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Vierkanttretlager – Krieg&Krieg

Vierkanttretlager – Krieg&Krieg

Krieg und Frieden war gestern. Im Angesicht der heutigen Zeit ist eine pessimistischere Weltsicht angebracht, das haben Vierkanttretlager (Homepage) schon mit ihrem Debütalbum Die Natur greift an postuliert. Mit dem Nachfolger Krieg&Krieg wird eben das wieder unterstrichen und so liefert die deutsche Indie-Rock-Hoffnung ein bitteres und zynisches, doch trotzdem ehrliches Bild des Hier und Jetzt.

Und apropos hier und jetzt – da sollte man am besten gleich schon den Verstand verlieren, wie Sänger Max Richard Leßmann beim zweiten Song (Lass uns den Verstand verlieren) sehr eindringlich wiederholt.

Das ehemalige Quartett – Bassist Momme Friedrichsen stieg 2012 aus, wurde für kurze Zeit vom ehemaligen Ghost of Tom Joad-Mitglied Jens Mehring ersetzt – besteht heute nur noch aus den drei Gründungsmitgliedern und vereint so ziemlich das Beste, was die deutsche Indie- und Rockszene zu bieten hat: Sie sind Kritikerlieblinge wie Tocotronic, liefern intelligente Texte à la Sven Regener oder Thees Uhlmann und bieten energiegeladenes Gitarrengeschramme wie Turbostaat.

Krieg&Krieg Cover

Auch der ein oder andere Vorbandslot unter anderem bei Madsen, Kraftklub und Casper, der sich auch gleich auf dem Debüt als Feature-Gast bei Hooligans verewigte, dienten den Jungs als ideales Sprungbrett in den heimischen Musikolymp und so wird ihnen von allen Seiten nur das Beste für die Zukunft prognostiziert.

Wen wundert es also, dass auch Krieg&Krieg nicht enttäuscht. Mit viel Melancholie und verzerrten Gitarren bleiben Vierkanttretlager ihrem Stil treu, setzen aber mit Songs wie Blumenkränze und Applaus oder Kaktusblüte auch ruhigere Akzente. Die stillere Seite wird vor allem beim letzten Song Schweigen noch einmal richtig hervorgekehrt, bevor man mit den Worten „Dieser wird Schweigen sein“ zurück in die graue Welt entlassen wird.

Fazit

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich die Band hörbar weiterentwickelt und so klingt das Gesamtergebnis runder und ausgefeilter. Jeder Titel wirkt wie ein Aufruf, der direkt an den Hörer gerichtet ist, was vor allem an Leßmanns markanter Gesangsweise liegt. In den richtigen Momenten wird das Gaspedal voll durchgedrückt, andererseits aber immer wieder auch passend reduziert. In der Liga von Tocotronic befinden sich Vierkanttretlager zwar noch nicht, die ersten Schritte dort hin sind aber auf jeden Fall schon gemacht.

Vierkanttretlager – Krieg&Krieg

Für Fans von: Heisskalt, Marathonmann, Tocotronic
Buback (Indigo)
VÖ: 17.04.2015
Gesehen um €12,99

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