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Mario Party 10 im Test

Mario Party 10 im Test

Entwickler Nd Cube und Publisher Nintendo laden seit dem 20.03.15 auf der Wii U zur gepflogenen Klempnerparty mit Mario Party 10 (Homepage). Es wird somit wieder fleißig gewürfelt, gezogen, Sterne gesammelt und vor allem: Minispiele gespielt.

Wir haben uns für euch ins Nintendo-Nachtleben gestürzt und finden raus, ob diese Formel überhaupt noch jemand hinter dem Ofen hervorlockt, oder ob ihr hier auf „nicht teilnehmen“ klicken könnt.

Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen

Wie schon im Vorgänger Mario Party 9 (Wii) besteht der Party-Modus des Spiels daraus, gemeinsam mit seinen Mitspielern in einem Auto über das Spielbrett zu ziehen, und sich auf unterschiedlichste Arten Sterne zu verdienen.

Hier ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, die begehrten Himmelskörper in seinen Besitz zu bringen: Einige Sterne sind auf dem Spielbrett verteilt, und können aufgehoben werden, indem man einfach durch sie hindurch fährt. Oder aber man verdient welche in Minispielen.

Trotz Sternen kein Mercedes: In solchen Karossen kurvt ihr durch die Level.

Trotz Sternen kein Mercedes: In solchen Karossen kurvt ihr durch die Level. ©Nintendo

Hier begegnet uns allerdings ein ungewohntes Problem in Mario Party 10 – im Gegensatz zu den früheren Teilen findet nicht mehr am Ende jeder Runde ein Minispiel statt. Nur wenn wir auf dafür vorgesehenen Minispielfeldern landen, blüht uns der heiß ersehnte Battle im Kleinformat.

Dies führt dazu, dass wir uns viel zu oft auf  unser Würfelglück verlassen müssen, ohne durch Spielgeschick den Sieg, beziehungsweise den Stern, davonzutragen. Wir können zwar leicht Einfluss durch spezielle Items auf unser Würfelglück nehmen, allerdings ist das vernachlässigbar. Und auch schon bekannt.

Es tut so gut, böse zu sein

Es gibt also überhaupt nichts Neues? Oh doch, gibt es! Die größte Neuerung bei Mario Party 10 ist der neuen Bowser Modes, auf den wir doch sehr gespannt waren. Hier übernimmt ein Spieler am Gamepad den Erzfeind aller Marioanhänger und begibt sich auf die Jagd nach den übrigen vier Spielern.

Das Spielziel ist hier etwas anders: Anstatt gegeneinander Sterne zu suchen, beginnt hier ein Kampf ums nackte Überleben. Jedes Mal, wenn Bowser aka Spieler No. 5 die Partypartie einholt, beginnt ein Minispiel. Wird ein Spieler in diesem getroffen, verliert er ebenfalls eines von insgesamt sechs Leben. Fällt die Energieleiste dann auf Null, so bedeutet das fürs Erste das Spielende für den Unglücksraben. Doch ist nicht jegliche Hoffnung verloren, denn er kann auf einem der seltenen Herzfeldern wiederbelebt werden.

Wer wollte nicht schon immer Mal seine Freunde feuerspeiend durch die Gegend hetzen? ©Nintendo

Wer wollte nicht schon immer Mal seine Freunde feuerspeiend durch die Gegend hetzen? ©Nintendo

Aber auch hier bleiben Mankos leider nicht aus: von etwa 10 gespielten Runden haben wir mit Bowser nur zweimal verloren, und diese beiden Male auch immer auf demselben Spielbrett.

Dieser Spielmodus gibt Bowser einfach viel zu viele Vorteile, da es absolut problemlos möglich ist, die Kontrahenten in so gut wie jeder Runde einzuholen, und die Minispiele zu leicht für den Gamepad-Spieler sind. Wird hier mit kommenden Updates noch für etwas mehr Balancing gesorgt, so könnte mit dem Bowser Mode auch langfristig wirklich Stimmung aufkommen.

Spielen mit Puppen

Dann wären da noch Nintendos NFC-fähige Figuren, die sogenannten Amiibos. Während sie in Amerika im am laufenden Band ausverkauft sind, müssen wir uns wohl noch etwas an das Konzept der haptischen und doch digitalen Spielfiguren gewöhnen.

In Mario Party 10 jedenfalls gibt es für Besitzer der kleinen Helden zum Anfassen einen exklusiven Spielmodus, der prinzipiell an die alten Nintendo-64-Teile erinnert.

Ganz in Anlehnung an reale Brettspiele präsentiert sich der Amiibo-Party-Modus im Spielzeuglook. ©Nintendo

Ganz in Anlehnung an reale Brettspiele präsentiert sich der Amiibo-Party-Modus im Spielzeuglook. ©Nintendo

Unabhängig von den anderen Spielern können wir uns auf dem Brett bewegen, Münzen Sammeln und uns davon Sterne kaufen, die den Spielausgang entscheiden.

Leider wurden hier die Spielbretter sehr, sehr stark an ihre realen Vorbilder angelehnt, was dazu führt, dass wir uns auf „aufregenden“ Formen wie Quadrat oder Kreis durch die Gegend gejagt haben.

Alea iacta est – der Würfel ist gefallen

Am Ende bleibt uns leider nur ein zwar hübscher, spielerisch aber etwas lauwarmer zehnter Teil der beliebten Minispielreihe. Wir hatten beim Testen unseren Spaß, abendfüllende Unterhaltung wie bei Mario Kart 8 oder Super Smash Bros. wird man hier leider nicht finden. Liebhaber von Solospielereien können Mario Party 10 sowieso getrost links liegen lassen, da es ohne Mitspieler einfach zu wenig Inhalt bietet.

Wenn man aber selbst nach den besseren Spielen Wii Party U oder Rabbids Land noch nicht genug von Minispielsammlungen hat, kann man aber getrost zugreifen, da es mit knapp 35 Euro beinahe im Budget-Bereich angesiedelt ist. Die Minispiele machen Spaß, die Spielbretter sind kreativ, und trotz aller Balancingprobleme ist auch der Bowser Modus unterhaltsam.

Wir sind hauptsächlich enttäuscht, da mehr in Mario Party 10 steckt, als letztendlich genutzt wurde. So wirkt alles etwas undurchdacht und lieblos. Die Minispiele nutzen das Gamepad mit seinem zweiten Bildschirm zwar auf kreative Arten und Weisen, da es aber beinahe unmöglich ist, als Bowser zu verlieren, leidet auch hier der Spielspaß.

Hätte man sich hier noch etwas mehr den Kopf zerbrochen, wie man das 4 vs. 1 Konzept fairer umsetzen könnte, hätte Mario Party 10 das Potenzial zum modernen Klassiker gehabt. So bleibt es ein etwas unbefriedigendes und stellenweise frustrierendes Spielerlebnis, das trotz allem in kleinen Dosen gut unterhält. Deshalb von uns 6 von 10 Gamerpunkten.

Mario Party 10

Releasedate: 20.03.2015
Plattform: Wii U
Genre: Partyspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nd Cube
Ungefähre Spieldauer: 8 Stunden
Für Fans von: Wii Party U, Rabbids Land, Mario Party 9
USK: ab 7 Jahren
Preis: gesehen um 34,99 Euro

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