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Leute die jeder Mercher kennt

Leute die jeder Mercher kennt

Jeder der Freunde hat, die in Bands spielen und schonmal unter sanftem Druck als Shirtverkäufer eingeteilt wurde kennt sie – die skurilsten Charaktere die einem am Merchstand unterkommen.

Der Schweigsame

Steht auf einmal da, deutet ohne große Umschweife auf das Shirt seiner Wahl und drückt dem Mercher gleichzeitig das Geld passend abgezählt in die Hand und verlässt den Stand so schnell wie möglich. Geübte Mercher schaffen es ihm eine verbale Größenangabe zu entlocken – meist jedoch ist es einfacher man schätzt und bietet gleich eine passende Größe an, damit er nur mit einem Nicken die Wahl bestätigen muss.

Der Entertainer

Er ist prinzipiell der Meinung, dass dem Mercher unfassbar fad ist und überlegt sich ein passendes Unterhaltungsprogramm, welches er mehrmals am Abend für den Mercher runterspult. Achtung liebe Mercher – mit geeigneter Taktik ist es möglich ihm mehrere Produkte zu verkaufen und ihn so zur Shoppingqueen zu machen, jedoch gibt es unter den Entertainern einen beachtlichen Prozentsatz der euch garantiert nichts abkaufen wird, weil der einzige Grund warum sie euch unterhalten die eigene Langeweile ist.

Der Unentschlossene

Achtung liebe Mercher – hier sind gute Nerven gefragt. Der Unentschlossene kommt mehrmals am Abend, probiert alle Shirts, Hoodies und Caps in allen Größen und Farben, fragt bei jedem nach deiner Meinung und kauft letztendlich doch nichts, weil er sich entscheiden kann.

Die Shoppingqueen

Die Shoppingqueen ist der Liebling jedes Merchers. Sie kommt, kauft Shirts in allen verfügbaren Designs, sämtliche Alben (sogar die erste Demo EP, von der noch 100 Kartons da sind, weil sich die Band bei der Bestellung damals eingebildet hat, dass 10.000 Exemplare locker weggehen, geht hier ohne Diskussion gleich mal direkt mit) und gibt dem Mercher im Anschluss sogar noch Trinkgeld für die gratis Sticker.

Das Groupie

Kreist während des Abends zwischen erster Reihe und Merchtresen in der Hoffnung auf ein Bandmitglied zu treffen und mit in den Tourbus oder den Backstage genommen zu werden. Kauft den ganzen Abend nichts, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Band nach dem Gig beim Merchstand vorbeischaut. Liebt es zu erwähnen, zu welchen Zeitpunkten es exklusiven Bandkontakt gab, und schickt dem Mercher bereits vor dem Konzerttag eine Freundschaftsanfrage auf Facebook, weil er von der Band irgendwo erwähnt oder verlinkt wurde. Auch wenn diese Kategorie als anstrengend gilt, und nur bei der Band selbst kauft, hat der Mercher hier gute Chancen einen Riss zu haben – ist die Band nicht verfügbar, nimmt das Groupie in der Not auch den Mercher.

Der Fan

Der Fan weiß einfach alles über die Band und kann dir Datum, Ort und Uhrzeit nennen zu denen er bereits in Kontakt mit der Band war. Im Gegensatz zum Groupie hat er keine sexuellen Avancen der Band gegenüber, ihm reicht ein Foto, eine kurze Unterhaltung mit der Band oder mit seinem Bier komplett deplatziert neben der Band stehen. Im Notfall gilt auch ein Plausch mit dem Mercher. Der Mercher kann hier den “ich-hänge-mit-der-Band-ab-Bonus” voll und ganz ausspielen, auch Zusatzverkäufe (es kann nie schaden, ein Bandshirt doppelt zu haben!) sind möglich, allerdings muss er damit rechnen spätestens am nächsten Tag eine Freundschaftsanfrage auf Facebook vom Fan zu bekommen.

Der Betrunkene

In seiner höchst kommunikativen Grundstimmung checkt der Betrunkene relativ schnell ab, dass der Mercher nicht wie der normale Konzertbesucher vor ihm flüchten kann und somit für seine Lebensthesen das ideale Publikum darstellt, da eine Flucht so gut wie ausgeschlossen werden kann. Vorzugsweise stellt (oder schüttet) er sein Bier auf die CDs im Papercover oder frisch aufgelegte Sticker. Ruhe bewahren – mit etwas Geschick kann man aus ihm eine Shoppingqueen machen, sofern man die immer wieder von vorne startenden Monologe erträgt.

Der Besserwisser

Mit seiner eigenen Band schafft er es zwar gerade mal zu einem Gig in Tante Gitti’s Würstelbude, aber er hat BWL studiert und kennt alle Tricks, alle Textillieferanten und auch er nützt die Gunst der Stunde und hängt gefühlte Stunden vor dem Merchtresen ab um dem Mercher und allen Leuten, die sonst noch da sind, die Welt zu erklären. Ähnlich wie der unentschlossene Gast wird er dem Mercher nichts abkaufen.

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