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Mortal Kombat X im Test

Mortal Kombat X im Test

Mortal Kombat gilt als der brutalste der brutalen Schlägern im Beat’em up-Ring – mit Mortal Kombat X (Homepage) geht’s für den blutrünstigen Franchise-Riesen nun in Runde Zehn. Dabei knüpfen die Entwickler NetherRealm Studios direkt an die Ereignisse des 2009 erschienenen Vorgängers an.

Zusammen mit Warner Bros. Interactive Entertainment versprechen sie nun ein noch härteres und gnadenloseres Prügel- und Metzelvergnügen – wir haben uns die Finger wund gespielt, und unser Blut mit dem der Pixelkämpfer für euch vermischt.

Ein markerschütterndes Erbe

Zwar ist Mortal Kombat für seine unerbittliche Inszenierung im Kampfgeschehen bekannt – doch die Entwicklern ließen sich auch dieses Mal nicht nehmen, auch mit der Story etwas handfestes zu bieten. Nachdem sich im Laufe der Reihe der Tiefgang der anfangs sehr bemühten Erzählung verlor, fassten die Entwickler im neunten Ableger die ersten drei Teile neu zusammen. An diesem in 2011 erschienenen Mortal Kombat (Xbox 360, PS3,PS Vita) knüpft nun Nummer Zehn an.

Altbekannte Gesichter, wie Raiden und Scorpion, empfangen uns auf ihre gewohnte herzliche Art und Weise. Auch eine neue, mindestens ebenso blutlüsternde Generation an Draufgängern, will von uns in den unbarmherzigen Kampf geführt werden. Vor allem das sehr gegensätzliche Paar Ferra/Torr hat es uns hierbei angetan. Aber Mortal Kombat schreckt auch nicht vor Familienbande zurück. So lässt sich neben der Veteranin Sonya Blade ihre gleicherweise schlagkräftige Tochter Cassie Cage spielen.

Alte Hasen, wie Johnny Cage und Scorpion, erfreuen unsere blutigen Fan-Herzen. ©Warner Bros. Interactive Entertainment

Alte Hasen, wie Johnny Cage und Scorpion, erfreuen unsere blutigen Fan-Herzen. ©Warner Bros. Interactive Entertainment

Es erreicht schon eine ganz andere Stufe der Beklemmung, wenn auch beispielsweise Jax seiner Tochter Jacqui Briggs das Rückgrat mit besonders viel Leichtigkeit bricht – vor allem als wir uns dabei ertappten, Spaß an der makabren Familienfehde zu haben.

Natürlich sind wir den Neulingen anfangs noch misstrauisch gegenüber, und einige Kampf-Gespielen aus den Vorgänger-Games fehlen uns. Allerdings machen das ein Greisen-Liun Kang und Johnny Cage auch wieder wett – irgendwie empfinden wir Respekt dafür, dass sie sich  trotz ihres ihnen deutlich anzusehenden hohen Alters (wahrscheinlich) ein letztes Mal in den Ring trauen.

Zusammen und allein gegen den Rest der Welt

Die wohl größte Neuerung finden sich in den verschiedenen Spielmodi selbst. Bereits nachdem wir zum ersten Mal das Spiel starteten, müssen wir uns für eine von fünf Fraktionen entscheiden:

Lin Kuei – Nur die stärksten erhalten das Recht sich Lin Kuei zu nennen, Sie werden von Ihrem Großmeister Sub-Zero angeführt.
White Lotus – Ein geheimer Orden, gegründet vom Donnergott Raiden, als auch den Shaolin mit und mitunter sehr beliebt unter allen Martial-Arts Kämpfern.
Brotherhood of Shadow – Eine skrupellose Organisation, welche dem gefallenen Alt Gott Shinnok die Treue geschworen hat.
Special Forces – Gegründet um die vereinigten Staaten vor den gefährlichsten Feinden zu beschützen.
Black Dragon – kriminell, gesucht und sie wollen die Welt brennen sehen. Alle Mitglieder der Organisation stehen bei den Special Forces auf der Abschussliste.

Jedem Spieler seine Fraktion. ©Warner Bros. Interactive Entertainment

Jedem Spieler seine Fraktion. ©Warner Bros. Interactive Entertainment

Der sogenannte Fraction War läuft als Meta-Game im Hintergrund ab. Alles, was wir und andere Spieler Online tun, wird mit Punkten für ihre Fraktion verrechnet. Am Ende jeder Woche werden die Punktezahlen aller Fraktionen zusammengezählt und ein Sieger wird gekürt. Als Belohnung winken MK-Münzen (Koins) und Erfahrungspunkte. Ersteres kann man natürlich in der Krypta ausgeben, um Gräber zu schänden und den Inhalt an sich zu reißen. Dabei winken neue Kostüme, Fatalities Brutalities und mehr.

Der Einzelspieler-Onlinemodus Living Towers wartet zu dem mit regelmäßigen Updates auf und stellt so eine immer wieder neue Herausforderung dar. In den altbewährten Modi wie Test Your Luck and Test Your Might fühlen wir uns außerdem wie Zuhause. Auch der Arcade Turm und Survivor-Turm halten jede Menge Spaß für unsere wirbelnden Pixelfäuste bereit. Zufällige Veränderungen im Kampf, als auch täglich wechselnde Tasks und Content sorgt dafür, dass wir im Blutrausch bleiben.

