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Katy Perry – Stadthalle Wien

Katy Perry – Stadthalle Wien

Knapp ein Monat nachdem die ausgeflippte Katy (und der linke Hai) die ganze Welt mit ihrer Super Bowl Show begeistert hatte, durfte sich das Wiener Publikum auf eine Live Show des Poptörtchens freuen. Nur eben ohne Haie und auch nicht unbedingt live.

Professioneller Opener

Nicht selten kommt es vor, dass Songwriterinnen irgendwann genug vom Leben im Schatten haben und selbst zum Mikro greifen. So auch bei Charli XCX die unter anderem mit I Love It, was wohl der Partyhit 2012 wurde, sehr bekannt wurde. Charli XCX passt als Vorband von Katy Perry wie die Faust aufs Auge. Die 22-Jährige hat eine tolle Performance hingelegt und dem Publikum ordentlich eingeheizt. Mit dem gigantischen Herzlolli und den bunt blinkenden Gitarrenboxen hatte man das Gefühl, als wäre das bereits das Katy Perry Bühnenbild.

Mini Playback Show

Doch die Lollipop- und Kirsch-Phase war für Katy Perry bereits vor zwei Jahren, als sie Host der VMAs war. Dieses Jahr hat sich die Sängerin wohl an der Mini Playback Show orientiert. Wie oft haben wir als Kinder davon geträumt, einmal aus der Zauberkugel zu kommen und auf Super RTL unsere Lieblingshits zu performen und dabei von tausenden anderen Kindern bejubelt zu werden? Katy Perry hat das verwirklicht: Zwar kam sie nicht aus einer Zauberkugel, aber aus einer sich öffnenden Pyramide. Kommt fast auf das Gleiche. Das Publikum bestand zur einen Hälfte aus Kindern, die kaum die 130 cm Marke überschritten haben und zur anderen Hälfte aus ihren Eltern, wo sich vor allem die Herren über das freizügige Outfit der Pastorentochter erfreuen durften. Für Kinder eher nicht so geeignet. Aber es geht ja um die Musik… oder doch nicht?

(c) Mario Baumgartner - enemy.at

(c) Mario Baumgartner – enemy.at

Gleich beim ersten Song Roar fragten sich schon einige, wo denn die Musiker sind, die zu den Instrumenten gehören? Gibt’s noch nicht. Egal. Die Blicke sind eh auf die Sängerin mit Minirock gerichtet. Die kann aber anscheinend auch singen, wenn das Mikro irgendwo ist. An der Gesangsspur hat sich nicht viel geändert, wenn die Hand mit dem Mikro nach oben gestreckt wurde. Dem Publikum war es egal und es wurde fröhlich mitgeträllert. Nach einer Seilsprungperformance wurde Part Of Me zum Besten gegeben, während sich die Tänzer auf allen Stangen und Seilen rekelten, die auf der Bühne zu finden waren. Mit Wide Awake und This Moment / Love Me wurde die erste Phase des Konzertes beendet.

Die zweite Phase „Egyptian“ wurde nach einem kurzen Video mit Dark Horse und einem kompletten Settingwechsel eingeleitet. Outfitwechsel durfte natürlich so wenig fehlen, wie die riesige schwarze Pferdeskulptur auf dem Katy Perry einen Teil des Liedes verbrachte. Endlich waren auch Musiker auf der Bühne. Von Livemusik fehlte aber trotzdem jede Spur. Danach kam ein völlig versextes Legendary Lovers und einer abgeänderte Version von Perrys erstem Hit I Kissed A Girl.

(c) Mario Baumgartner - enemy.at

(c) Mario Baumgartner – enemy.at

Kitty Purry

Nächste Phase, nächstes Outfit. Dieses Mal waren Katzen auf dem Programm. Ein amüsantes Video mit den Internetstars schlechthin leitete diesen Abschnitt ein. Danach fühlte man sich wie im Cats-Musical, da sich die meisten Tänzer in Katzenoutfits gezwängt hatten. Eine eher mäßige Jazzversion von Hot N Cold auf einem Wohlknäuel und Kratzbäumen ließ das Publikum nicht so ausflippen, wie der Hit es eigentlich sonst könnte.

Dann wurde es Zeit für die Akustiksession, die natürlich nicht fehlen durfte. Katy Perry griff nun auch zur Gitarre; Sound kam dabei aber nicht sehr viel raus. Aber es wurde gesungen! Unglaublich aber wahr. Hauptsächlich von den Background Sängerinnen, aber das waren schon tolle Stimmen. Nun wurde auch das Publikum immer mehr eingebunden. Ein pubertierender Bursche, der noch mit dem Stimmbruch zu kämpfen hatte, wurde auf die Bühne geholt. Der fackelte nicht lang rum, sondern erkannte seine Chance und drückte Katy Perry einen Schmatzer auf die Wange. Dann war ich mir nicht sicher, ob der Popstar wirklich nicht wusste, welche Sprache in Österreich gesprochen wird, oder ob sie sich absichtlich dumm gestellt hat. Jedenfalls gab es auf Geheiß von Katy Perry dann Nachhilfe in „Austrian“. Schöne Sprache. Klingt fast wie Deutsch.

(c) Mario Baumgartner - enemy.at

(c) Mario Baumgartner – enemy.at

Nach einigen weiteren Fettnäpfchen (You say „Selfie“ too? That’s amazing. You speak english!) kam die „Megamix Dance Party“, wo die Dancemoves des sehr jungen Publikums auf die Leinwand projiziert wurden. Schließlich flog Katy Perry bei Walking On Air durch die Wiener Stadthalle. In der abschließenden „Hyper Neon“ Phase, wurde mit den Superhits Teenage Dream, California Gurls nochmal alles rausgeholt. Ein junges Mädchen bekam zu dem Song Birthday, ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk: Sie durfte mit Katy Perry auf der Bühne tanzen. Das war schon nett. Als Zugabe wurde nach der zweistündigen Show noch Firework präsentiert. Blöd war es nur, dass die Lightshow auf die „Prismatic-Brillen“ ausgelegt war. Diese Brillen waren im Fanshop gratis erhältlich, nur wussten das die meisten Leute nicht und wurden mit einer relativ faden Abschlussperformance verabschiedet. Trotz einigen Fehlern, hatte das Publikum aber sichtlich Spaß mit einem eher abgedrehten Konzert. Aber das war nicht anders zu erwarten.

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