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ROIA – Prototype Of A Heart

ROIA – Prototype Of A Heart

Der melancholische, partiell verhangene, dann wieder kräftig aufklarende Klangirrgarten von ROIA lässt sich wohl am besten als urbaner Indie-Pop umschreiben.

Dieser Aussage auf der Homepage der Band ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Seit dem Jahr 2000 entwickelt das Trio, bestehend aus Nina Hochrainer, Dorian Wimmer und Paul Hochrainer, einen ganz eigenen Musikstil. Um das Ganze auch live zu verwirklichen, gesellen sich bei Konzerten noch vier weitere Musiker dazu. Wie so oft würde man nicht erwarten, dass diese Art von Musik in heimischen Proberäumen entstehen kann. Doch wie so viele andere österreichische Bands beweisen auch die Salzburger das Gegenteil.

In Zurückgezogenheit und verschanzt im Studio entstand das Debütalbum Cute Litte Fear (2006), gefolgt von Suitcase Affair (2013). Mit Prototype Of A Heart präsentieren ROIA – was sich aus dem Persischen mit „Traum“ übersetzen lässt – also bereits ihr drittes Album.

ROIA Prototype of a Heart Cover

Darauf geht es mal düsterer zu wie bei Instant Love and Junk Mood oder Wings, gleich darauf wird aber federleicht weitergemacht mit How Time Lies. Auch Songs wie Following Signs and Traces beginnen scheinbar schwerelos, nehmen dann aber eine unaufhaltsame Wendung Richtung Abgrund. Der musikalische Pool, aus dem sich ROIA bedienen, ist unfassbar groß. Von flirrenden Techno- und Elektrosounds, über Akustik- und Elektrogitarren, Trompeten, R’n’B-Rhythmen bis hin zu Popelementen und Streichern ist alles dabei. Dabei auch immer die hohe und zaghafte Stimme von Nina Hochrainer, die stellenweise stark an Julia Stone erinnert, gepaart mit jener von Dorian Wimmer.

Man muss schon sagen, der Sound den ROIA erzeugen ist durchaus speziell und in diesem Zusammenhang passt die Übersetzung des Bandnamens wie die Faust aufs Auge. Man taucht in traumsphärische Sequenzen ein, die mal ruhiger, mal aufgeregter sind. An manchen Stellen wirken die Songs sehr lang gezogen und psychodelisch, ohne dass man immer den richtigen Zugang findet. Zeitweilig beschleicht einen auch ein gewisses „too much“-Gefühl, wenn einfach innerhalb eines der insgesamt zwölf Songs zu viele Elemente aufeinandertreffen.

Fazit

Bei Prototype Of A Heart weiß man nie so ganz, was als Nächstes passieren kann, was die Angelegenheit natürlich umso spannender und interessanter macht. Diese Sprünge sind aber oftmals schwer nachvollziehbar. Bei jedem Mal hören entdeckt man neue und raffinierte Arrangements, die bis ins Detail durchdacht sind. Die Band habe diesmal aber auch bewusst mehr Spontanität zugelassen, erklärt Paul Hochrainer, der als musikalisches Mastermind und zugleich Produzent fungiert, zum Album. Ob man das mag, oder nicht, ist und bleibt Geschmackssache, trotzdem solle jedem ans Herz gelegt werden das Album öfter als einmal zu hören.

ROIA – Prototype of a heart

Für Fans von: Interpol, Arcade Fire
Paul Hochrainer Loon-Records
VÖ: 15.05.2015
Gesehen um € 8,99

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