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Madsen – Kompass

Madsen – Kompass

Seit über zehn Jahren ziehen die Gebrüder Madsen (Homepage) und ihr Gefährte Niko Maurer am Bass durch die musikalischen Gefilde Europas. Nach dem letzten großen Wurf Wo es beginnt setzt sich die Band neben ihrem medialen Einsatz für Flüchtlinge mit dem neuen Album Kompass wieder in Szene. Zwölf Tracks, produziert mit dem erfolgreichen Berliner Produzenten Moritz Ender, welcher für den musikalischen Feinschliff von Caspers Hinterland oder Kraftklubs Mit K sorgte, warten auf Liebhaber der deutschen Rockmusik. Grund genug, das gute Stück mal genauer zu betrachten.

Der erste Blick auf das Cover sorgt ein wenig für Verwirrung: Warum zum Teufel ist da ein Anker mit invertiertem Twitterlogo (das Vögelchen erinnert zumindest daran) über dem Albumname Kompass abgebildet? Okay, Subtilität hin oder her, aber was hat man sich dabei wohl gedacht!? Egal. Mal hören, wie das Ding so klingt.

madsen-kompass-cover

Passend zur (Albumcover) Thematik stürzen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes in die Fluten und bekommen in den ersten Sekunden des Albums gleich mal richtig rotzige Riffs auf die Ohren. Leider mit dem bitteren Beigeschmack diese Töne, quasi im gleichen Format, schon von den nicht gerade unbekannten Queens Of The Stoneage (No one knows damals mit Dave Grohl an den Drums) gehört zu haben. Auch die Gesangslinie, samt textlichen Inhalt strotzt mit dem Tiefgang eines Tretbootes.

Weiter im Programm kämpft man sich durch die musikalisch seichte Graue Welt, stolpert in Ich bin korrupt über kitschige Herz-Schmerz-Geschichten und sehnt sich eigentlich nur nach einen dieser kleine Lichtblicke einer verkorksten Platte. Diese tauchen wohl am ehesten im Chorus des Titelsongs Kompass, im theatralisch schwermütigen Leuchttürme oder in der feuerzeugschwingenden Poprock-Ballade Über die Berge (dort wo diese Platte auch wahrscheinlich hingehört). Abschließend holpert Unerreichbar über drei Minuten lang durch die Lautsprecher, bevor die Platte endgültig zum Stillstand kommt.

Fazit

Prinzipiell ist deutscher Indie-Poprock nicht jedermanns Sache, jedoch befindet sich Musik in deutscher Sprache zurzeit auf dem aufsteigenden Ast, dazu bedarf es nur einen Blick auf die heimischen Charts. Die Chance diesen Hype nachhaltig zu nutzen, haben die Jungs von Madsen mit Kompass gefühlsmäßig vertan. Irgendwie klingt jeder der zwölf Songs abgegriffen und schon mal gehört, da helfen auch keine hochglanzproduzierten HD-Musikvideos, um frischen Wind in die Sache zu bekommen. Resümierend lässt sich damit sagen, dass sich Kompass musikalisch in keinster Weise in Riege vergangener Alben wie Madsen, Labyrinth oder Wo es beginnt einreiht. Sorry Jungs, aber das geht besser!

Madsen – Kompass

Für Fans von: Fotos, Sportfreunde Stiller
Four Music (Sony Music)
VÖ: 14.08.2015
Gesehen um € 9,99
3punkte-cd-review_neu

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