Brutal, fatal und niemals genug

Nun kommen wir zum Herzstück von Mortal Kombat: die wunderschön-schauerlich umgesetzten Kämpfe – knackende Knochen, berstende Kiefer und auch etwas Blut. Doch bevor wir uns gegenseitig Verkloppen, können wir für jeden Charakter eine von drei Subclasses auswählen, sowie im 2003 erschienenen Ableger Mortal Kombat: Deadly Alliance (2003). Leider können wir diese Charaktermodifikationen im Kampf nicht wechseln, was der ganzen Sache jedoch keinen Abbruch tut, und ein abwechslungsreiches Gameplay versiert unterstützt.

Die Steuerung unterscheidet sich kaum zum Reboot aus 2011. Das Die Kampfmechanismen bleiben bei Würfen, Tritten und Schlägen. Ohne viel Mühe allerdings können wir anhand der Schultertasten zu einem fatalen X-Ray-Move ansetzen, sobald die dafür benötigte Leiste voll ist. Dabei erhalten wir tiefe Einsicht in den Körper und seine Anatomie – und was so alles brechen kann. Lediglich die Fatalities am Ende der Finalrunde übertreffen die X-Ray-Moves an Wahnwitz und Gewaltdarstellung. Und wir mögen es.

Im Kampfgetümmel sind starke Nerven und ein ebenso starker Magen von Vorteil.  ©Warner Bros. Interactive

Im Kampfgetümmel sind starke Nerven und ein ebenso starker Magen von Vorteil. ©Warner Bros. Interactive

Außerdem sind wir den Entwicklern unendlich Dankbar, dass sie die Brutalities aus Ultimate Mortal Kombat 3 (1995) wieder aufleben lassen: Anstatt nur umfassende Kombos zu merken, müssen wir während der Runde auch noch bestimmte Achievements erfüllen, wie beispielweise während des gesamten Kampfes kein einziges Mal die Block-Taste zu verwenden oder den Gegner in die Nüsse zu treffen.

Dann folgt während den letzten Atemzügen des Widersachers die gewohnte Fatality-Combo. Besonders blutige und außergewöhnlich abschreckende Dinge, von denen wir gar nicht wussten, dass sie mit dem Körper passieren können, sind die Belohnung für diesen Aufwand.

Freischalten können wir diese fatalen und brutalen Finisher, indem wir sie am Ende des Matchs am hilflosen Gegner anwenden oder in der Krypt freispielen. Dort bewegen wir uns in Ego-Perspektive fort und können bei Grabsteinen die Gräber gegen erspielte Koins schänden. Ob der Loot dann totaler Schrott ist, oder ein heiß begehrter Brutality, bleibt dem Glück überlassen.

Fazit

Mortal Kombat X verbindet angenehm Alt und Neu. Die Steuerung hat sich zwar kaum verändert, jedoch laufen die Kämpfe flüssiger mit konstanten 60 Frames. Grafisch leider etwas weniger Top, vorallem in den Cutscenes kommen etwas lau daher und für die aktuellen Konsolengenerationen (getestet auf der Xbox One) wirkt die Visualisierung etwas altbacken.

Dennoch hat uns das Gesamtkonzept überzeugt: Die Atmosphäre und der Kampfspaß bleiben unangefochten – insofern man es auch etwas derber mag. Die regelmäßigen Updates im Einzelspieler-Onlinemodus und die unzähligen freizuspielenden Inhalte sorgen für konstant-ungekünstelten Spielspaß.

Es kommt hinzu, dass Liebhaber der mobilen Games eine kostenlose Version von Mortal Kombat X im App-Store laden können. Alles was ihr dort erspielt, trägt zu einem plattformübergreifenden Öko-System bei –  also mit der App können Inhalte auf dem Hauptspiel freigeschalten werden, und umgekehrt. Achievement-Jäger sollten in Mortal Kombat X  also einen Nerdgasm nahe kommen.

Außerdem stehen auch schon die ersten DLCs in den Startlöchern und warten nur darauf, das morbide Spielerlebnis zu erweitern. Ab dem 05. Mai 205 erwartet euch beispielsweise der wassertriefende Jason Vorhees aus Freitag, der 13. als downloadbaren Content. Wenn er in diesem Spiel nicht seinen Meister findet, dann wissen wir auch nicht… denn wir haben ihn gefunden – deshalb 9 von 10 Gamerpunkten von uns für ein schauerlich-schönes Mortal Kombat X.

Mortal Kombat X

Releasedate: 14. April 2015
Plattform: PS4, PS3, Xbox One, Xbox 60, PC
Genre: Beat’em up
Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
Entwickler: NetherRealm Studios
Für Fans von: Mortal Kombat oder jedes andere Beat’em up – nur blurünstiger
PEGI: ab 18 Jahren
Preis: gesehen um 63,90 Euro

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