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The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses – Olympiahalle München

The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses – Olympiahalle München

Der Dirigentenstab steht auf Obacht – Streicher, Holzbläser, Blechbläser, Percussions – alles, was das orchestrale Repertoire im Allgemeinen zu bieten hat, hält sich bereit. Dann – die ersten melodischen Klänge zur Eröffnung des Bühnenwerks The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses (Homepage) ertönen. Die Olympiahalle München scheint mit einer vorfreudigen Spannung angefüllt zu sein, wie nur wahre Fans sie im Herzen tragen können.

Der 20. April 2015 war für all diese Zelda-Anhänger und Veteranen ein musikalischer Ohrenschmaus, der auch den Augen etwas bieten konnte. Denn eine große Leinwand war hinter dem Orchester und Chor installiert, die visuelle Untermalung zum musikalischen Programm bot.

Zwar war die Venue in München nicht gänzlich ausverkauft wie am Vorabend in Düsseldorf, trotzdem waren die Sitze und Ränge gut besetzt. Ich ließ meinen Blick schweifen. Das Publikum war bunt gemischt. Jung und Alt, Cosplayer und Schlips-Träger – alle waren sie da, um der musikalischen Komposition der Zelda-Spiele zu lauschen. Als das Orchester mit visueller Begleitung eröffnete, jagte mir ein angenehmer Schauer über den Rücken. Die zur Musik passenden Sequenzen aus dem Spiel lösen Erinnerungen an stundenlangen Spielspaß meiner Kindheit aus. Und mit diesem Gefühl war ich anscheinend nicht allein – es schien, als würden alle für einen Moment den Atem anhalten.

Das Orchester um Dirigentin Amy Anderson spielte genau im Takt zu den Szenen auf der Leinwand. © Bradley K. Goda

Das Orchester um Dirigentin Amy Anderson spielte genau im Takt zu den Szenen auf der Leinwand. © Bradley K. Goda

Die Ouvertüre klang gefühlvoll aus und der Produzent der Zelda- Symphony-Reihe Jason Michal Paul stellte das Orchester mit seinen 66 Musikern, den 24 köpfigen Chor und die Dirigentin Amy Anderson vor. Außerdem appellierte er an die Fans, ihrer Leidenschaft freien Lauf zu lassen, wenn die Musik die Begeisterung in höhere Sphären treiben sollte. Kurz gesagt: Er animierte zum Klatschen und euphorischen Wooh-Rufen.

Ich muss ehrlich sein, schon die wenigen Töne zu Beginn waren ein musikalischer Genuss, daher missfiel mir diese animierende Aussage. Ja, wir waren auf keinem typischen klassischen Konzert – aber wenn man  Videospielmusik auf ein gehobenes Niveau heben möchte (und die Präsentation und Umsetzung der Symphonie ließ das vermuten), so motiviert man das Publikum doch nicht zu einem Musikantenstadl-anmutenden Verhalten, oder?

Naja, immerhin war diese Attitüde im gerinsgten nicht so sehr ausgeprägt wie bei vergleichbaren Veranstaltungen (FM4-Kollege Robert Glashüttner berichtete). Die Qualität der symphonischen Musik selbst berührte einen an Stellen im Herzen, wo nur selten Licht hinkommt. Lediglich der liebevoll umsichgreifende Klang ging in den Weiten der Olympiahalle München etwas verloren.

Auch der Chor gehörte zu dem Köpfigen Symphonie-Ensemble.  © Bradley K. Goda

Auch der Chor gehörte zu dem 90-köpfigen Symphonie-Ensemble. © Bradley K. Goda

Außerdem hat es ja auch etwas Schönes, gemeinsam die Leidenschaft für wenige Stunden fühlen zu können, von Musik inspiriert zu werden – und auf eine Zeitreise durch 30 Jahre Zelda-Geschichte geschickt zu werden.

