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Unsere Top-Alben 2015

Unsere Top-Alben 2015

2015 war groß. Großartig. Musikalisch hat sich so viel getan, wie auch schon lange nicht mehr. Die österreichische Musikszene hat sich einmal im Kreis gedreht und sich verneigt und auch international blieb kaum ein Stein auf dem Anderen. Deshalb dürfen wir euch auch heuer wieder unsere Lieblingsalben aus diesem Jahr vorstellen – und die Bandbreite ist riesig, so viel sei versprochen.

Anna mag…

 

Bring Me The Horizon – That’s The Spirit

2015 hab‘ ich mir zum ersten Mal seit Ewigkeiten schwer getan, nur ein einziges Top-Album zu nennen. Ich mein‘: 2015 ist das Jahr von Chaos And The Calm von James Bay, von Communion von Years & Years.

Warum ich mich dann doch entscheiden konnte, war die Frage: Welche Platte hat mich am längsten durchgehend begleitet? Welche ist von Song eins bis zwölf durchgehend eine hörbare Augenweide? Welche ist der perfekte Soundtrack für eine langweilige Autofahrt im Regen, genauso wie beim Aufräumen der Wohnung um halb elf am Abend oder wenn man die Augen das erste Mal am Sonntagmittag nach einer langen Nacht aufmacht? Die Antwort ist leicht, denn that’s the spirit.

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Markus mag…

 

Kendrick Lamar – To Pimp a Butterfly (International)

Es hat ewig gedauert, bis ich Hip Hop für mich entdeckt habe, hätte es aber dieses Meisterwerk von einem Album schon früher gegeben, hätte ich nicht so lange gebraucht. Kendrick Lamar hat mit To Pimp a Butterfly kein einfaches Album gemacht, es transportiert seine Kraft auf so vielen Ebenen und strotzt nur so vor Referenzen. Es ist wie ein Roman, jeder Song ist ein eigenes Kapitel, das sich ganz am Schluss zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügt. Wer Anna Karenina gelesen hat, weiß auch, dass die Komplexität und die Bandbreite während des Lesens manchmal anstrengend sein können, aber es sich am Schluss auszahlt, es gelesen zu haben. Genauso ist es bei To Pimp a Butterfly: Hat man es durchgehört und die einzelnen Elemente miteinander verbunden, macht auf einmal alles Sinn und man ist dankbar darüber, so ein monumentales Album in den Händen halten zu dürfen.

Catastrophe & Cure – Undeniable / Irresistible (National)

National möchte ich Catastrophe & Cure noch erwähnen. Undeniable / Irresistible ist so ein wunderbares Stück Musik, das viel reifer ist als der Vorgänger aber sich selbst trotzdem treu bleibt. Im Pressetext steht, dass sich die Band bei diesem Album wie der Schmetterling aus der Raupe metamorphosiert hat. Kein Zufall also, dass es dieses Album nach To Pimp a Butterfly auf meine Liste geschafft hat.

Markus To Pimp A Butterfly undeniable/irresistible

Dani mag…

 

Donots – Karacho (International)

Die Donots gehen mit Karacho wieder zurück zum Punk-Rock. Das Besondere – gesungen wird zum ersten Mal auf Deutsch. Unter dem Motto „Back to the roots und doch ganz anders“, wird eine hochexplosive Mischung gebraut, die mit ordentlich Bums aber so was von durch die Decke geht!

Für mich das beste Album des Jahres, da die Message in jedem einzelnen Song stimmt und die Platte so unfassbar „ehrlich“ klingt. Außerdem durfte ich die Donots heuer zwei Mal interviewen, was mich irgendwie mit der Band verbindet und wohl mit ein Grund ist, warum Karacho mein Lieblingsalbum 2015 ist.

 

Kompass Nord – Horizont (National)

Selten so ein ausgereiftes und facettenreiches Debütalbum gehört, wie Horizont von Kompass Nord. Die Newcomer decken mit ihrem ersten Werk vom Gute Laune-Pop, über kompromisslosen Rock bis hin zu ergreifenden Balladen alles ab, was das Musikherz begehrt.

Kompass Nord sind gekommen um zu bleiben und bereit die nächste Musikrevolution in Österreich einzuläuten. Schnell reinhören, bevor der Geheimtipp die Charts erklommen hat.

Daniel Stixkaracho - coverKompass Nord - Horizont - Cover

Domi mag…

 

Emery – You Were Not Alone 

Leider gab es 2015 kaum richtige Kracher, die ich mir ohne zu Zögern auf Platte bestelle und auch getrost die nächsten Jahre durchhören kann. Allerdings hat mich das neue Album You Were Never Alone von Emery überrascht – nicht nur weil die Band lange von der Oberfläche verschwunden ist, sondern weil es das beste Werk ihrer langjährigen Existenz ist. Dynamisch wie eh und je präsentieren Emery eine Kombination all ihrer bisherigen musikalischen Einflüsse und mischen geschickt schrille Riffs und Blast Beats mit smoothen Klängen und Soft Jazz. Mit dieser stilistischen Meisterleistung haben sie sich ganz klar den Spitzenplatz meiner diesjährigen Playlist erspielt.

domi

Emery You Were Not Alone

Yavuz mag…

 

Sufjan Stevens – Carrie & Lowell (International)

Es gab eine Zeit, da hörte ich Sufjan Stevens auf und ab, aber erst dieses Jahr habe ich ihn erneut für mich entdeckt. Vielleicht ist das bis jetzt sein persönlichstes Album, nicht nur weil der Albumtitel den Namen seiner verstorbenen Mutter und seinem Stiefvater trägt, sondern auch über seine Kindheit sehr viel preisgibt.

