Home   /   Interviews  /  Musik  /   The Charles im Interview

The Charles im Interview

The Charles im Interview

Die Münchner Jungband The Charles verbindet Rock’n Roll mit feinsten Blues- und Jazzelementen und hofft während ihrer geplanten Tournee 2016 auch einmal in Wien spielen zu können. Ich habe mich mit drei der vier Jungs auf ein Bier in München getroffen, ihnen ein paar Fragen gestellt und mit ihnen über Vorbilder, Träume, die besten Bars und die letzte Investition am Monatsende geplaudert. Sie verrieten mir, wie sie sich von der Schulband The Morning After zu The Charles entwickelten und wie sie mit ihrem neuen Sänger Xavier Darcy, der auch solo unterwegs ist, das Set für das erste gemeinsame Konzert in nur zwei Wochen auf die Beine stellten.

Dem Traum einmal im Red Rocks oder der Royal Albert Hall in London spielen zu können kommen sie mit höchster Ambition, viel Freude und Motivation sicher immer ein Stück näher. Auf musikalischer Ebene lassen sie sich mittlerweile mit den Münchner Bands The Whiskey Foundation und The Capitols vergleichen – und das auch zu Recht! Wir freuen uns auf die Ergebnisse ihres weiteren Tatendrangs und besonders auf ihr neues Album Hoodoo, welches Anfang nächsten Jahres releast wird.

Hallo Konna, Maxim und Emi! Schön, dass ihr Zeit gefunden habt und wir ein bisschen quatschen können. Euer Album Hoodoo wird ja demnächst released. Weiß man schon wann und wo das geschehen wird und was hat euch auf den Namen Hoodoo gebracht?
Leider ist unser Deal mit dem Clap-Club geplatzt und wir werden den vorhergesehenen Termin im Dezember nicht wahrnehmen können. Jetzt schauen wir gerade aber wir denken Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres werden wir unser Album das erste mal komplett vorspielen. In erster Linie ist es ein ganz stumpfer Rock’n Roll Song und ähnlich sind auch die Lyrcis. Also ganz tief muss man da nicht in die Trickkiste greifen. „The Music gots me like a Hoodoo“ ist im Grunde eine Metapher zu unserem Verhältnis mit der Rock’n Roll Musik. Es war unser erster Song im Set und der, der uns sofort wach gekriegt hat, wenn wir ihn gespielt haben.

Wie sieht das bei euch mit dem Texteschreiben aus? Ihr habt ja seit einem Jahr einen nicht unbekannten Sänger an der Front? Schreibt meistens Xavier oder ihr alle zusammen?
Also songtechnisch, was die Arrangements angeht, also Gesang, Drums und Gitarre, da schreiben wir alle immer zu viert zusammen. Konstant alles. Natürlich hat einer ’ne Idee und dann macht der Nächste das und sagt: „Oh das kommt geil, lass mal das drauf spielen“. Und dann singt Xavier ’ne Gesangsline und alle denken sich wow! Aber in erste Linie schreiben wir alle zusammen. Ich erinnere mich noch an die Zeiten, wo wir mit Xavier das erste mal gejamt haben, das war plötzlich Led Zeppelin, Pink Floyd, The Who. Wenn einer mit ’nem fertigen Song in die Probe kommt, dann wird der komplett auseinandergenommen und komplett neu wieder zusammengebastelt. Wenn wir ein Drift spielen, also instrumental gesehen, dann kommt Xavier und hat meistens das letzte Wort zu sagen.

Woher kommt der Name The Charles? Vielleicht was mit der Kultbar von Charles Schuhmanns zu tun? Eure Stammbar?
Stammbar…  schön wär’s! (lachen) Wir gehen gelegentlich ins Schuhmanns und die letzten 12€ Ende des Monats werden auch dort genau in einen Drink investiert. Ein Kollege meinte mal, er geht jetzt ins Schuhmanns und dann dachten wir an Charles Schuhmann und dachten „The Charles“. Das war der Name, der uns auf Anhieb irgendwie allen gefallen hat. Außerdem mögen wir irgendwie die Assoziation mit Charles Bukowski und Ray Charles und Prince Charles natürlich. (lacht)

Wie habt ihr euch eigentlich gefunden?
Wir waren eigentlich ’ne Gruppe aus Jungs, die sich aus der Nachbarschaft kannten. Da waren wir zwischen 15 und 17. Wir haben alle Instrumente gespielt, bis wir irgendwann angefangen haben, gemeinsam Musik zu machen. Wir waren aber eher drauf aus Scheiße zu bauen und nicht gute Musik zu machen. Das hat sich zum Glück sehr geändert.