Der symphonische Ritt ging mit einem miteißenden Interlude zu Gerudo Valley weiter. Die visuelle Untermalung zur Musik zeigte die dementsprechend passenden Spielszenen, genau im Takt des Orchesters. Oder besser gesagt – die 90 Musiker und Choristen hielten phänomenal exakt den Takt zu den Visuals. Ein Vögelchen zwitscherte mir, das lag an einem Metronom beim Ensemble im Ohr, das dafür sorgte, dass niemand aus der Reihe tanzen konnte.

Auch durfte das Boss Battle Medley, Majoras Mask und A Link Between Words im Interlude nicht fehlen. Schon hier zeigte sich ein spannendes Arrangement aus Musiktiteln des Zelda-Universums. Dabei wurde sehr gefühlvoll dirigiert, trotz dem Metronom im Nacken – was musikalisch eine Leistung ist. Und so trugen uns Schattierungen und Motive des Videospielsoundtracks in piano und Forte durch den Symphony-Teil, mit zu The Creation of Hyrule, bekannten Szenen aus Ocarina of Time und The Wind Waker.

Wohlbekannte Abschnitte aus den Zelda-Spielen liefen harmonisch zur Musik ab. © Bradley K. Goda

Wohlbekannte Abschnitte aus den Zelda-Spielen liefen synchron zur Musik ab. © Bradley K. Goda

Die Zeit vergeht ja bekanntlich wie im Fluge, erst recht, wenn es besonders schön ist. Deshalb gab es eine kleine kreative Pause, bevor sich Orchester, Chor und Dirigentin in das Grand Finale stürzten. Great Fairy’s Fountain benetzte uns melodisch mit den mystischen Klängen des Feenbrunnen. Zu Twilight Princess war dann kein einziger Mucks mehr zu hören, kein Klatschen mehr, kein Woohn – nur andächtige Ohren und Blicke.

Doch die Symphonie neigte sich dem Ende, und das Publikum schien sich unsicher, wann es denn wirklich soweit war. Nach dem ersten Encore (welche eigentlich das Finale war) folgte Standing Ovation und mehrere irritierte Blicke, da dann noch eine Zugabe und Standing Ovation folgten. Beseelt ließ ich mich mit der Masse zum Ausgang treiben.

The Legend of Zelda: Symphony of the Goddesses ist definitiv ein Spektakel, dass sich vor allem Zelda-Fans nicht entgehen lassen sollten. Dennoch hinterließ der ein oder andere Riss in der Fassade überlegen, ob der Kern des Geschehens, die Musik und die Musiker nicht etwas zwischen Visuals, Videoeinspielungen der Producer und dem Sound, so wie Geklatsche und Gewoohe unterging. Auch mangelt es an Storytelling hinter den bewegten Bildern, wenngleich sie auch schön und synchron anzusehen sind. Zu dem hätte ein Programmheft die musikalische Präsenz hervorgehoben.

 Zwar können besonders Präzise Kritiker hier udnd a etwas zu bemängeln finden, aber bekanntlich soll man ja auch mal schweigen und das genießen, was man hat. © Bradley K. Goda

Zwar können besonders präzise Kritiker hier und a etwas zu bemängeln finden, aber bekanntlich soll man ja auch mal schweigen und das genießen, was man hat. © Bradley K. Goda

Es lädt definitiv zum mitträumen, mitschwelgen und mitfiebern ein – doch Videospielmusik sollte mehr Anerkennung in ihrer professionellen Umsetzung finden – vielleicht ist das auch nur die Popkultur heute, die das Verhalten der Fans prägt, aber – wenn ein besonders zartes, nur von den Streichern gespieltes musikalischen Übergangsthema erklingt, dann stört man das nicht mit Händen, Füßen und Kehlen. Aber vielleicht bin ich auch nur von der Alten Schule ;3

Wer also auch oder erneut in die fabelhafte musikalische Welt von Zelda und Link entführt werden will, sollte die zukünftigen Termine der Zelda Symphony im Auge behalten – denn es wird nicht das Letzte sein, was wir davon gehört haben.

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