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Margos Spuren – Filmkritik

Margos Spuren – Filmkritik

Nach „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ wird erneut ein Roman von John Green auf die große Leinwand gebracht: Regisseur Jake Schreier nimmt sich mit Margos Spuren der Story rund um Freundschaft, Liebe, Vertrauen und der Sehnsucht nach Freiheit an und verwandelt sie in ein amüsantes, wenngleich leider nicht sehr tiefgründiges Kinoabenteuer.

Für Quentin (Nat Wolff) gibt es nur ein Mädchen, für das er alles tun würde: Margo (Cara Delevingne). Seit ihrer Kindheit kennen sich die beiden Teenager, Quentin ist allerdings ein eher schüchterner und extrovertierter junger Mann, Margo wird als die geheimnisvolle Unberechenbare an der Schule bewundert. Als Margo eines Nachts in Quentins Schlafzimmer auftaucht, um ihn zum Komplizen ihres Racheplans an ihrem Ex-Freund zu machen, erleben die beiden eine unglaubliche Nacht, Quentins Traum scheint in Erfüllung gegangen zu sein. Am nächsten Morgen ist Margo allerdings spurlos verschwunden – oder nur scheinbar spurlos: Sie hat Quentin Hinweise hinterlassen, wie dieser sie finden kann. Gemeinsam mit seinen Freunden macht sich Quentin zu einer Reise quer durch die USA auf, um Margos Spuren zu folgen – und um sich schlussendlich selbst zu finden.

Regisseur Jake Schreier inszeniert die Geschichte eines Jungen, der auf der Suche nach dem Mädchen, in das er sich verliebt hat, über sich hinauswächst und sein Leben in Frage zu stellen beginnt, bewusst unkitschig und teilweise sehr witzig, allerdings fehlt dem ganzen Film eine gewisse tiefergehende Ebene. Die Gefühle der pubertierenden Hauptdarsteller kommen zwar ganz klar zum Vorschein, die üblichen Reibereien unter Jugendlichen bleiben nicht aus und die Kulisse ist teils traumhaft eingefangen, allerdings wird man das ungute Gefühl nicht los, in einer Neuauflage von Jack Kerouacs „On the road“ festzustecken – und das, ohne den amerikanischen „Freigeist“ zu spüren. Die Geschichte zieht sich schleppend voran, bereits vor der Hälfte des Films sehnt man das Ende herbei; die Reise, die aus Teenies junge Erwachsene formt, gestaltet sich relativ unspektakulär. Und obwohl die Schauspieler wirklich merklich ihr Bestes geben, um der Umsetzung der Romanvorlage von John Green gerecht zu werden, bleibt die erwartete Tiefgründigkeit auf der Strecke – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das britische Topmodel Cara Delevingne verkörpert die unabhängige und unberechenbare Margo, die durch ihr rätselhaftes Verschwinden für Spekulationen sorgt und ihrem Freund Quentin durch das Hinterlassen von Spuren, die zu ihrem Aufenthaltsort führen sollen, die Möglichkeit gibt, sein bisheriges und zukünftiges Leben zu hinterfragen. Cara Delevingne inszeniert Margo wirklich gekonnt, ebenso wie Nat Wolff den schüchternen und sehr bodenständigen Quentin einwandfrei darstellt. Beide werden im Laufe des Films ihre eigenen Wachstumsphasen durchlaufen und erkennen, dass das Leben sich nicht so einfach planen lässt.

Margos Spuren hätte sicher ein sehr anspruchsvoller Film rund um Freundschaft, Liebe, gesellschaftliche Normen und die Schwierigkeit, erwachsen zu werden, werden können, allerdings wird die Botschaft der Story doch etwas langweilig umgesetzt. Teilweise glänzt die Verfilmung durch hervorragende Szenen, die im Gedächtnis bleiben, und besonders das Ende des Films ist wirklich überraschend gut gelungen, aber es bleibt der schale Nachgeschmack, dass hier eindeutig Potential verschenkt worden ist.

MARGOS SPUREN

Kinostart: 31. Juli 2015
Genre: Abenteuer, Drama
Regisseur: Jake Schreier
Cast: Cara Delevingne, Nat Wolff
Land: USA
Dauer: 109 Minuten
Filmverleih: 20th Century Fox
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Für Fans von: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

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