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While She Sleeps – Arena Wien

While She Sleeps – Arena Wien

Am Montag, dem 13. April 2015, war While She Sleeps Tag! Zumindest für alle Wienerinnen, Wiener und Angereisten. Erster Zwischenstopp: Rattlesnake. Schon zum frühen Feierabend konnten dort ganze 40 Fans den exklusiven akustischen Klängen der Metalcore-Band aus England lauschen. Harte Musiker auf einmal doch so sanft! While She Sleeps (Homepage) selbst konnten mit Charme überzeugen und zeigten kaum Berührungsängste. Es wurde geknippst, geknuddelt und anschließend haderten die fünf schnittigen Engländer auch nicht lange, und verteilten bereitwillig Autogramme.

© www.conny.at

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Doch Jäger seltener Unterschriften wurden gleich zweifach beglückt: Cancer Bats (Homepage) taten es ihren sympathischen Kollegen gleich und zückten ebenfalls den Stift. Jeder der kam, bekam auch ein Autogramm.

Vom Auftakt zum Hauptakt

In der Arena Wien spielte sich dann das eigentliche Bühnenspektakel ab. Und jap, das trifft’s genau. Der Abend startete bizarr und endete überwältigend. Also schlichtweg spektakulär.

Den Anfang machten Oathbreaker (Facebook) – wenn auch einen etwas verstörenden. Offen zugegeben – ich kenne sie nicht. Und als dann die Vocals erklangen, blickte ich auf und erschauderte: Eine in lange flatternde schwarze Stoffe gekleidete Person stand verkrümmt über den Mikrofon. Geschlecht konnte ich nicht sofort zuordnen in diesem Moment (ist ja auch nicht zwingend nötig, nicht wahr?).

Die blonden strähnigen Haare über dem Gesicht, wie eine Schwedische Sadako (The Ring). Ein durchaus gewöhnungsbedürftiger Anblick. Gewöhnungsbedürftig war auch der Einstieg – gefühlte endlose Minuten wurden einfach nur Gekreischt. Obwohl auch das der Falsche Ausdruck dafür ist. Eher eine Mischung aus Kreischen und Schreien.

© Volume

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Die folgenden Tracks von Oathbreaker waren zwar weniger eigenartig, jedoch hauten sie mich auch nicht vom Hocker. Fans und Liebhaber der Belgier hatten sichtlich ihren Spaß, doch jeder sollte sich letztendlich seine Meinung selbst machen.

Hundredth (Homepage) durften als nächstes ran. Jetzt war der Abend für mich schon ein Wechselbad musikalischer Eindrücke – von acoustic zu Kreischi-Core zu melodischem Metalcore. Die vier Californier traten solide auf und legten sich ins Zeug, um bunt gemischt Songs ihrer EPs und Alben der letzten Jahre zum Besten zu geben. Wer Hundredth mag, dem wird hier ein Herz aufgegangen sein. Und vor allem wurde ein deftig-süßer Vorgeschmack auf das im Juni 215 kommende neue Album gegeben.

Cancer Bats führten geradewegs in Runde drei und schlugen etwas andere Töne wie Hundredth an, als musikalische Ergänzung zu dem facettenreichen Konzertabend. Im Live-Repertoire hatten die Kanadier explosiv-energiegeladene Songs wie True Zero oder Satellites, die den gewissen Punk im Metalcore mit sich bringen. Neben Songs, die vorwiegend auf ihrem im März 2015 erschienen neuen Album Searching For Zero zu hören sind, gaben Cancer Bats auch Altbewährtes, wie Sabotage oder Sorceress zum Besten.

Das Finale eröffneten While She Sleeps mit einem grandios-mitreißenden New World Tortue von ihrem neuen Album Brainwashed. Es folgte sofort der dazu gleichnamige Track. Die Stimmung in der großen Halle der Arena Wien (die an diesem Abend by the way ganz klein war, da die Aufgänge und der Balkon gesperrt waren) schien mit einem Mal aus sich heraus zu implodieren.

© Volume

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Death Toll zeigte bewies den Ohren dann mal doch wieder: harte Gitarren und Stimme inklusive Gang Shouts sind doch das, wofür wir While She Sleeps schätzen. Acoustic Gig schön und gut, aber dann sollen doch lieber die Knochen neben den Boxen beben, oder? Das Metalcore-Programm des Abends endete noch mit einem erfrischenden Mix aus neueren und älteren Songs, heißgehörten Ohren und zufriedenen Gesichtern.

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