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The Crew im Test

The Crew im Test

Am 2. Dezember 2014 erschien nach langem Warten endlich The Crew (Homepage) im Handel. Mit diesem actionreichen Rennspiel will sich der Puplisher Ubisoft Entertainment mit der Hilfe des Entwicklers Ivory Tower einen Namen im Bereich der Sport-Rennspiele machen. Und dafür haben sie sich einiges überlegt.

Die Betonung liegt dabei auf einiges, denn mit diesem Spiel liegt euch die ganze USA zu Füßen – oder besser gesagt unter den Rädern. Alle größeren Städte wie New York und Los Angeles wurden detailgetreu nachgestellt. Von den fahrbaren Untersätzen ganz zu schweigen. Wir berichten euch hier von unserer Spritztour auf der Route 66 – quer durch Amerika.

Aus Liebe zum Gefährt

Bevor wir uns auf die lange Reise begeben, muss zuerst ein fahrbarer Untersatz gewählt werden. Zu Anfangs stehen uns vier Autos zur Verfügung. Eine Übersicht der spezifischen Unterschiede der vier Modelle hinsichtlich Geschwindigkeit und Beschleunigung, so wie eine Testfahrt erleichtert uns die Entscheidung. Die Wahl fällt uns trotzdem nicht gerade einfach, immerhin sollen wir mit diesem motorstarken Begleiter die ersten Hürden des Spiels und natürlich auch Rennen bewältigen. Letztendlich entscheiden wir uns für den Ford GT und sind schon ganz heiß auf den Rennspaß!

Doch bevor der Asphalt unsicher gemacht werden kann, heißt es noch tunen was das Zeug hält. Bei The Crew kann man dabei mit Fahrzeugkits und Fahrzeugteilen ganz seinen persönlichen Vorlieben nachkommen.

Fahrzeugkits und Fahrzeugteile lassen euch eueren Flitzer ganz individuell und einfach tunen. ©Screenshot

Von den Fahrzeugkits gibt es fünf verschiedene Ausführungen, mit jeweils eigenen Besonderheiten und Vorteilen.

Beispielsweise bietet das Straßenkit ein gutes Handling und mehr Geschwindigkeit auf dem blanken Asphalt. Das Geländekit hingegen bringt mehr Grip abseits der Piste. Wählt man das Performancekit, so erreicht man hohe Geschwindigkeiten, allerdings muss man dafür ein schlechteres Handling der Fahrzeuge in Kauf nehmen. Das Ralleykit verbessert die Stoßdämpfer und das Lenken des Vehikels und das Rennkit verbessert sowohl Reifen, als auch Bremsen, Motor und Bedienung. Es kann immer nur mit einem Kit gefahren werden, allerdings können wir das nach Belieben im weiteren Spielverlauf immer wieder auswechseln.

©Ubisoft

Der richtige Grip und gekonnte Manöver entscheiden bei schlechtem Wetter über Sieg oder Niederlage. ©Ubisoft

Im nächsten Modifikationsschritt widmen wir uns den Fahrzeugteilen. Diese können bei jedem Mission- und Test-Rennen gewonnen werden. Die Erhöhung der Leistung des Wagens wird mit einem Punktesystem (Fahrzeugstufe) dargestellt. Somit bekommt jede Karre eine Art „Level“, was The Crew zu einem MMORPG mit Rennwagen hervorhebt.

Natürlich hat Ubisoft auch nicht das individuelle Aussehen der Sportwagen vergessen. Nein, sie haben es im Gegensatz zu manch anderen Rennspielen sogar verbessert. In The Crew kann man so weit ins Detail gehen, dass man sogar die Farbe der Inneneinrichtung verändern kann. Vordere und hintere Stoßstange, die Motorhaube und sogar die Rückspielgel sind austauschbar.

Road Trip!

So genug geschraubt am Auto! Mit der befahrbaren Karte der USA haben uns die Entwickler eine ganz große Freude bereitet. Zwar ist die Karte nicht 1:1 mit der realen zu vergleichen, da viele kleine Städte ausgelassen wurden, zu erkunden gibt es trotzdem mehr als genug. So dauert es Stunden von New York bis nach Los Angeles zu fahren und The Crew wird seiner betitelung als Open World Racing Game definitiv gerecht.

Aber nicht nur Häuser und Bäume ziehen wie gewohnt an unserem virtuellen Autofenster vorbei – in den Städten wimmelt es nur so von Menschen. Fahren wir allerdings durch dichte Wälder, so kann es schon mal vorkommen das hin und wieder ein Fuchs unseren Weg kreuzt.

Wer hat sich nicht schon mal einen Road Trip kreuz udn quer durch die USA gewünscht? The Crew macht's möglich! ©Screenshot

Wer hat sich nicht schon mal einen Road Trip kreuz und quer durch die USA gewünscht? The Crew macht’s möglich! ©Screenshot

Doch wer sind wir überhaupt? Ohne zu tiefgründig werden zu wollen – in The Crew lenken wir den Wagen stellvertretend für den jungen Fahrer Alex. Und Alex hat eine Geschichte:

Sein Bruder wurde ermordert. Auf kalte, berechnende Weise, damit jemand sein Platz in dem Verbund von Liebhabern schneller Autos namens 5-10s einnehmen konnte, während Alex für den Mord im Gefängnis einsitzen musste. Völlig zu Unrecht, versteht sich. Der Autoclub wurde nach dem Platzwechsel von einer einfachen Organisation, die hin und wieder Straßenrennen veranstaltete zu einem ausgewachsenen Schmugglerring ausgebaut.

