Support mit Sahnehäubchen

Helene List 19. Februar 2015 0

Nachdem sich mein 3DS nach einem kleinen Unfall nicht mehr einschalten ließ, kontaktierte ich panisch den Nintendo-Support. Hier mein Bericht, wie ich ungewollt auf Reisen ging, meinen Nintendo 3DS zu retten. Oder zumindest die darauf gespeicherten Daten.

In den Überfall involviert waren mein Nintendo 3DS und ein Becher Schlagobers, der am Heimweg vom Einkaufen mal so zum Spaß über meinen unschuldigen Handhelden herfiel. Um größeren Schaden zu verhindern, dass die Platine oxidiert, schraubte ich diesen vorsichtig auf und reinigte den 3DS notdürftig. Doch das Sahne-Trauma war schon zu groß.

Achtung: Generell gilt die Garantie für den 3DS bis 12 Monate nach Erwerb des Gerätes. Unter die Garantie fallen Fehler vonseiten des Herstellers, nicht aber Fehler, die durch eigenes Verschulden der Privatpersonen entstanden sind. Sollte ein Produktfehler entdeckt werden, muss das Gerät binnen 30 Tagen, nachdem Nintendo kontaktiert wurde, eingeschickt werden. Nintendo entscheidet dann, ob das Gerät einfach nur repariert, oder komplett ersetzt wird.

Da die Konsole schon älter war und ich sie einem Freund abgekauft hatte, fiel das bei der Garantie so und so nicht mehr ins Gewicht. Als ich ihn nach einem Tag Trocknungszeit wieder zusammengesetzt habe, hat er sich nicht mehr einschalten lassen. Nachdem das Gerät also nicht mehr zu retten war, hieß es ab in den Store meiner Wahl, bye bye Geld und Hallo neuer Nintendo 3DS XL!

Er fühlte sich gut an in meinen Händen. Trotzdem schöner Mist.  Denn es kommt ja schließlich auch aufs Innenleben an – meine Spielstände, meine Kontakte – was war nun damit? Konnte ich sie selbst noch retten oder irgendwie übertragen oder wars das?

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Schlagobers happens… © Helene List

Datenübertragung leicht gemacht

Um die Daten zu übertragen, muss man natürlich wissen, wo sie gespeichert werden! Spielstände zu übertragen ist keine Kunst- einfach die SD-Karte von der einen in die andre Konsole stecken und weiter gehts! Schwierig wird das Ganze bei den sozialen Kontakten, wie etwa Streetpass- und Freundescode-Daten, diese sind nämlich ans Gerät gekoppelt. Indem man Freundescodes von Freunden auf der eigenen Konsole registriert, kann man übers Internet mit ihnen zusammen Spiele spielen. Streetpass ist eine Drahtlos-Funktion, die Daten von Spielen und Apps zwischen eingeschalteten Konsolen austauscht. Es ist schon möglich, die Streetpass- und Freundescode-Daten selbst von einem auf ein anderes Gerät zu übertragen, dazu müssen aber beide intakt sein. Und mein 3Ds war das ja leider nicht mehr…

Erworbene Spiele aus dem e-shop kann man ganz einfach und kostenfrei übers Internet auf das neue Gerät herunterladen. Dafür muss man sich auf dem Gerät einfach nur mit seiner Nintendo ID im e-shop einloggen. Die ID ist sozusagen der persönliche Nintendo-Account, den man auch mittels Karten ähnlich wie bei einem Pre-Paid Handy mit Geld aufladen kann. Mit diesem Geld kann man dann weitere Spieletitel im e-shop erwerben. Bereits digital erworbene Spieltitel sind außerdem damit verknüpft und lassen sich so immer wieder neu installieren.

Mein Problem fängt beim Log-in der ID auf dem neuen 3DS an: Ich habe mein Passwort vergessen und aus irgendeinem Grund kann ich auch kein neues über die Homepage anfordern. Jede ID kann auch nur auf einer Konsole verwendet werden, d.h., ich kann mit einer ID keine zwei Konsolen betreiben. Fest steht aber, dass ich eine ID hatte, sonst hätte ich keine Titel aus dem e-shop herunter laden können. Etwas ratlos rufe ich also den Nintendo-Support an.

Ring Ring Ring, Nintendo-Phone!

