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Man Overboard – B72 Wien

Man Overboard – B72 Wien

Am Donnerstag, den 16.04.2015 wurde im B72 in Wien die Mission „DEFEND POPPUNK“ in Angriff genommen. Mit Man Overboard, Roam und Moose Blood wurden gleich drei Schwergewichte eines Genres, das langsam aber sicher in Vergessenheit zu geraten scheint, in den Ring geschickt. Dass Poppunk noch lebt und mehr kann als Pizza und Skateboarden, wurde an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis gestellt, aber alles der Reihe nach.

Jeder Anfang ist schwer

Motiviert wie ein kleiner Welpe, der seinem eigenen Schwanz nachjagt, düsten wir nach Wien ins B72. Doch schon bei der Ankunft gab’s den ersten Dämpfer. Der Einlass war erst um 20:00 Uhr und nicht, wie auf Facebook zu lesen war, bereits um 19:00 Uhr. Darum noch mal schnell zurück zum Auto und siehe da, natürlich ein Ticket bekommen da wir zwei!!! Minuten ohne Parkschein geparkt haben. Danke für nichts, ihr miesen Hundesöhne von Polizisten!

Der Schock, der schnell mit Bier verdaut wurde, lies nach und wir freuten uns auf einen guten Abend mit der Aussicht auf coolen Merch von Man Overboard (Facebook), den wir vorab auf ihrer Homepage in den Fokus genommen haben. Als wir dann endlich ins B72 durften, mussten wir zu allem Überfluss zur Kenntnis nehmen, dass Man Overboard den Großteil ihrer Produkte natürlich nicht mit auf Tour hatten und dass Hostage Calm, auf die ich mich sehr gefreut habe, von Moose Blood (Facebook) ersetzt wurden – Wenn’s läuft, dann…

Defend Poppunk

Als Roam (Facebook) den Abend musikalisch eröffneten, war aller Ärger rasch verflogen. Die Jungs aus UK haben in rund 30 Minuten genau das getan was man sich von einem perfekten Opener erhofft, nämlich überrascht und die Menge angeheizt. Schon beim ersten Song war das Publikum am Start und das B72 hat getanzt und frenetisch gejubelt.

Die entstandene Energie hat sich auch bei Frontmann Alex bemerkbar gemacht, der sich beim zweiten Song die Nase blutig gehauen hat. Nachdem er von einer Zuschauerin ein Tampon für sein Näschen bekam, wurde weitergemacht und zu Songs abgefeiert, die 90 Prozent der Zuseher wohl zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal gehört haben. Roam haben sich mit Sicherheit einen neuen Fan Kreis erspielt und waren für mich die heimlichen Sieger des Abends.

Zur zweiten Vorband, Moose Blood, bleibt mir nicht so viel zu sagen. Hier lass ich lieber kurz und prägnant meine Handynotizen sprechen: Klingt wie Poppunk, schaut aus wie Indie – Sänger denkt sicher, dass er voll kreativ ist und die Welt verbessern will – warum trägt der die Gitarre so hoch wie mein Opa seine Hose? – Is eigentlich eh ganz ok zum Anhören, ich geh trotzdem lieber rauchen.

The Reason I Came

Um 22:30 war es dann endlich Zeit für Man Overboard, die empfangen wurden wie Götter und das völlig zu Recht. Denn was in der nächsten Stunde aufs Parkett gelegt wurde, war eine Machtdemonstration und das erhoffte Ausrufezeichen, dass Poppunk eben noch lange nicht tot ist.

Gesanglich und musikalisch einwandfrei blieben keine Songwünsche unerfüllt. Von Dead End Dreams über Love Your Friends, Die Laughing bis zu How To Hide Your Feelings – alles, was gut und bekannt ist, wurde auch zum Besten gegeben. Ein wenig schade war aber, dass kaum mit dem Publikum gesprochen wurde. Man beschränkte sich auf drei kurze Ansagen, die mehr oder weniger kreativ, Wien Tribut zollten.

Ohne das typische „Von der Bühne geh-Spiel“ wurden zwei Zugaben gegeben unter denen sich natürlich ihr Hit Where I Left You wiederfand. Wien stand Kopf und sogar meine Beine verloren ihre Bodenhaftung und ließen mich springen wie zuletzt vor fünf Jahren bei Blink-182 in Wiesen.

Mehr: Man Overboard – Passing Ends EP – Review

Mission erflogreich durchgeführt

Es war ein wahrlich guter Abend, an dem Man Overboard und vor allem Roam eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Retter des Poppunks sind und wir uns noch keine Sorgen um die Zukunft dieses Genres machen müssen. Da wir leider keine Fotos vom Konzert für euch haben, vertrösten wir euch hier mit dem neuen Video von David Hasselhoff. Warum? Weil er auf einem Dino reitet und Nazis kaputtmacht!

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