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Need for Speed im Test

Need for Speed im Test

Der richtige Online Speed

“Das Wichtigste sind unsere Fans”, beschließen Electronic Arts zusammen mit den Entwicklern Ghost Games und starten mit Need for Speed einen Reboot des erfolgreichen Franchise. Der neueste Teil bringt somit einen Hauch von Klassik mit, wie etwa aus Need for Speed Underground. Mit Fokus auf Tuning, Fahrstils und eine offene Welt startet Need for Speed auf der Next Gen durch. Doch bleibt es dabei auf der richtigen Spur oder bekommt man bei der einen oder anderen Stelle doch einen kleinen Gruß vom Getriebe?

Need_for_speed_review_pic2Auf den Straßen von Ventura Bay

Need for Speed ist ganz klar eines der wohl bekanntesten und beliebtesten Rennspiel Franchises. In den letzten Jahren sind unzählige Spiele erschienen und fesselten zahlreiche Fans offline aber auch online vor den Bildschirmen. Keine Frage, dass man dabei nicht nur an kommende Generationen von Spielern, aber auch Konsolen denkt, sondern ab und zu auch einen kritischen Blick zurück wirft. Dadurch wird vielleicht das ein oder andere brauchbare Konzept wiederentdeckt. Das daraus resultierende Ergebnis ist ganz klar: Need for Speed

Willkommen in Ventura Bay

Die „packende“ Story erweckt bei uns gleich zu Beginn eine Art Déjà-vu. Als talentierter, unbekannter Strassenrennfahrer finden wir unseren Weg nach Ventura Bay. Hier werden unsere Talente kurzerhand von Spike, einem Mitglied der illegalen Strassenrennszene, entdeckt und er beschließt, nett wie er ist, uns in die selbige Einzuführen. Dort bekommen wir nicht nur unser erstes Auto, nein es gelingt uns ebenso rasch eine Crew zu finden, die uns aufnimmt und für diverse Rennen weiterempfiehlt. So gewinnen wir nach und nach mehr Ansehen und machen uns einen Namen in der Szene. Na, bei wem klingelt’s? Von innovativer und fesselnder Story kann also zweifelsfrei nicht die Rede sein.

Optiktuning vom Feinsten

Etwas besser sieht es allerdings bei der Optik aus. Die Entwickler haben hier reife Leistung erbracht. Ganz oben auf der Liste: Die Verschmelzung aus Filmaufnahmen und Videospiel. Sämtliches Filmmaterial, das in den diversen Zwischenszenen gezeigt wird, um die Story voranzutreiben, zeigt die Erlebnisse unseres Protagonisten aus der Egoperspektive. Dabei verfolgen wir reale Schauspieler auf ihrem Weg durch die Kulissen und werden quasi Teil der Geschichte. Dabei entdecken wir aber auch immer wieder virtuelle Objekte, wie z.B. unseren persönlich getuned und optisch angepassten Wagen, im Hintergrund. Hut ab für diese Leistung.

Need_for_speed_review_pic3Fistbump mit Amy

Aber umso filmtechnisch begeistert wir von den einzelnen Szenen sind, umso größer war unsere Enttäuschung über die Inhalte dieser. Wie zuvor schon erwähnt sind wir im Hinblick der auf Story nicht gerade auf einem Begeisterungstrip. Umso weniger überraschend spiegelt sich diese Tatsache in den Filmszenen wider, denn auch die Szenen wiederholen sich in gewisser Art und Weise wieder. Zusammengefasst besteht eine klassische Sequenz nämlich aus folgenden Elementen: Begrüßung der Crewmitglieder, Diskussion über zukünftige Rennen, Verarschen der Crewmitglieder und ganz wichtig, der Fistbump am Ende.

Was ist dein Rennstil?

Eine Neuerung im Gegensatz zu den Vorgängern ist das Ergattern von Ruhm und Ehre in Form von Respektpunkten (RP). Diese bekommt man in Need for Speed nämlich nicht nur durch erfolgreiche Rennabschlüsse und Platzierungen, sondern auch auf fünf weitere Arten:

Speed, Style, Schrauber, Crew und Outlaw. Sagt euch nichts? Kein Problem, denn dafür sind wir ja da. Ob nun während eines Rennens oder außerhalb im Open World Fahrspaß, unsere Fahrkünste werden stets bewertet und einer der fünf Kategorien zugeordnet. So bekommen wir z.B. Speedpunkte bei Erreichen von Höchstgeschwindigkeiten, Outlaw wenn wir nebenbei noch einen Laternenmast zerstören und Schrauber weil wir das ganze unter durchgehender Verwendung von Nitro tun. Man sieht also, jede Tat hat eine Konsequenz, in diesem Fall meist immer positiv.

Negativ fallen wir nur auf wenn uns die Polizei dabei erwischt oder wir gar in unserem eifrigen Übermut eine Delle in ihr Lieblingsfahrzeug machen. Dann gilt es, schnell das Weite suchen und auch dafür fleißig RP bekommen.

