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Vom Thunfisch zum Lobster – Die ausverkaufte Arena Show von Money Boy

Vom Thunfisch zum Lobster – Die ausverkaufte Arena Show von Money Boy

Burr! Wenn Money Boy mit seiner Glo Up Dinero Gang in Wien am been ist, dann sind die Tickets so begehrt, wie deine Mutter in Call Of Duty. Diesen Spaß konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben uns am 23. Oktober schon mal das Kola mit Ice eingeschenkt. #sheeesh

Der Weg von der U-Bahn bis zur Arena bestätigte meine schlimmste Vorahnung: Dieser Abend wird der reinste Kindergeburtstag. Teenager, die kaum die 150 cm Marke erreichten, holten sich gute Laune aus dem Tetra Pak. Frag nicht was für Saft. Die logische Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten und die erste Eingangstür der Arena wurde schon mal mit Erbrochenem verschönert. Doch der erste Schein sollte trügen. Überraschenderweise waren doch mehr Mittzwanziger anwesend als vermutet und die meisten trugen diesen Hustensaft Jüngling Hut und einer einen Awesom-O Kopf. Den ganzen Abend lang.

(c) Alex Blach | enemy.at

(c) Alex Blach | enemy.at

 

Kurz nach 21 Uhr startete die Glo Up Dinero Gang und das Publikum war so halbmotiviert dabei. Ich hab‘s nicht ganz verstanden, denn Spinning 9, MC Smook, The Ji und wie sie alle heißen mögen, sind so ziemlich die 0815 Rapper schlechthin. Noch dazu war das gesamte Konzert so massiv overdubbed, dass wir kurz sogar von Playback ausgegangen sind. Da war nichts besonders oder außergewöhnlich, was ich aber doch eigentlich von Money Boys Truppe erwartet hätte. Bis endlich die Rettung kam: Hustensaft Jüngling rollte mit einem Mini-Segway auf die Bühne und die Stimmung war bombastisch. Bei seinen Hits wie Alles, Teuer oder Rarri konnte man direkt die Panties droppen hören … Ok, ich hör schon wieder damit auf. Kurz gesagt, der Jüngling hat‘s drauf!

Danach versuchte der DJ die Meute eine gefühlte Ewigkeit bei Laune zu halten und es kam immer wieder dieser „Ich sag Money, ihr sagt Boy“ Scheiß, was den Fans aber Spaß machte. Währenddessen hat sich rausgestellt, dass sich sogar Casper im Publikum eingeschlichen hat. Der will sich wohl noch was von dem Boy abschauen.

Als Spinning 9 mit den ersten Zeilen von Kein Limit begann, war es jedem klar: Jetzt ist es soweit. Alle zückten ihre Handys und der Jubel war gigantisch, als Money Boy endlich die Bühne betrat. Fetter Einstieg. Hut ab! Ich kannte anfangs fast gar keinen Track, das nette Mädel neben mir rappte sich jedoch die Seele aus dem Leib. Ich habe also eindeutig noch Aufholbedarf. Irgendwann schnappte sich die gesamte Gang ein paar Bitches aus dem Publikum, wovon drei relativ bald wieder die Flucht ergriffen und zwei ihre Grenzen anscheinend nicht kannten. Nach einer knappen Stunde kamen dann endlich die Hits und bei Dreh den Swag auf zogen sich die eleganten Damen auch das Top aus und twerkten inklusive betrunkenem Stolpern und Champagnerflasche fallen lassen. Da könnten sich die bezahlten Ho’s noch ein Scheibchen abschneiden!

(c) Alex Blach | enemy.at

(c) Alex Blach | enemy.at

 

Es wurden alle Klassiker gespielt. Shrimps mit Reis, Shisha, Choices, Louis Store war zu. Einfach alles, alles, alles, alles, alles, alles, alles, alles, alles… Und der Boy konnte nicht genug bekommen. Nach Mitternacht mussten die Kinder ins Bett oder schliefen einfach in den Ecken der Halle und somit war die Arena zur Hälfte leer. Money Boy machte weiter. Dann wurde sogar das Licht aufgedreht, doch das konnte den Geldjungen nicht stoppen. Gegen halb eins wurde ihm das Mikro schon so leise gedreht, dass man seine Freestyles gar nicht mehr hören konnte, doch das hielt das Publikum nicht vom Jubeln ab. Nach zwei Stunden musste sich der Rapper aber geschlagen geben und verabschiedete sich.

Money Boy ist schon ein Phänomen. Dass Sebastian Meisinger diese Kunstfigur nicht nur so lange am Leben erhalten, sondern auch noch dazu Locations wie die Arena restlos ausverkaufen kann, ist faszinierend. Next Stage: Gasometer! … Vielleicht.

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