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Wacken Open Air 2015 – Tag 3

Wacken Open Air 2015 – Tag 3

Der letzte Tag des Wacken Open Air war angebrochen und ich war ein bisschen traurig – aber auch froh, denn nur noch eine Nacht und dann hab ich mein kuscheliges, warmes Bett wieder! Natürlich ging der Tag wieder mal mit Dosenfutter an – das Erdäpfelgulasch und Chili von Felix kann ich nur empfehlen! Auch das Wetter spielte mit. Klar, der Schlamm war immer noch da, aber man konnte endlich die kurze Hose auspacken und musste sich sogar mit Sonnencreme einschmieren – einfach nur göttlich, als ich mir gleich einen Sonnenbrand auf den Schultern holte!

Die erste Band auf meiner persönlichen Running Order ließ nicht lange auf sich warten – Powerwolf starteten schon um 13:15 Uhr und ich wollte doch auch noch einen Cocktail (an diesem Tag erkannte ich meine Vorliebe für Tequila Sunrise – ernsthaft, ich könnt das Zeugs den ganzen Tag trinken!). Attila Dorn ist superlustig anzusehen und erinnert ein wenig an einen Priester – seine typische Masche eben. Neben Witz begeisterte die Band auch mit ihrer Setlist. Aber spätestens beim Rückwärts-Mosh wurde ich wieder hungrig und begab mich auf die Suche nach einem Hot Dog (ich esse normalerweise wirklich nicht so viel an einem Tag #ischwör).

Bei Amorphis war ich fast ganz vorne dabei! Aber halt nicht lange. Die Jungs waren gut, konnten meine Blase aber auch nicht erleichtern. Und natürlich hab ich das Klo erwischt, das an den Wänden von oben bis unten mit Fäkalien beschmiert war. Großartig. Wieso passiert so was immer mir???? Aber egal, da musste ich jetzt durch – noch länger warten wollte ich dann doch nicht.

Erleichtert ging’s dann weiter zu Bloodbath. Ich weiß nur mehr, dass die gut waren aber ich war schon so aufgeregt, weil ich bald meine Lieblingsband sehen würde, dass ich ihnen eigentlich kaum Beachtung schenkte. Es tut mir immer noch so leid. Aber sie konnten mich so beeindrucken, dass ich immerhin ihre Facebook-Seite geliked hab!

Bei Sabaton, die ich auch unbedingt sehen wollte, nahm ich es allerdings in Kauf, die Jungs nur am Bildschirm zu sehen. Ich musste mich einfach schon zur Bühne nebenan stellen, damit ich bei Judas Priest ganz vorne stehe! Die Jungs hatten anfangs Probleme mit ihrem Sound aber das war spätestens nach drei Songs gelöst. Neben guten Tracks boten die Schweden auch eine lustige Show – sehr sympathisch. Aber es ist halt wie mit Steel Panther, sie reden mehr als sie spielen und das nervt besonders, wenn die Spielzeit auch nicht recht lang ist. Trotzdem konnten sie mit ihrer Art und ihren großartigen Werken punkten und mein Höhepunkt ihrer Setlist war einfach Swedish Pagans, das Frontmann Joakim Brodén doch nur widerwillig wiedergab. Auch das ewige „Noch ein Bier!“ wird nicht langweilig. Seht euch die Jungs unbedingt an, wenn ihr die Möglichkeit dazu geboten bekommt!

Mehr: Sabaton im Interview

Und dann war es endlich so weit. Judas Priest war dran und ich stand ganz vorne! Ein Traum wurde wahr und ich machte mir vor lauter Aufregung (und Ekel vor den Toiletten) fast in mein Höschen. Der Sänger und seine Mannen boten eine einzigartige Show mit klarem Sound und einen noch nie besser gewesenen Rob Halford. Zwei Stunden vollgepackt mit purem Metal. Da machten mir die Crowd-Surfer gar nichts mehr aus, bin ich da sonst so ein Schisser! Aber wenn man mit voller Inbrunnst und Begeisterung zwei Stunden bei der eigenen Lieblingsband mitgrölt ist das auch egal. Schließlich beendeten die alten Herren (dies ja schon um die 40 Jahre gibt) ihre Show mit Painkiller (mein persönlicher Favorit neben Turbo Lover) und Living After Midnight. Ich sag’s euch ganz ehrlich: Jetzt kann ich ohne schlechtes Gewissen sterben.

Die Show von Judas Priest hat mich so ausgetrocknet, dass ich mir noch einen letzten Tequila Sunrise gönnen musste, bevor ich mein Zelt aufsuchte und die letzte Nacht hinter mich brachte. Davor blieb ich natürlich mit meinen Gummistiefeln noch so sehr im Schlamm stecken, dass mir drei gestandene Männer raushelfen mussten (während ich an meinem Cocktail nuckelte – man muss Prioritäten setzen!).

Zu dumm, dass das Wacken Open Air schon wieder vorbei ist. Aber man kann ja in Erinnerungen schwelgen bis sich die Pforten zum Holy Wackenland 2016 wieder öffnen. Vielen Dank für eine unvergessliche Zeit und see you next year (hoffentlich mit mehr Sonne und weniger Gatsch).

Photo: © Wacken Open Air

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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