Fast die gesamte Gnarwolves LP, alle Songs der neuen Adolescence EP und ausgewählte Klassiker aus den drei EPs beziehungsweise der Chronicles of Gnarnia Compilation.

Stimmpausen verbrachten die Gnarjungs damit, dem Publikum zu zeigen, dass sie sich selbst nicht allzu ernst nehmen. Eine kurze Einlage mit einer Neuinterpretation von Kumbaya My Lord bis hin zu Geschichten über die böse Polizei. Das Publikum hatte wahrlich seinen Spaß – am Lautesten lachte trotzdem Thom, Gitarrist der Gnarwolves.

Kein Plan, was es ist, das die Gnarwolves an sich haben, aber man fühlt sich einfach wohl. Unterhalten. Gut beschallt. In der Musik treffen sie irgendwie immer den richtigen Zeitpunk für Breaks, Stimmungs- und Geschwindigkeitswechsel. Ihre Songs sind für Skatepunk-Verhältnisse sehr vielfältig. Und bei jedem zweiten Lied hat man das Gefühl „kenn ich – kann ich mitsingen“. Irgendwie schaffen sie es dabei aber, nicht zu poppig zu werden. Bei Bottle to Bottle grölte dann endlich auch der halbe Dreiraum mit.

Die Review ist so kurz und bündig wie die Songs von Gnarwolves. Es gibt einfach nicht mehr zu sagen außer: Jeder Zeit wieder. Ich muss mir sofort die Adolescence EP holen. Happy Hannukah.

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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