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Unterwegs mit Kommando Elefant

Unterwegs mit Kommando Elefant

Die Wiener Indie-Elektroband Kommando Elefant (Homepage) waren wieder viel unterwegs und berichten für euch vom letzten Wurmfestival, der großen Moneyboy-Bierabzocke, ihrer Minimal-Show in Kärnten und ihrem Auftritt am Kontaktlinsefestival 2015.

Fasten in Kärnten

Zeit für eine Kärntner Heimsuchung in Klagenfurt. Die lieben Optikerschüler vom Kontaktlinsefestival luden uns zu sich. Wir ließen uns nicht zweimal bitten und auf ging’s nach Kärnten ins Stereo. Als wir ankamen, war alles bereits in vollem Gange und während der Sado Maso Guitar Club seine SMGC-BDSM-Show abrockte bauten wir gemächlich an der Bühnenseite unseren Kram auf und saßen dann wie die zwei Oiden von der Muppetshow am Bühnenrand und goutierten.

Wir waren als letzte an der Reihe, gaben alles! Entsprechend gut war unsere Show. Nach der gefühlten zwanzigsten Zugabe gings dann auf ein Afterwork-Bierchen doch – oh Schreck – der volle Kühlschrank war weg. Drum auf zur Party in ’nem slowenischen Indiediskoklub, und als der Morgen nahte, brachte uns der Veranstalter pflichtgetreu in unsre Stockbetten im Jugendforum. Als ein Elefant noch eine Gute Nacht Zigarette rauchte und er deshalb ein wenig vom Balkon runtersabberte, fuhr im Schritttempo die Klagenfurter Polizei vorbei, auf ihrer Morgenpatrouille, und guckte doof.

Gefühlte zehn Minuten läutete der Wecker und kurz darauf ging’s, in freudiger Erwartung eines bodenständigen Frühstücks, retour in den Klub. Doch leider hatten die Veranstalter alles selbst aufgefuttert. Hungrig ging’s Richtung Autobahntankstelle.

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© Bernhard Luis Pasching

Schlemmen in Oberösterreich

Eine Woche später wars wieder Zeit fürs Wurmfestival. Das Letzte! Aus purer Selbstkontrolle fuhren wir erst spät nächtens nach Neumarkt am Hausruck, wollten uns doch die Veranstalter erst um 2:50 Uhr auf der Bühne sehen. Im Backstagekäfig roch es nach Benzin und Kälte. Für uns vier Musiker gab es im Catering-Überraschungskorb sieben grüne Biere, drei kleine Wasserflaschen, zwei Cappy, eine Banane, Aufschnittbrote von der Mama, drei Liter Eiskaffee und eine Tonne S-Budget Süßigkeiten. Zum Glück bewohnte Moneyboy den Nachbarkäfig, der is so reich, dem fiel das gar nicht auf, dass plötzlich eine halbe Palette Bier fehlte. Gemeinsam mit den Olympique Jungs, der Folkshilfe und den Bässen (Johann Sebastian Bass) feierten wir die Nacht durch, retteten Betrunkene vor dem Erfrieren und freuten uns als endlich Showtime war.

Fette Bühne, Blinki Blinki Licht und Bum Bum Anlage – sehr fett alles. Der übermotivierte Security schmiss alle Spontantänzer von der Bühne, leider auch den Fii, der uns ein Überraschungsständchen singen wollte. Unsre Show war diesmal ausgesprochen gut und glücklich verließen wir gegen vier die Bühne. Der Backstagehäfn war leer, nur noch die Bässe saßen rum und tranken unser beziehungswiese Moneyboys Bier.

Die Party war am Sterben, drum flugs die süßeste Shuttlefahrerin der Welt kontaktiert, damit sie uns und unsere lieb gewonnenen Johann Sebastians ins Hotel schupft, was blöderweise elf Kilometer weit weg lag. Nachdem wir einen Besoffenen aus unsrem Auto bugsierten, der nicht glauben wollte, das sein Haberer wirklich nicht bei uns im Kofferraum schläft, waren wir auch schon Grieskrichen und gingen Heia.

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© Bernhard Luis Pasching

Zwischenstoppp daheim

Rise and Shine on se next morning – leider hatte die süße Hannah mit ihrem Auto keine Zeit, drum manövrierten wir uns zur elektrischen Strechtlimo der ÖBB, die uns zwei Stationen später bei unserem Auto wieder ausspuckte. In Grieskrichen kann man übrigens ein ÖBB-Seminar buchen, wie man einen Fahrscheinautomaten richtig bedient. Ehrlich! Dafür war leider keine Zeit, unwissend frohlockten wir der Heimreise entgegen.

Daheim flott duschen und frische Sachen in die Koffer werfen und schon gings wieder auf, diesmal nach Milfstatt am Milfstätter See im schönen Kärnten, in den Klub Bergwerk. Wir fuhren die Panoramastrecke, besuchten die Turracher Höhe, gurkten in den Gurktaler Alpen rum, genossen von Sonnenschein bis dichtem Schneetreiben die ganze Palette von Christa Kummer.

Rückkehr nach Kärnten – und in der Zeit

In Milfstatt angekommen gab es sogleich Paella mit Muscheln und Zeugs, es war ziemlich kalt im Allgemeinen – dafür sehr heimelig. Wir wurden wohl umsorgt. Kurz nach neun waren wir dran, rockten, was das Zeug hielt, und als die Seifenblasenmaschine gegen Ende losstartete war das der Burner auf den Milfstatt seit Jahren gewartet hat. Frenetischer Beifall, nicht nur weil wir so gut waren an jenem Abend. Nach uns folgte ne Minimal Party – geil!

Es folgte die Suche nach der Unterkunft, durch das finstere und menschenleere Seeboden. Das Navi war noch auf Erkundungsmission programmiert, im Radio lief apokalyptische Endzeitmusik und endlich wurden wir fündig. Ein Ferienappartment aus den späten 70ern. Sehr schräg. Ratlos saßen wir im holzvertäfelten Wohnzimmer, tranken aus unseren Flachmännern und starrten auf den Fernseher der nur marginalst größer war als unsre Handydisplays.

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© Bernhard Luis Pasching

Thorsten, unser Lieblingsschlagzeuger der Band, eröffnete uns, dass er am nächsten Morgen zu Mittag in Wien Schwechat sein müsse zwecks Urlaubsbomber nach Istanbul. Deshalb Tagwache um Sechs Null Null.

Kalt war’s, zarter nächtlicher Schneefall bedeckte unser Auto mit dem Flaum des Winters. Das Bergmassiv leuchtete feuerrot von der Morgensonne und der See glitzerte wie die Augen unserer Shuttlefahrerin vom Wurmfestival. Radio Kärnten berichtete vom Zusammenstoß zweier Luxuskarotten.

Schnell noch die Sonntagskrone fladern und auf ging’s Richtung Heimat. Beim großen Gösser-Psychotest, der als Beilage enthalten war, kam raus, dass wir als Biertypen weltoffene Genießer darstellen. Auch nicht schlecht. Nächster Stopp: der Klub vom Horst in Kreuzlingen in der Schweiz.

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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