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Inazuma Eleven GO Chrono Stones: Flammenwall im Test

Inazuma Eleven GO Chrono Stones: Flammenwall im Test

Level 5 setzt seine beliebte Inazuma Eleven-Reihe am 3DS fort und bietet Fans der Serie mit den beiden neuesten Ablegern Inazuma Eleven GO Chrono Stones: Flammenwall und Donnerknall (Homepage), einmal mehr einzigartige Fußball-Kost in Rollenspiel-Manier.

Dabei ist Inazuma Eleven GO Chrono Stones der fünfte Teil der Inazuma Eleven Reihe und das zweite Spiel der Inazuma Eleven GO-Ablegers.

Doch Fußball, Rollenspiel und Zeitreisen? Was nach einem ziemlich verrückten Mix klingt, greift auf ein bewährtes Konzept der am Nintendo DS geborenen Spielereihe zurück und verspricht Genre-Freunden eine Menge Spaß.

Fußball für RPG-Liebhaber

Inazuma Eleven macht klassische FIFA- und PES-Zocker wohl kaum glücklich, dafür Rollenspiel-Freunde umso mehr – denn hier wird das Leder nicht mit daumenbrechenden Tastenkombinationen, sondern mit etwas Geschick, Strategie und Statuswerten gekickt. Das Spielprinzip beruht darauf, dass man als Kapitän einer Schülermannschaft durch die Welt von Inazuma läuft, mit NPCs spricht, Nebenquests erfüllt und die Haupthandlung vorantreibt – ganz im Sinne eines traditionellen RPGs eben.

Im Torraum angelangt, müsst ihr eine Strategie wählen, wie der Torschuss ausgeführt werden soll. © 2015 Nintendo

Im Torraum angelangt, müsst ihr eine Strategie wählen, wie der Torschuss ausgeführt werden soll. © 2015 Nintendo

Aber statt generischer Zufallskämpfe bietet Inazuma etwas für den Fußball-Enthusiasten in euch, denn Feindbegegnungen werden auf dem Rasen ausgetragen, wo man sich per Touchscreen-Steuerung um das runde Leder balgt. Ihr gebt euren Spielern ihre Laufrichtung mittels gezeichneten Linien vor, tippt andere Spieler für Pässe an und entscheidet bei Torschüssen und Zweikämpfen, welche Strategien und Techniken eure Helden einsetzen sollen. Die daraus resultierenden Stats entscheiden dann im Vergleich zu den Werten des Gegners, zu wessen Gunsten die Manöver ausgehen.

Ein Fest für Japan-Fans

Beim Spielen eines Inazuma-Titels kommt mir immer unwillkürlich ein erster Eindruck in den Sinn: japanisch. Wer also traditionelle westliche Darstellungen und Erzählweisen bevorzugt, wird sich hier nicht sehr zuhause fühlen:

Die Welt von Inazuma Eleven GO Chrono Stones bildet ein Universum ab, in dem man meinen könnte, dass Captain Tsubasa mit Dragon Ball fusioniert wäre. So setzen die Spieler geradezu herrlich abgedrehte Spezialtechniken ein, deren charakteristische Namen sie durchaus auch mal laut ausrufen bei der Ausführung, und man ist sie nie so ganz sicher, ob man gerade einen Torschuss kassiert oder doch damit rechnen muss, dass bald Namek explodiert. Auch können die Figuren ihren sogenannten Kampfgeist freisetzen, um ihre Kräfte um ein Vielfaches zu steigern, oder mit den Auren anderer Charaktere (oder Dinosaurier) fusionieren… und ja, das ist so schräg, wie es klingt.

Anpfiff zur Zeitreise

Apropos schräg: so gestaltet sich auch die Handlung in dem neuesten Vertreter der Serie. Ihr schlüpft wiederum in die Rolle von Arion Sherwind aus dem Vorgänger und kehrt zurück an die Raimon Schule, nur um festzustellen, dass der berühmte Fußballclub dort spurlos verschwunden ist und auch eure ehemaligen Teamkollegen nicht mehr wissen, was sie mit dem runden Leder anfangen sollen.

Ja, euer Führer durch die Zeitreisen ist ein blauer Teddybär. Was dachtet ihr denn? © 2015 Nintendo

Ja, euer Führer durch die Zeitreisen ist ein blauer Teddybär. Was dachtet ihr denn? © 2015 Nintendo

Es ist, als ob jegliche Spuren von Fußball aus dem kollektiven Gedächtnis eurer Mitschüler getilgt wurden – und genau das ist die tragende Handlung von Chrono Stones. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, sollte man sich auf eine reichlich fantasievolle Story einlassen können, denn der Plot führt die Zeitreise-Thematik in die Geschichte ein und lässt euch verschiedene Epochen der Geschichte bereisen, damit ihr ein Team aus einer dystopischen Zukunft davon abhaltet, den Fußball aus der Weltgeschichte zu tilgen.

