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Kwabs – Love + War

Kwabs – Love + War

Fans von Kwabena Sarkodee Adjepong – kurz Kwabs (Homepage) – mussten sich durchaus in Geduld üben. Ursprünglich sollte das Debütalbum bereits im Mai erscheinen, nun hat es doch knapp vier Monate länger gedauert. Seit 11. September steht Love+War nun in den Regalen der Plattenläden und wartet darauf Gehör zu finden.

Mit der Single Walk ging der Brite bereits Anfang des Jahres durch die Decke, brachte es in Österreich auf Platz drei und erklomm in Deutschland sogar den Gipfel der Charts. Wer nun ein ganzes Album in diesem Stil erwartet, kann sich auf eine Überraschung gefasst machen. Schon beim Aufmacher Cheating on Me wird klar, dass Kwabs auch anders kann. Denn beim ersten Song handelt es sich um eine wahre R’n’B-Hymne, wie sie R. Kelly nicht besser rausschmettern könnte. Ähnlich gefühlsgeladen, beinahe schon kitschig, wird die Schiene mit Father Figure weitergefahren, wo nur noch die passende Choreo fehlen würde, um eine Brücke zu so mancher Boyband zu schlagen. Selbiges gilt für Make You Mine.

Kwabs Love+War Cover

Erst Fight For Love geht mehr in die Richtung, die man von Kwabs gewohnt ist. Ein Synthie-Popsong, der nicht an Effekten spart, und definitiv Potenzial hat, um auf die Tanzfläche zu locken. Was düster anfängt, entwickelt sich in eine wahre Soundwand, und so fliegt einem der Refrain von Forgiven um die Ohren. Ganz vorne dabei stets die herausragende Stimme von Kwabs, wobei sein sympathisches Lispeln bei diesem Lied besonders in Szene gesetzt wird. Auch Look over your Shoulder hat einen düsteren Grundtenor, strotzt aber trotzdem vor Groove und gut platzierten Effekten.

Wer es aber schafft, beim Titelsong Love+War stillzuhalten und kein Körperteil im Takt mitzuschwingen oder zustimmend mit dem Kopf zu wackeln, kann kein Rhythmusgefühl besitzen. Der Song krallt sich mit tiefen Bässen und Trommeln in Kombination mit Klavier und Effekten die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers – einer der Songs, der es auf jeden Fall mit Walk (Titel Nummer 10) aufnehmen kann. Dazwischen platziert findet sich eine weitere Vorabveröffentlichung: die Ballade Perfect Ruin entwickelt sich zu einem gefühlvollen Popsong und wir von einem Beat getragen, der so eindringlich ist, dass man das Gefühl hat, den eigenen Herzschlag laut zu hören.

Fazit

Love+War entspricht wahrscheinlich für wenige Hörer dem, was sie von Kwabs erwartet hätten. Ist das Album deshalb schlecht? Meine Antwort dazu: nein. Der Liebe wird hier klar mehr Raum eingeräumt als dem Krieg, was stellenweise schon die Grenze zum Kitsch tangiert. Auch wenn wenige der 12 Titel den Elan und das Tempo von Walk besitzen, zeigt der britische Sänger eindrucksvoll, was er vor allem gut kann: Singen. Ein Album wie ein guter Rotwein, das erst mal atmen muss, um seine volle Wirkung zu entfalten. Nach mehrmaligem Hören steht man der Debütplatte bereits anders gegenüber, und kann die ausgefeilten Arrangements richtig genießen.

Kwabs – Love + War

Für Fans von: Olympique, Chet Faker, Jamie XX
Label: Warner Music International
VÖ: 11.09.2015
Gesehen um € 12,99

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