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Leyya – Spanish Disco

Leyya – Spanish Disco

Mann gegen Frau. Elektronikgedöns trifft fragilen Mezzosopran. Sophie vs. Marco. Das äußerst spannende Duo Leyya (Homepage) bringt ihr umjubeltes Debütalbum Spanish Disco ans Licht der Musikwelt.

Bereits ihre EP Drowning In Youth wirbelte einigen phonetischen Staub auf. FM4 Soundparkband des Monats, Indie Charts, deutsche Campus-Airplaycharts und auch iTunes kam nicht daran vorbei. Umso ungeduldiger wartete die Hörerschaft auf ihre Debüt CD, herausgebracht vom Wiener Indie-Label LasVegas Records, welches neben DAWA nun einen weiteren abgefeierten Newcomer im Roaster hat.

Mehr: Leyya – Drowning in Youth EP – Reingehört

Und die gespannte Erwartungshaltung der FM4 Gemeinde wurde nicht enttäuscht. Spanish Disco (der wohl missverständlichste Albumname ever) beinhaltet 13 Tracks inklusive der etwas schleppend daherkommenden Single Wolves. Die erinnert mit ihrem laschen Beat und der verträumten, schläfrig anmutenden Frauenstimme von Sängerin Sophie frappant an Portishead.

leyya-spanish-disco-cover

Leyyas Songs sind sehr durchdacht und in ihrer modernen elektro-affinen Kühlheit bestechend aufgeräumt. Sphärisch fragil wabert stets irgendwo ein Arpeggiator durch die Gegend, das Hallgerät im Studio kam wohl zu keiner Kaffeepause. Beats traben stetig mit und über allem thront Sophies zartes Stimmchen.

Der eigentliche Hit des Albums ist die zweite Singleauskopplung, Superego. Eine Hook, die sich im Gehörgang für eine halbe Ewigkeit verfängt, das Break an der richtigen Stelle gesetzt, ein steter Beat, der pulsierend den Song vorantreibt. Und Sophies zauberhafte Stimme.

Leyya – wohl das spannendste Projekt der letzten Monate! Kaum verwunderlich, dass sich Veranstalter um sie reißen. Sogar das heurige Frequency Festival kommt nicht ohne sie aus. Als Newcomer und noch dazu österreichischer Act eine überraschende Leistung!

Fast mehr Performance als Livekonzert präsentieren sich Leyya auf den Frequencies dieser Welt. So wird gänzlich auf den Laptop als musikalischen Hauptverantwortlichen verzichtet und ausschließlich mit Instrumenten und Gastmusikern das musikalische Geschehen bestritten. Der angespannt-entspannte Eindruck des Albums geht dadurch ein wenig verloren, die Elektronik tritt zwei Schritte zur Seite und gibt Raum für eine rockigere Variante von Leyya. Auch spannend, aber teilweise weit vom Album entfernt.

Fazit

Alles in allem haben Sophie und Marco seit ihrem Bestehen unglaublich viel richtig gemacht. Ihr Album klingt ausgesprochen vielversprechend und macht Lust auf viel mehr Layer von Leyya.

Leyya – Spanish Disco

Für Fans von: HVoB, Portishead
LasVegas Records (rough trade)
VÖ: 15.05.2015
Gesehen um €15,99

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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