Fünf jahre Später wird Alex von der FBI-Agnetin Zoey in eben dieses Verbrechersyndiakt eingeschleust, um die nötigen Beweise für die illegalen Machenschaften zu finden. Und wer weiß, vielleicht steht er sogar eines Tages dem Mörder seines Bruders gegenüber?

Auch eine überraschend düstere Story und filmreife Zwischensequenzen sind Teil des Spiels. ©Screenshot

Auch eine überraschend düstere Story und filmreife Zwischensequenzen sind Teil des Spiels. ©Screenshot

Die Story hinter The Crew ist nicht gerade neu, allerdings hebt sich das Spiel so deutlich von anderen aalglatten Genrekollegen ab, bei denen Hochglanzlack, der schnelle Erfolg und schöne Menschen im Vordergrund stehen. Das Macht The Crew hintergründiger, dunkler und uns fesselt das erste Mal bei einem Rennspiel auch die Geschichte dahinter. Außerdem brillieren die animierten Zwischensequenzen mit Grafik auf Filmniveau.

Jetzt geht’s zur Sache

The Crew bietet uns zwei Arten von Rennen. Auf der einen Seite befindet sich der Missions-Modus, der mit ein wenig Story und typischen Zeit-, sowie Fluchtrennen aufwartet. Außerdem wird hier ein Koop-Modus für bis zu vier Spieler geboten. Auf der anderen Seite sind die sogenannten Testrennen verteilt über die USA zu finden. Hier gibt es durch kleine Aufgaben Fahrzeugteile für Aufrüstungen des eigenen Fahrzeugs. Wie bereits aus Spielen wie Assassin’s Creed bekannt, setzt Ubisoft auf bestimmte Punkte – sogenannte Datenstationen – auf der Karte, die alle Test-Missionen in der Umgebung aufdecken, sobald man sie erreicht.

Die Datenstationen zeigen die Testmissionen auf der Karte an. ©Screenshot

Die Datenstationen zeigen die Testmissionen auf der Karte an. ©Screenshot

Besonders motivierte Fahrer können sich des Weiteren auf die Suche nach Ersatzteilen begeben, die überall versteckt sind. Dieser Einsatz wird mit einem Hot Rod, einem bekannten Oldtimer, belohnt. Bei Missions-Rennen gibt es im Übrigen die Möglichkeit eines Schnell-Koops. Hier ist man naturgemäß davon abhängig, wieviele Spieler gerade online sind und, ob auch welche darunter sind, die mit einem spielen wollen. Sofern man nicht mit Freunden spielt kommt es also durchaus vor, dass aus der geplanten Rennorgie doch wieder nur eine Einzelsession wird.

Wenn dann aber mal in bester Massive Multiplayer Online Manier die Post abgeht, sieht man die Gefährte der Mitspieler samt zugehöriger Namen auf dem Bildschirm. Die vielen dahinflitzenden Schriftzüge mögen dabei manchem störend erscheinen. Die Option, diese Titel auszublenden, ist leider nicht vorhanden.

Namenseinblendungen anderer Spieler schleichen sich in unser Cockpit. ©Screenshot

Namenseinblendungen anderer Spieler schleichen sich in unser Cockpit. ©Screenshot

Wer sich bereits Watch Dogs zu Gemüte geführt hat, wird sich mit der Steuerung in The Crew sofort zurechtfinden. Ubisoft setzt hier auf eine empfindliche Steuerung, die erst einmal gemeistert werden will. Wie für solche Spiele typisch kann es anfangs manchmal frustrierend sein, wenn die computergesteuerten Gegner mit scheinbarer Leichtigkeit um sämtliche Kurven gleiten, während sich der eigene Wagen mal wieder überschlagend fortbewegt. Da hilft nur durchbeißen und den anderen zeigen, wer der Boss ist.

Fazit

The Crew macht selbst nach langer Spielzeit immer noch Spaß. Man bekommt ein richtiges Road Trip-Feeling, wenn man über die Route 66 durch die ganze USA düst und detailgetreue Gegenden aus der Realität wiederfindet. Es gibt nur einige Abzüge wegen der unnötigen Online-Verpflichtung und der etwas komischen Steuerung.

Trotzdem waren wir sehr überrascht, wie Ubisoft und Ivory Tower zeigen, was wirklich in einem Rennspiel stecken kann. Hier sollte sich EA mal ein Beispiel für einen möglichen nächsten Burnout-Teil nehmen. Denn Ubisoft ist es gelungen, die Need For Speed- und Burnout-Reihe mit einem einzigen Spiel zu überbieten. Größere Karte, bessere Handlung und mehr Anpassungsmöglichkeiten.

Wir sind schon gespannt, ob und wann eine Fortsetzung erscheinen wird. Hoffentlich mit einer besseren Steuerung und einem Offlinemodus für die Einzelgänger unter uns. Vielleicht überbieten sich die Entwickler und Publisher ja sogar noch im nächsten Teil und wir dürfen durch ganz Europa, mit Städten wie Paris, London und Wien kurven. Von uns bekommt das Spiel 8 von 10 Punkten.

The Crew

Releasedate: 02.12.2014
Plattform: PC, PS4, Xbox 360, Xbox One
Genre: Rennspiel mit MMORPG-Charakter
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ivory Tower
Für Fans von: Burnout Paradise
USK: ab 12 Jahren
Preis: gesehen um 45,00 Euro

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