 

Wo war euer erstes Konzert?
Das war in ’ner Dorfkneipe „Bernds Bienenstock“ hieß die, außerhalb von München. Da sind alle rausgegangen, weil’s zu laut war. Mit Xavier wars das erste Mal beim Winterfest der Muffathalle, da haben wir im Ampere gespielt und trotz großem Bangen mit neuem Sänger und ob es gut ankommt war es komplett ausverkauft und alle waren begeistert.

Habt ihr ein Mittel gegen Lampenfieber? Trinken? Meditieren?
Früher haben wir Einen getrunken aber das lassen wir jetzt lieber. Eigentlich sind wir ziemlich ruhig.

Hättet ihr euch das je träumen lassen, dass ihr doch einen gewissen Bekanntheitsstatus, bisweilen eher local, aber dennoch, genießen könnt?
Gerechnet nicht, aber träumen vielleicht. Das erste Konzert mit Xavier hat uns so viel gutes Feedback gebracht, dass wir uns dachten, jetzt dürfen wir nicht aufhören, sondern müssen erst so richtig Gas geben. Anfangs träumten wir erst mal auf einer Bühne zu spielen, jetzt träumen wir davon, auf einer riesen Bühne zu spielen.

Auf welcher Bühne würdet ihr gerne mal stehen?
Red Rocks in Colorado wäre der reine Wahnsinn! Unsere lieben Kollegen von der Whiskey Foundation haben kürzlich im Olympiastadion in Berlin als Support für ACDC gespielt, das wäre natürlich auch mal was. Die Londoner Royal Orbit Hall zählen wir glaub ich auch einstimmig zu den schönsten Hallen der Welt.

Zum Abschluss Tipps von Münchnern für Wiener?
Für guten Jazz und Jamsessions kann ich nur den Jazzclub Unterfahrt oder die Bar Vogler empfehlen. Für geile Rock’n Roll Musik ist es halt schwer hier in München, deshalb hab ich den HipHop Club Crux für mich entdeckt. Gar nicht wegen der Musik wegen, sondern weil ich die Atmosphäre da ziemlich cool finde. Die Schwabinger Rennbahn ist noch immer eine unserer Lieblingsbars, da haben wir schon so fast alles erlebt was man erleben kann. Obwohl wir heute fast sagen da gehen wir nur noch hin wenns nötig ist (lachen).

Kurz und knapp: Eure musikalisch bevorzugten Stilrichtungen?
Rock, Jazz, Funk und Blues, das ist eigentlich auch unsere Musik.

Euer Zielpublikum?
Durch die Bank. Von ganz jungen bis hin zu älteren Menschen, die uns sagen „Wow, ih rerinnert mich an meine Jugend.“

Schade, dass euer Frontmann heute keine Zeit hatte. Kurz noch ein paar Worte zu ihm?
Wir haben mit Xavier jemanden vorne stehen, der mit seiner Fransenjacke auf der Bühne rumhampelt wie ein wild gewordener Kanarienvogel auf Kokain. Manchmal steh ich da und denk ich werd gleich erschlagen. Sieht aber immer cool aus, so Ozzy Osbourne mäßig. Es gibt zwei Seiten von Xavier. Einmal hat er seine Solo-Darcy-Seite, auf der seriösen Schiene – übrigens tolle Musik! Und dann hat er uns, mit denen er mal ein paar Gläschen Wein trinkt und in den Ansagen manchmal unsere Namen verwechselt. Im Endeffekt wollen wir alle auf der Bühne Spaß haben, dann sehen wir in den Augen der Menschen, dass es ihnen gefällt und das ist das beste Gefühl der Welt und der ultimative Kick.

Konzerte von The Charles finden unter anderem im Ampere, im Strom, in der Muffathalle oder in der Milla in München statt. Anhören und live sehen lohnt sich sehr!

Home   /   Interviews  /  Musik  /   The Charles im Interview

Tags

Related Article