Klingt abgedreht? Ist es auch. Allerdings präsentiert sich die Handlung, typisch für Inazuma, mit vielen vertonten Dialogen und sogar einigen wunderschön animierten Anime-Sequenzen, welche für eine Menge Unterhaltung sorgen. Ein klein wenig mehr Kohärenz in der Erzählweise wäre schön gewesen, denn allzu oft wechseln Anime-Videos in knapper Folge mit InEngine-animierten Sequenzen und dann wieder „nur“ recht starren Dialogsequenzen, mal mit und mal ohne Vertonung. Dennoch profitiert die gesamte Präsentation wie gewohnt unheimlich von den Videos und der Sprachausgabe.

Altbewährte Aufstellung

Im Vergleich zum Vorgänger führt Inazuma Eleven GO Chrono Stones nicht wahnsinnig viel Neues ein, die Veränderungen liegen eher im Detail – manches wurde verbessert, anderes verändert, während einige Dinge jedoch etwas auf der Stelle treten. Das Kampfgeist-System der GO-Serie wurde weiter ausgebaut und um die Miximax-Fusionen ergänzt, mit denen ihr eure Charaktere mit den Auren anderer Figuren kombinieren und so noch stärker werden lassen könnt.

Wer noch keinen Ignuswolf heraufbeschworen hat, hat noch kein richtiges Fußball gespielt! © 2015 Nintendo

Wer noch keinen Ignuswolf heraufbeschworen hat, hat noch kein richtiges Fußball gespielt! © 2015 Nintendo

Die Steuerung am Spielfeld bleibt im Großen und Ganzen gleich, neuartig ist jedoch etwa, dass ihr bei einer Feindbegegnung vor einem Zweikampf die Richtung, in die euer Gegner den Ball spielen wird, erraten müsst, ebenso wie ihr im Ballbesitz vorgebt, an welcher Seite ihr vorbeizukommen versucht. Damit liegt ihr entweder falsch oder richtig – wer daneben tippt, wird vom Gegner einfach umspielt. Ein Zweikampf kommt also nur zustande, wenn ihr zuvor richtig geraten habt.

Ansonsten bleibt im Wesentlichen alles beim Alten und ihr müsst nach wie vor taktieren, eure Items einsetzen und mit euren Kraft- und Kampfgeistpunkten haushalten, um die Begegnungen zu euren Gunsten zu entscheiden. Auch macht Chrono Stones von vielen bekannten Orten und Figuren Gebrauch, wodurch sich für Kenner der Serie erst nach einigen Stunden, wenn die Handlung an Fahrt aufnimmt, ein deutlicher Mehrwert einstellt.

Fazit

Inazuma Eleven GO Chrono Stones: Flammenwall setzt die Serientraditionen konsequent fort, ohne jedoch allzu auffällige Neuerungen einzubringen. Für Inazuma-Veteranen bringt das ausgebaute Kampfgeist-System mit dem Miximaxen und den Rüstungen einige neue Abwechslung und frischen Wind in das Spielsystem, ohne dabei jedoch besonders viel umzukrempeln. Wer mit der sehr ungewöhnlichen Handlung, die Anime- und SciFi-Liebhaber mehr ansprechen wird, als reine Fußballfans, gut klarkommt, dem wird Chrono Stones vor allem in späteren Spielstunden viel Vergnügen bereiten.

Aufgrund der Handlung, die stark auf dem Vorgänger aufbaut, und der doch ziemlichen Fülle an Möglichkeiten eignet sich dieser Ableger jedoch nicht wirklich für Neueinsteiger, die von diesem einzigartigen Gesamtpaket doch etwas überfordert sein dürften, denn die Lernkurve ist hier noch ein wenig höher als in vorangegangenen Teilen. Wer jedoch Inazuma Eleven kennt und liebt und es nicht abwarten kann, seine Charaktere wieder mit dem Touchpen auf den Rasen zu führen, der kann getrost zu einer beliebigen der beiden Versionen greifen: Die Unterschiede zwischen Flammenwall und Donnerknall liegen wieder nur in kleinen, vernachlässigbaren Details der Handlung und in den Spielern und Techniken, die ihr erlangen könnt.

Inazuma Eleven GO Chrono Stones: Flammenwall

Releasedate: 27.03.2015
Plattform: Nintendo 3DS, Nintendo 2DS
Genre: Action, Rollenspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Level-5
Spieler: 1-4
Für Fans von: Inazuma Eleven
PEGI: ab 12 Jahren
Preis: gesehen um 38,34 Euro

 Text: von Peter Schulz

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