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Reingezapped und zugehört – diesmal: Bundesvision-Song-Contest

Reingezapped und zugehört – diesmal: Bundesvision-Song-Contest

Ich bin bekennender TV-Junkie. Und ich liebe Musik. Beides in Kombination ist noch besser. Klingt nach einer guten Kolumne, oder? Was sich also in Sachen Musiksendungen in der deutschsprachigen Musiklandschaft so tut, das erfahrt ihr hier von mir!

Das Sommerloch hat auch vor den Musiksendengen nicht haltgemacht und so war in den letzten Wochen (abgesehen von einer völlig grottigen Neuauflage des Casting-Oldies Popstars auf RTL2) nichts wirklich Sehenswertes mit dabei.

Bundesvision-neuDas erste Highlight seit langem war die zehnte Auflage von Stefan Raabs Bundesvision Songcontest. Am Beginn noch als Gegenveranstaltung zum Eurovision Songcontest gedacht, hatte der BuViSoCo immer das Bestreben, deutschsprachige Musik nach vorne zu bringen und Nachwuchskünstler bekannt zu machen. Mittlerweile haben es sich aber auch etablierte Musik-Acts nicht nehmen lassen, teilzunehmen und wer die größte Fan-Base hat, der gewinnt meist (leider) auch. Dass dieses Abstimmungsverfahren nicht wirklich fair ist, konnte man auch in diesem Jahr wieder sehen.

Gewinner Mark Forster hatte bei Weitem nicht die beste Performance des Abends, aber er ist halt seit Au Revoir ständig in den Charts und die anruffreudigen jungen Mädels hatte er mit einem charmanten Lächeln auf jeden Fall auf seiner Seite. Ich mag ihn als Künstler ja eigentlich gerne, aber das was er da mit Bauch und Kopf abgeliefert hat, war einfach nur laaaaangweilig…

 

Mich haben in diesem Jahr eher die unbekannteren Acts positiv überrascht! DIE Neuentdeckung schlechthin war für mich PerDu. Die Musikrichtung? Irgendwas zwischen Deutschpop, Rock, Elektro und Hip Hop aber vor allem irre eingängig! Die sollte man sich unbedingt merken! Die Damen des Abends hingegen waren (mit Ausnahme von Namika) alle eher fad. Da fand man alte Bekannte wie Jeanette Biedermann (ui, die ist alt geworden, denkt sich mein böses Ich) oder Yvonne Catterfeld in neuem Gewand, doch außer der Gefahr, Einzuschlafen, blieb da nicht viel hängen. Carolin von Glasperlenspiel zeigte sich auch nicht gerade von ihrer besten Seite, der Song war für ihre eigentlich ganz gute Stimme einfach viel zu tief.

Ein wahres Highlight jedoch waren die Donots. Neben Ferris MC und Vorjahresgewinner Revolverheld, die mit Refugees Welcome-Shirts gegen die aktuelle politische Situation protestierten, hielt Sänger Ingo mitten im Song eine flammende Rede gegen Rechts. Der Song war auch ein Brett und somit war am Ende der mehr als verdiente Platz Zwei drin!

Der wahre Star des Abends war allerdings Stefan Raab. In den Einspielern vor den Acts zeigte der TV-Tausendsassa nochmal, was für ein genialer Musiker und Komiker er ist! Ob AC/DC-Cover oder an den 80er Jahre E-Drums: Er kann’s einfach! Der einzige, der sich mit Raab gemeinsam so richtig zum Vollhorst gemacht hat, war dann auch Klaas Heufer-Umlauft. Nach seiner Performance als Elvis-Imitator, kann man eines auf jeden Fall sagen: Der King lebt! Leider waren die kurzen Clips dann auch der unterhaltsamste Part des Abends.

Nachdem sich der Abstimmungsprozess dann auch noch ewig gezogen hat und eh der gewonnen hat, von dem man sich’s erwartet hat, hab ich mit dem Gefühl ausgeschalten, dass von dem ganzen Spektakel wohl nicht viel bleibt, außer der Erkenntnis, das Stefan Raab nach seinem Abschied von der TV-Landschaft wohl wirklich fehlen wird. Hoffen wir, dass er uns zumindest musikalisch noch ein wenig erhalten bleiben wird.

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