Der Nintendo-Support am Telefon ist sehr freundlich und motiviert, doch weiterhelfen können sie mir bei meinem Schlagobers-Dilemma aber nicht. Sie raten mir das Formular, genannt Service-Auftrag, von der Homepage auszudrucken, es auszufüllen und beide Geräte zur Datenübertragung einzuschicken. Wichtig ist, dass man die SD-Karte aus der Konsole entfernt, bevor man sie einschickt! Die Speicherdaten könnten verloren gehen! Gleichzeitig informiert mich das Support-Team, dass sie nicht versprechen können, dass die Daten von dem beschädigten Gerät gerettet werden können. Auf gut Glück verpacke ich die kaputte und die neue Konsole und schicke sie zusammen mit dem Formular per Post in die Reparatur.

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Das Telefongespräch mit dem Nintendo-Support verlief problemlos. © Helene List

Die Sache mit der Kommunikation

Sobald das Paket ankommt, erhält man eine E-Mail. Reparaturen, die unter die Garantie fallen, werden binnen einer Woche erledigt. Sollten Kosten bei der Reparatur anfallen, erhält man per Post einen Kostenvoranschlag.

Ich warte und checke regelmäßig meinen Briefkasten. Sieben Tage später erhalte ich eine E-Mail mit einer Tracking-Nummer und der Info, dass mein Paket Richtung Heimat unterwegs ist. Was jetzt genau gemacht wurde und ob die Daten gerettet werden konnten weiß ich immer noch nicht.

Zusätzlich kann ich das Paket auch nach zwei Tagen immer noch nicht mit der Tracking-Nummer finden und fange echt an mir Sorgen zu machen. Ich schreibe noch einmal das Support-Team an. Weitere zwei Tage später bekomme ich die Antwort! Das Paket habe sich noch im Haus befunden und ab morgen kann ich es verfolgen. Und so war es dann auch.

Suprise! Suprise!

Nur einen Tag nachdem ich die Antwort auf meine vorherige Mail zur Tracking-Nummer erhalten habe, bekomme ich auch schon mein Paket. Da es von Nintendo angeboten wird, haben sie den alten 3DS auf Wunsch für mich entsorgt, also war nur mein neuer 3DS XL im Retourpaket. Als ich ihn einschalte, denk ich zuerst, dass das Service-Team gar nichts am neuen DS gemacht hat, denn ich muss die ganzen Einstellungen vornehmen, die man bei einem neuen Gerät so vornehmen muss. Doch sobald ich den Home-Screen erblicke, kommt die Erleichterung. Das Service-Team hat meine ID wiederhergestellt und alle runtergeladenen Games sind wieder da.

Der einzige Wermutstropfen: Die Streetpassdaten samt Freundescodes, die ans Gerät gekoppelt sind, konnten nicht gerettet werden. Mir hat das Herz sehr geblutet, weil ich doch viel mit dem 3DS herumgereist bin und viele Erinnerungen an den Daten hingen.

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Aber bitte mit Sahne! © Helene List

Fazit

Bei einer großen Firma wie Nintendo kann man zwei Tage Wartezeit auf eine Antwort denk ich schon wegstecken. Was mich persönlich nervös gemacht hat, war, dass ich bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Paket geöffnet habe, nicht gewusst habe, was genau das Support-Team gemacht hat. Eine kurze Rückmeldung, ob und welche Daten gerettet werden konnten, hätte mir die Unruhe genommen.

Es wird empfohlen, das Paket versichert abzuschicken, was ich auch getan habe. Die Retourkosten werden komplett von Nintendo übernommen. Wenn man vom Datenverlust und der Ungewissheit, was genau jetzt gemacht wurde, absieht, war ich mit dem Service aber sehr zufrieden. Vor allem die Mitarbeiter vom Service-Telefon waren sehr bemüht, mir bei meinem Problem weiterzuhelfen.

Sollten also Probleme mit euren Nintendo-Produkten haben, fürchtet nicht! Das Nintendo-Team steht euch mit Rat und Tat zur Seite! Und wer weiß, vielleicht überlegt sich Nintendo ja, ob sie die Daten, die sonst ans Gerät gekoppelt sind, in Zukunft nicht doch über die ID in einer Cloud abspeichern wollen. Zumindest die permanente Bedrohung an Datenverlust durch Schlagobers wäre durch diesen Fortschritt einigermaßen gebannt. 😉

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