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Smalltalk mit Musikern – diesmal: Change Over

Smalltalk mit Musikern – diesmal: Change Over

Deine Kumpels faseln dauernd von ihren Bandgeschichten und du nickst und lächelst freundlich, obwohl du keinen Plan hast, von was die reden? Das muss nicht sein! Wir von enemy.at nehmen ein paar Begriffe aus der obskuren Welt der Musik unter die Lupe und peppen dein Wissen auf.

Unser heutiger Begriff „Change Over“

….also nach dieser Band spielt noch mal Change Over für 30 Minuten, aber dann kommt endlich der Headliner auf die Bühne!

Sollte dir diese oder ähnliche Aussagen bekannt vorkommen, dann solltest du die nächsten Zeilen ganz genau durchlesen.

Change Over ist (außer in seltensten Ausnahmen) keine Band! Würde es eine (ernsthafte) Band namens Change Over geben, würde ­diese pro Tag duzende Shows zumeist zur selben Zeit rund um den Globus spielen. Das wäre sogar mit einer Zeitmaschine recht mühsam. Apropos; die meisten Konzerte pro Jahr gab mit unfassbaren 727 gespielten Konzerten das Kurorchester Bad Kissingen, Deutschland (ca. 2 pro Tag).

Zurück zum Thema! Nachdem wir nun wissen, dass Change Over keine Band ist (außer ein paar Scherzkekse nennen sich so) wird es Zeit für eine Begriffsklärung: Change Over bedeutet zu deutsch so viel wie Umbaupause (ist auch keine Band, aber ein Lied von Die Ärzte, Anm.) und bedeutet für den Musiker und Veranstalter Stress pur. Die Theorie besagt, dass in der für den Change Over anberaumten Zeit, in der Regel 20 bis 30 Minuten, das Schlagzeug, die Backline (siehe letzter Beitrag) für Gitarre und Bass umgebaut oder modifiziert und inklusive Gesang auf Funktion und Klang (Line- oder Soundcheck; Erklärung folgt) geprüft wird. 

Change Over in der Praxis

In Praxis sieht das meist so aus: Die erste Band überzieht um fünf Minuten – das heißt fünf Minuten weniger Zeit für Change Over. Die zweite Band hetzt auf die Bühne, um schnellstmöglich umzubauen, kurz eine zu rauchen, noch schnell ein Bier zu exen, vielleicht noch eine zu Rauchen und sich (bei Bedarf) auf die Show einzuschwören.

Meist ist man dann sogar noch fünf Minuten schneller fertig als gedacht, lässt sich aber dennoch Zeit, um fünf Minuten zu spät auf die Bühne zu kommen um ein, zwei Songs zu streichen, die die Fans zwar hören, aber die Band nicht spielen mag – damit das gemeine Fußvolk nach der Show fleißig beim Merchandise Stand (Erklärung folgt) einkauft. Gewieft oder?

Soviel zum Begriff Change Over. Im nächsten Beitrag bringen wir ein wenig Licht hinter die Begriffe Line- und Soundcheck!

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