Ein Album, das nicht stets direkt und authentisch wirkt, ohne dabei dem Kitsch zu verfallen.

Klinger – Monster At The End (National)

Hinter dem Namen Klinger verbirgt sich der Musiker Andreas Klinger, denn wir unter anderem bereits von der Grazer Band VIECH kennen. Mit seinem Solodebüt Monster At The End hat er sich 2015 als Geheimtipp in der heimischen Musikszene positioniert.

Für all jene, die bis jetzt noch nie etwas von Klinger gehört haben, aber Künstler wie The National lieben, sollten ihn 2016 auf jeden Fall im Auge behalten!

©Matthias HombauerSufjan Stevens - Carrie & Lowell Album 2015klinger-Monster-At-The-End

Mario mag…

 

Everything Everything – Get to Heaven 

Indie-Synthie-Pop-Rock vom Feinsten made by Everything Everything aus Manchester, produziert von Stuart Price (New Order, Pet Shop Boys, Madonna), gepaart mit viel kreativer Spielfreude und drückend guter Gesangsstimme.

Auch live, wie zum Beispiel Anfang Dezember im Wiener Flex, absolut überzeugend und mein Album des Jahres 2015 mit Textpassagen wie:

„It’s alright to feel like a fat child in a pushchair / Old enough to run / Old enough to fire a gun.“

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Aylin mag…

 

Marianas Trench – Astoria (International)

Jedes Jahr dieser Artikel und jedes Jahr die Qual der Wahl. Ich mein, Papa Roach, Muse oder Hurts sind ja nur einige Bands, die ich abgrundtief liebe und die 2015 was Neues auf den Markt geschmissen haben. Aber sei’s drum, es gibt einen Gewinner: die kanadische Poprockband Marianas Trench, die hierzulande noch eher unbekannt ist, ich aber in der dazugehörigen Rezension schon wärmstens empfohlen hab.

Auch jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, habe ich einen Ohrwurm von ihnen – dabei hab ich die CD seit Tagen nicht gehört! „Musik ist wie eine Umarmung für die Seele.“, hat kürzlich erst eine Freundin auf Facebook gepostet und Astoria dazu verlinkt. Dem kann ich nur zustimmen. Und jetzt ist wieder Zeit zum Kuscheln – Musik ab!

 

FDTF – BLVRS (National)

Beim nationalen Album fiel mir die Entscheidung gar nicht schwer, die Nostalgie hat entschieden: Natürlich muss es BLVRS von FDTF sein. Immerhin ist es die allerletzte LP einer großartigen österreichischen Band, mit der ich – so wie wohl jeder – viele schöne Erinnerungen verbinde.

Immerhin durfte ich auch das allerletzte Interview, das sie als FDTF gaben, mit ihnen führen. Immerhin ist die CD nicht zuletzt musikalisch wunderbar und ein großartiges Abschiedsgeschenk. Hach, gleich brauch ich ein Taschentuch..

Aylin teamfoto2

marianas-trench-astoria-cover

fdtf - B L V R S - cover

Doris mag…

 

Marilyn Manson – The Pale Emperor

Der Tag, vor dem ich mich am meisten fürchte, ist gekommen – wieder mal muss ich mich für ein Album entscheiden. Nach langem Hin und Her zwischen That’s The Spirit von Bring Me The Horizon und The Pale Emperor von Marilyn Manson habe ich mich dann doch für den Schock-Rocker entschieden.

Mir gefällt es, wie er Mythen in seine Texte einbaut, die oft auch sehr brutal sind. Aber gerade das mag ich so, diese ehrliche Brutalität, mit der viele wahrscheinlich nicht klar kommen. Außerdem bringt Marilyn Manson immer meine innere Stripperin zum Vorschein.

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Bobo mag…

 

Teenage Bottlerocket – Tales From Wyoming

Teenage Bottlerocket aus dem verschlafenen US-Städtchen Laramie beweisen sich mit Poppunk der guten alten Schule auch im Jahr 2015 in einer Musikwelt voll technisch gekünstelten Schnickschnack.

Das fetzige downstroke geschredder und die teils recht lustigen Lyrics auf Tales From Wyoming zaubern mir immer wieder ein lächeln auf die Lippen und erinnern mich an die guten alten Festivaltage als der DJ erst im Partyzelt und nicht als Headliner auflegte. Durch das unerwartete Ableben des Drummers Brandon Carlisle wird Tales From Wyoming wohl oder übel als letzte Teenage Bottlerocket Platte die Annalen eingehen. Rest In Peace Brandon!

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Anna Obermeier
"Dance Like Nobody Is Watching."
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