Ohne Moos nichts los

Haben wir dann genug RP gesammelt oder die richtigen Rennen erledigt schalten wir neue Tuningteile für unser Fahrzeug frei. In der Garage können wir dann all unsere Vorlieben und unser Auto nicht nur optisch, sondern auch unter der Motorhaube ausleben. Dabei greifen wir nicht nur auf die Tuningteil zurück, sondern können über einen Schiebebalken zahlreiche Fahrzeugeigenschaften anpassen.

Need_for_speed_review_pic4Tuning vom Feinsten

Aber auch in der Open World können wir Fahrzeugteile, die in Kisten auf der Ladefläche von Fahrzeugen zu finden sind, frei nach dem Motto „Das ist vom Laster gefallen“ für unser Gefährt freischalten. Zusätzliche Sammelobjekte, wie Aussichtspunkte oder Positionen, an denen wir mit unserem Auto Donutringe fahren sollen, gibt es auch in der Open World.

Den richtigen Gegner finden

Gerade im Einzelspieler stellt man ziemlich schnell fest: Die KI der vermeintlichen Gegner hat wohl ihren Führerschein beim Lotto gewonnen. Ein Highlight, das wir an dieser Stelle erwähnen möchten, ist der spontane 90° Hacken gegen die Bande. Warum und wie die KI auf die Idee kommt bei 180 km/h die Leitplanken zu küssen, ist und bleibt uns ein Rätsel, es kommt aber dennoch gelegentlich zu diesen Situationen bei denen wir uns einfach nur an den Kopf greifen.

Auch finden geübte Spieler den momentanen Schwierigkeitsgrad der KI eher zu einfach, denn es kommt vor, dass die KI einfach langsamer wird, sobald der Abstand zu uns zu hoch wird, oder das bei Rennen mit unserer Crew die Mitglieder eher das Weite suchen. Da bleibt man doch lieber bei echten Gegnern.

Need for Speed Online

Da Need for Speed eine permanente Internetverbindung erfordert, sollte es somit eigentlich kein Problem sein andere Spieler zu finden. Allerdings stellte sich das gemeinsame Spielen als nächste Herausforderung heraus. Eine Option für die Einladung zu einem Rennen an fremde Mitspieler auf seinem Server oder gar an Freunde aus der Freundsliste sucht man vergebens. Gemeinsame Rennen können nur dann gestartet werden, wenn sich die Spieler zeitgleich beim Startpunkt eines Rennens einfinden und dieses dann auch noch zeitgleich Starten. Warum man ein Rennen nicht einfach per Selektion starten kann und beliebige Freunde oder Serverkollegen einladen kann, verstehen wir allerdings nicht.

Zur besseren Organisation wurde somit eine Party auf der heimischen Konsole gegründet und die diversen Freunde, zwecks besserer Koordinierung, zum gleichzeitigen Start des Rennens hinzugefügt. Kaum haben sich beide vermeintlich am ausgemachten Treffpunkt eingefunden, musste man feststellen, dass der Mitspieler doch auf einem anderen Server ist. Eine Einladung zum Wechsel auf den eigenen Server kann zwar gesendet werden, wenn aber gerade alle möglichen Plätze durch Spieler belegt sind ist dies auch nicht möglich. Ärgerlich. Es empfiehlt sich daher, seine Freunde bereits im Hauptmenü zu einer Crew zusammenzufassen um sicherzustellen, dass alle nachher am gleichen Server landen.

Fazit

Trotz Fokus auf den „Need for Speed“ der Spieler werden auch im neuesten Teil sicherlich nicht alle Wünsche der Fanbase erfüllt. Die einzelnen Rennen machen zwar genauso Spaß wie eh und je (die KI lassen wir hier jetzt mal Außen vor) und auch optisch braucht sich Need for Speed sicherlich nicht verstecken. Denn grafisch begeistern uns die Filmsequenzen und Spielanimationen allemal und bei den zahlreichen Fahrzeugen, den optischen, so wie fahrzeugspezifischen Tuningmöglichkeiten und dem Feintuning, lacht das Racer-Herz in uns richtig auf. Umso unverständlicher ist uns die eher schlecht geratene Storyline (ok, wer erwartet hier bei einem Rennspiel schon etwas anderes) und die schlechte KI. Genauso im Widerspruch steht die permanente Onlineverbindung und die Odyssee gemeinsam mit Freunden zocken zu können. All dies sind Punkte, die es einfach nicht geben sollte. Trotzdem sehen wir den ersten großen Patches hoffnungsvoll entgegen und rechnen damit, dass der heimische Platz in den Regalen dadurch verdient bleibt.

7punkte
Release Date
: 05.11.2015
Plattform: PC, PlayStation 4, Xbox One
Genre: Rennspiel
Publisher: Electronic Arts

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