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Mario Tennis: Ultra Smash im Test

Mario Tennis: Ultra Smash im Test

Nintendo muss sich oft nachsagen lassen, dass sie bloß immer wieder dieselben Titel veröffentlichen, stets nur schon mal Dagewesenes wieder aufwärmen. Kritik, die nicht gänzlich unverständlich ist, allerdings ignoriert sie gern die Vielfalt von Spielen die sich inzwischen allein unter dem Mariobanner angesammelt hat. Mario Tennis: Ultra Smash ist aus diesem Grund auch nicht einfach ein neues Mario – sondern eben ein neues Mario Tennis. Tatsächlich ist es sogar erst der siebte eigenständige Teil seiner (seit Mitte der Neunziger laufenden) Reihe und, wenn man die Wii Portierung des Ablegers für den Gamecube ignoriert, das erste Mario Tennis für eine Heimkonsole seit zehn Jahren. Bleibt die Frage – Ist Mario Tennis: Ultra Smash die glorreiche Rückkehr des Champs oder doch nur eine uninspirierte Wiederholung?

Mega-Modi-Auswahl?

Startet man das Game, wird man gleich von einigen offensichtlichen Neuerungen in Form der vorhandenen Spielmodi begrüßt. Die primäre Art zu sich die Bälle um die Ohren zu schlagen stellt der Mega-Wettkampf dar – eine im Grunde normale Partie Tennis, bei der jedoch immer wieder Mega-Pilze auf den Platz geworfen werden, welche die Charaktere zu riesigen Versionen ihrer selbst und ein Verfehlen des Balls beinahe unmöglich werden lassen. Nettes Detail hierbei: Landet man mit dem Ball einen Körpertreffer, gewinnt man nicht nur den jeweiligen Ballwechsel, sondern lässt seinen Gegenüber auch auf die ursprüngliche Größe zurückschrumpfen. Wie sich das für ein Mario-Spiel gehört.

Alternativ zu diesem Modus, der ebenso wie alle weiteren sowohl Solo als auch im Doppel gespielt werden kann, gibt es auch den Mega-Ballwechsel, indem es der Ball ist, welcher überdimensionale Ausmaße annimmt. Ziel hierbei ist jedoch nicht ein rascher Punktegewinn, sondern das genaue Gegenteil, denn während der Ball mit jedem Schlag schrumpft, gilt es ihn so lange wie möglich im Spiel zu halten.

  Mario Tennis: Ultra Smash

Die K.O. Herausforderung erweist sich schließlich als Mix aus Arcade- und Survivalmodus. Immer mehr und mehr Gegner muss man in einem Mega-Wettkampf bezwingen, um die längste Siegesserie und nebenbei auch noch einige der freischaltbaren Inhalte zu erlangen.

Der klassische Modus schließlich hält genau das was er verspricht: Simplen Tennisspaß, frei von Mega-Pilzen.

Eine mehr als beachtliche Auswahl, die vom exzellentem Multiplayer Off- wie auch Online komplettiert wird, doch ist man mit früheren Titeln der Reihe vertraut, kann man nicht anders, als Modi wie Ring Shot oder diverse Minispiele zu vermissen. Ist ihre Abwesenheit aber lediglich bedauerlich, so ist das vollständige Fehlen von Turnieren die größte Schwachstelle der neuesten Auflage dieses Klassikers. Bleibt nur die Hoffnung, dass diese Funktion, wie schon bei Super Smash Bros., zu einem späteren Zeitpunkt mittels eines Updates ergänzt wird.

Alles bleibt anders

Stürzt man sich schließlich in ein Match, fühlt man sich gleich wie Zuhause. Was keineswegs negativ ist, denn niemand will, dass sich eine Fortsetzung plötzlich wie ein komplett anderes Spiel verhält. Der Teufel liegt jedoch im Detail und dort macht er bei Mario Tennis: Ultra Smash einen großen Unterschied.

Im klassischen Modus hat man die Wahl zwischen zwei Varianten des Gameplays: Der Schlichten, die sich am ehesten mit Mario Tennis für das Nintendo 64 vergleichen lässt, und die durch Mario Tennis Open (3DS) etablierte Version, in der farbkodierte Glücksschläge und ihre Auswirkungen auf den Gegner das Spiel bestimmen. Auf den ersten Blick scheint die zweite Herangehensweise auch die einsteigerfreundlichere zu sein, wird hier doch quasi vorgegeben welchen Schlag es einzusetzen gilt, während man im Fall der ersten Option ganz auf sich allein gestellt ist. Tatsächlich sind die Glücksschläge jedoch nie die einzige und oft nicht einmal die beste Art den Ball zurückzuschicken. Auch hier gilt es sich mit schnellen Reaktionen (unterstützt von der sehr präzisen Steuerung, ausschließlich mit Gamepad, Pro Controller und waagrechter Wiimote – Motion Controls sucht man hier vergebens) sofort zu entscheiden wie man am besten kontert.

