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Alvanite – A EP

Alvanite – A EP

Am 4. März 2016 bringen Alvanite ihre Debüt-EP A heraus. Die Wiener/Wiener Neustädter Musiker setzen auf eine ausgeklügelte Mischung aus Rock, Pop und Independent. Beim Hören von A lässt man sich am Besten tief in den Fauteuil fallen, genießt die Musik und verhindert damit, dass man zu tief fällt, sollte man über eine der durchgedrungenen Punkrockwurzeln stolpern.

Im Plattenregal würde man A wohl neben Platten von Rentokill, Barefoot Basement, Garish oder Small Hours finden. Nein, A ist kein Punkrock-Reggae-Postrock-Crossover Teil. Das sind einfach nur ein paar der Referenzen, die die vier Musikerinnen von Alvanite in ihren Lebensläufen stehen haben. Es kommt halt immer darauf an, wie man seine Platten sortiert. Bei mir stünde A wohl ganz vorne, da ich meine Platten nach dem Gehalt des Herzblutes, das in ihnen steckt, sortiere.

Alvanite - A

Mit Sympathy and Damages führen Alvanite in die Platte ein. Was einen erwartet: Effektgeräte, melodisches Gitarrenspiel und Midtempo. Ein Gefühlscocktail aus Nostalgie und Melancholie begleitet das Drehen des Plattentellers. Hier wird sich gerade etwas von der Seele gesungen und gespielt. Bei Bright Lights ist es vor allem das Akkordeon, das die Nummer vorantreibt und die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zurecht.

Plötzlich trifft dich etwas auf den Hinterkopf. Nämlich ein Schlag mit einer der angesprochenen Punk- und Post-Hardcorewurzeln. Trotzdem passt Flittering Nights stilistisch in den gespannten Bogen und entpuppt sich vor allem auch durch die gesangliche Unterstützung von Akkordeonspielerin Ina und die daraus ausgelöste stimmliche Harmonie zu meiner Lieblingsnummer.

Alvanite halten die Stimmung, durch und durch. Melodie, Melancholie, fast schon ehrliche Verzweiflung. Im positiven Sinne. Immerhin muss man nicht immer alles so hinnehmen, wie es ist. So drehen sich die Texte einerseits um politischen Missmut, andererseits über Alltagsbanalitäten. Stets mit einer gewissen Portion Selbsttherapie. Understanding ist definitiv die tanzbarste und eingängigste Nummer auf der Platte.

Mit Denial, der letzten Nummer, schließen Alvanite den Bogen von A bis… wo auch immer sie ihre musikalische Reise noch hinführen mag. Es ist ein drückender und doch hoffnungsvoller Abschluss, der einen dazu anregt, die Platte noch einmal umzudrehen, die Nadel in die runde Bahn des Vinyls zu setzen und das ganze Spiel von neu anfangen zu lassen.

Fazit

Im Gegenzug zu diesem perfekten Ausklang endet dieser Text jetzt einfach. Denn nach einer Dauerschleife von A macht sich in mir das Gefühl breit, dass ich das Schreiben lieber Leuten überlassen sollte, die wirklich gute Geschichten (oder Lieder) schreiben. Alvanite.

Alvanite – A EP

Für Fans von: The Mars Volta, Smashing Pumpkins, Death from Above 1979
FAE Records / Self-Released
VÖ: 04.03.2016
9punkte-cd-review_neu

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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