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Wild Card – Filmkritik

Wild Card – Filmkritik

In Wild Card inszeniert Regisseur Simon West das bewegte und etwas deprimierende Leben eines ehemaligen Söldners in Las Vegas mit reichlich Action, coolen Stunts und einem tödlich kreativen Jason Statham in der Hauptrolle – das Resultat sind 92 Minuten anspruchslose Unterhaltung, die ab der Hälfte des Films dazu verleitet, das Ende des Films herbeizusehnen.

Nick Wild (Jason Statham) ist nicht gerade ein Fan seines eigenen Lebens: Der ehemalige Söldner verdient sich seine Brötchen als Detektiv und mit Gelegenheitsjobs als Bodyguard in Las Vegas. Sein heimlicher Traum ist es, eines Tages genug Geld auf der Seite zu haben, um nach Korsika auswandern zu können; der Traum von einem Segelboot und einem friedlichen Leben hält ihn aufrecht. Als ihn allerdings seine einstige Geliebte Holly (Dominik Garcia-Lorido), die übel zugerichtet worden ist, um Hilfe bittet, lässt sich Nick auf ein gefährliches Spiel mit Hollys Peiniger Danny DeMarco (Milo Ventimiglia) ein, das ihn in die Abgründe von Las Vegas und an seine eigenen Grenzen führt – doch die Karten werden gerade erst neu gemischt…

Regisseur Simon West erfindet mit Wild Card nicht gerade das Rad neu: Die Geschichte des gefährlichen Einzelgängers, der eigentlich nur in Frieden leben möchte, doch durch zwingende Umstände von diesem Plan abgehalten wird und sich schlussendlich – neben dem Vermöbeln der bösen Jungs – seinen eigenen Ängsten und Grenzen stellen muss, ist altbewährt. So eine Story kann allerdings noch durch das Eintauchen in die Lebensgeschichte der Hauptperson und die Identifikation mit seinen Motiven gerettet werden; leider ist dies in Wild Card nicht der Fall. Über die Hauptfigur ist nur bekannt, dass er mal Söldner war, Punkt Ende. Persönliche Einsichten und Emotionen werden nicht geboten, in Wild Card zählen nur die beeindruckenden Kampfkünste des ehemaligen Söldners, der scheinbar eine Fleisch gewordene Waffe darstellt. Es hagelt coole Sprüche und actionreiche Szenen, die Story entwickelt sich allerdings nicht weiter, was schon nach kurzer Zeit zu Langeweile führt. Der einzige Lichtblick des Films könnten die Schauspieler sein, doch auch hier werden Talente verschwendet.

Jason Statham mimt den eigenbrötlerischen und in sich gekehrten Ex-Söldner Nick Wild, der in Las Vegas vor sich hinvegetiert, immer mit der Hoffnung im Hinterkopf, eines Tages auswandern und ein friedliches Leben beginnen zu können. Nach und nach offenbart sich allerdings sein wahres Problem: Seine Spielsucht und sein innerer Zwiespalt, Las Vegas und seinem altbekannten Leben den Rücken zu kehren, um ein komplett neues Lebenskapitel aufschlagen zu können, und die innere Angst vor diesem Schritt. Aus dieser Hauptperson hätte unglaublich viel Potential herausgeschlagen werden können, doch Jason Statham lässt den Zuschauer nicht mit seiner filmischen Verkörperung mitfiebern, sondern bietet ein gleichbleibendes und emotionsloses Schauspiel, das einfach nicht mitreißt. Seine ehemalige Geliebte Holly, die von Dominik Garcia-Lorido gespielt wird, vermag es zwar, in ihrem Motiv der Rache an ihrem Peiniger Danny DeMarco zu überzeugen, sie verschwindet allerdings zu schnell von der Spielfläche, um den Verlauf des Films beeinflussen zu können. Eine Glanzleistung liefert allerdings Milo Ventimiglia in seiner Rolle als Danny DeMarco, er überzeugt in jeder Hinsicht als verkommener und gestörter Widerling.

Wild Card glänzt weder von der schauspielerischen Seite noch vom Aufbau der Story her; hier zählen weder charakteristische Glanzleistungen noch eine besonders geschickt inszenierte und durchdachte Geschichte, sondern reine Action. Und wenigstens in diesem Punkt hält der Film, was er verspricht: In Wild Card wird nur so um sich geschlagen, was das Zeug hält, und der tödlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Für Fans von actionreichen Filmen, bei denen weder nachgegrübelt noch interpretiert werden muss, kann Wild Card durchaus eine Empfehlung sein – alle anderen werden wohl mit dem unguten Gefühl aus dem Kinosaal gehen, gerade 92 Minuten Lebenszeit vergeudet zu haben.

WILD CARD

Kinostart: 13. Februar 2015
Genre: Action
Regisseur: Simon West
Cast: Jason Statham, Milo Ventimiglia, Dominik Garcia-Lorido, Stanley Tucci
Land: USA
Dauer: 92 Minuten
Filmverleih: Constantin Film
Film Website
Für Fans von: The Mechanic, Killer Elite

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