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Hot Tropics: The Orwells

Hot Tropics: The Orwells

Unser lieber Tino wird euch ab sofort einmal im Monat in seinen „Hot Tropics“ Interpreten vorstellen, die zwar international Erfolge feiern durften, in Österreich aber (möglicherweise) völlig unbekannt sind.

Wenn man das erste Mal so einen Artikel schreibt, denkt man sich: „Wo fange ich an? Es gibt so viele gute Bands, die nicht genug Aufmerksamkeit bekommen…“.  Ich habe mich für den weniger spektakulären Weg entschieden und erzähl‘ einfach was über meine neueste Entdeckung, die es geschafft hat, dass ich ihr Album seit drei Wochen täglich rauf und runter höre.

The Orwells sind eine extrem junge Band aus Chicago, die es erreicht hat, den Traum zu leben, den jeder kleine, naive Rocker hat: Die Schule abbrechen, von einem Label entdeckt werden und zack! Weiter geht’s: Mit den Arctic Monkeys (müssen nicht die sein, aber in dem Fall war es halt so) touren. Einmal hat sie David Letterman zu seiner Show eingeladen und Matt O’Keefe, der Gitarrist, hat dabei alle seine Saiten während einem Song zerstört.

Ihr Sound bewegt sich eindeutig im Garage-Rock-Bereich. Zu beschreiben, was ihre Einflüsse sind, würde wahrscheinlich eine ganze A4-Seite vollmachen. Stell dir vor, The Doors hätten Anfang der 90er eine Grunge-Band gegründet. Das ist wohl eines der krassesten Komplimente, das man Musikern machen kann. Und: Jeder von uns ist schon mal die ganze Nacht wach gelegen und hat sich gefragt, warum es keine Band wie die Stooges, nur nicht so widerlich, gibt. Zum Glück haben wir jetzt The Orwells.

 

Trotz dem schnellen Aufstieg kann man sagen, dass „weniger spektakulär“ die Band ganz gut beschreibt. Sie machen keine Musik, bei der du dir denkst: „Wow, das ist ja was ganz neues!“ aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, Rock’N’Roll zu inszenieren und zu zelebrieren. The Orwells sind einfach ganz normale Typen – die möglicherweise eine beachtliche Menge an Drogen nehmen. Und wenn du dir ein Interview ansiehst oder sie reden hörst, wirst du schnell merken, du kennst genau solche Leute. Es sind deine Freunde, vielleicht bist sogar du genau so wie einer von ihnen. Das wissen und zeigen sie auch und dadurch werden sie so sympathisch.

Ich würde ja gerne zum Schluss eine spannende Geschichte erzählen, wie ich The Orwells entdeckt habe, aber es war einfach ganz unromantisch über eine Playlist, die durchgelaufen ist, während ich zuhause gesessen bin und auf ein Shirt „PUNK IS DAD“ gemalt habe. Das A ist übrigens ein Anarcho-A. Ziemlich passend und ziemlich Hardcore.

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