Mario Tennis: Ultra Smash

Die große Neuerung in Sachen Gameplay stellen hierbei nun die Titel spendenden Ultra Smash Schläge dar. Das Prinzip ist gleich dem der Glücksschläge. Ein funkelnder Indikator lässt einen wissen, dass ein Ultra Smash möglich ist. Steht man zur rechten Zeit am rechten Fleck, ist der folgende Schlag so stark, dass er beinahe ein garantierter Punktegewinn ist. Anders als Glücksschläge, sind Ultra Smash auch in jedem der Modi aktiv.

Weniger auffallend, aber langfristig sehr stark ins Gewicht fallend sind ein paar kleinere Änderungen, wie die Ergänzungen von Sprungangriffen und insbesondere die geringere Wahrscheinlichkeit, dass ein Ball ins Aus fliegt oder man beim Aufschlag einen Fehler macht. Kam dies in der Vergangenheit noch mit einer gewissen Regelmäßigkeit vor, kann man nun Stunden an Spielzeit ansammeln und beidem nie begegnen. Eine Entwicklung, die dem Spielfluss nur gut tut, da sie weitaus längere Ballwechsel fördert.

Auf spielerischer Ebene garantiert Mario Tennis: Ultra Smash, dank perfekter Steuerung und einer ganzen Menge an Möglichkeiten, wieder endlose Stunden voller Vergnügen. Schade ist lediglich, dass in einem Titel, der sich in Punkto Gameplay als Best-of der Reihe darstellt, die Power Shots des Gamecubeablegers nicht einmal optional verfügbar sind. Wem diese in Mario Tennis Open schon gefehlt haben, der wird erneut enttäuscht.

So schön wie nie zuvor

Optisch ist Mario Tennis: Ultra Smash ein kleines Schmankerl. Noch nie sah die Tennisschlacht so gut aus. Es ist nach Jahren mit PS3, Xbox 360 und ihren Nachfolgern leicht zu vergessen, dass dies immerhin das erste mal ist, dass ein Ableger des Mario Spin-offs in HD erscheint. Gestochen scharf und vor allem mit satten Farben lässt Nintendo hier keine Wünsche offen und zeigt wieder einmal, dass der richtige Stil und die richtige Präsentation einen rasch darüber hinwegsehen lassen, dass man es mit dem technisch schwächsten System der aktuellen Konsolengeneration zu tun hat.

Gleichzeitig ermöglicht die WiiU allerdings ein paar Features, die es auf anderen Systemen nicht geben würde. Zum einen unterstützt natürlich auch dieser hauseigene Titel Nintendos ausgewählte Amiibofiguren, wobei die Nutzung der Figuren in diesem Fall vergleichbar ist mit jener aus Super Smash Bros.. Wer also dort bereits Spaß damit hatte seine Figuren zu trainieren, der sollte auch hier mehr als zufrieden sein. Alle die hingegen auf alternative Kostüme, zusätzliche Plätze (wobei das Spiel durchaus bereits eine große Auswahl, teils freischaltbarer Tennisplätze mit sich bringt) und andere Extras gehofft haben, gehen diesmal leer aus.

Mario Tennis: Ultra Smash

Ein unscheinbares Highlight ist schließlich die Nutzung des Gamepads. Ist der zweite Bildschirm bei vielen Spielen nur ein unnötiges Extra (und oft nicht einmal das), ist er bei Mario Tennis: Ultra Smash der Held des lokalen Multiplayers. Das Spiel erlaubt unterschiedliche Darstellungen des Geschehens auf TV und Gamepad. Während manche dieser Optionen nett sind, sind sie kaum mehr als ein Gimmick, im Multiplayer bekommen jedoch beide Spieler die Möglichkeit das Geschehen in Blickrichtung ihrer Figur zu betrachten, egal wie oft es zum Seitenwechsel kommt. Es klingt nach einer Kleinigkeit, wird für viele jedoch zweifellos die neue bevorzugte Art zu spielen werden. Die Optimierung des Mehrspielervergnügens ist ein Bereich in dem das Gamepad mit am meisten Potential hat, was die klugen Köpfe bei Nintendo zumindest diesmal wieder berücksichtigt haben.

Fazit

Mario Tennis: Ultra Smash bietet das, was Fans der Reihe erwarten. Dank multiplayerfreundlichem Einsatz des Gamepads, Amiibosupport und vor allem der Option sich auch online miteinander zu messen gibt es auch für alteingesessene Tennishasen einiges neues zu entdecken und der Spielspaß ist auch längerfristig garantiert. Einzig das Fehlen einiger Features enttäuscht und schwankt von bedauerlich (Power Shots, Minigames) zu absolut unverständlich (Turniere). Den Fun-Faktor mindert das allerdings nicht und das Gameplay ist auch im neuesten Teil einfach ein Riesenspaß, mit Freunden noch viel mehr als alleine. Wer sich also einfach mal wieder auf den Tennisplatz wagen will, der kann beim schönsten Mario Tennis aller Zeiten bedenkenlos zugreifen. Man wird es garantiert nicht bereuen.

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Release Date: 20.11.2015

Plattform: WiiU

Genre: Sport, Party

Publisher: Nintendo

Entwickler: Camelot

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