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Band des Monats Dezember – DAWA

Band des Monats Dezember – DAWA

Musik wie ein prasselndes Kaminfeuer – DAWA sind wieder da. Also eigentlich waren sie ja nie so richtig weg. Am 28.10.16 veröffentlichten sie ihr drittes Album (r)each bei dem Wiener Indielabel LasVegas Records. Die Vorabsingle Open Up läuft bereits auf FM4 rauf und runter. Das Video hierfür wurde in der Hauptallee des Wiener Praters gedreht, gemeinsam mit Freunden und Bekannten dreht man sich, mehr oder weniger, im Takt.

Mit ihrer Teilnahme an der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest 2015, bei dem sie sich nur knapp den Klavieranzündern von The Makemakes geschlagen geben mussten, wurden sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt und stiegen mit Feel Alive erstmals in die Top 10 der österreichischen Charts ein.

Musikalisch bewegt man sich bei (r)each auf bewährtem Terrain: trauriger Folk, ein paar Percussion Elemente, ein Cello und die Doppelkonferenz am Mikrofon der Sänger John Dawa und Babsi Wiesinger. Sehr ruhig, besonnen und nachdenklich bekommen wir Einblick in die Welt von DAWA.

Mehr: Enemy Acoustic Session – DAWA

Wir erwischten Sängerin Babsi im Tourbus, auf dem Weg zu einem FM4 Überraschungskonzert, um mehr über ihr neues Album zu erfahren.

DAWA – Das Interview

Servus! Euer Album (r)each ist gerade erst rausgekommen, wie geht’s euch aktuell?
Babsi: Hi! Danke der Nachfrage, uns geht’s gut! Wir sind ja gerade frisch mit dem neuen Album auf Tour und glücklich endlich wieder spielen zu „dürfen“.

Bei diesem Album darf zum ersten Mal ein E-Bass mitspielen.
Babsi:
Ja! Laura hat sich vor einiger Zeit ins Bassspielen verliebt und wollte einfach gern uns alle damit „beglücken“. Manchmal war ihr das Cello einfach nicht tief genug. Man muss aber noch anmerken, dass es sich nicht um einen elektronischen, sondern einen halbakustischen Bass handelt. Der klingt wärmer und griffiger.

John ist heuer Vater der kleinen Emma geworden. Ihr ist wohl auch der Song Emma gewidmet. Hatte dieses Ereignis auch Einfluss auf andere Texte?
Babsi:
Natürlich hat sich durch Emma vieles geändert. Das hat sich natürlich auch beim Songwriting ausgewirkt. Ich sehe ihr zu, wie sie jeden Tag neugierig die Welt erkundet und sich an ihr erfreut. Das gibt einem schon mal den Anstoß seine eigenen Ansichten zu hinterfragen, nachzudenken und zu überdenken.

Hat John sich durch die Geburt seiner Tochter verändert?
Babsi: Natürlich. Wen verändert so ein einschneidendes Ereignis wie die Geburt des eigenen Kindes nicht?

Wird man euch jetzt weniger live sehen, weil John daheim Windeln wechseln muss, anstatt die Bühnen der Welt zu beglücken?
Babsi: Nein, die Windeln werden bei uns backstage gewechselt!

Worum geht es in eurer ersten Single Open Up?
Babsi: Letztes Jahr war ein sehr aufregendes Jahr für DAWA, erste große Erfahrung mit dem Medium Fernsehen durch den Song Contest-Vorentscheid, viele Konzerte gespielt und nicht zuletzt Emmas Geburt. Als das Jahr dann um war, hatte ich das Gefühl, das wir in ein Loch gefallen sind und wir unsere Ziele erst wieder neu definieren mussten. Wo wollen wir hin mit DAWA? In Open up geht es darum, aus dieser Krise wieder Hoffnung zu schöpfen und weiterzumachen.

Ihr habt das Album im Studio zuerst komplett live eingespielt und seit erst im zweiten Arbeitsgang mit Overdub-Spuren drübergegangen. Wieso diese ungewöhnliche Aufnahmeweise?
Babsi: Im Gegensatz zu unseren vorherigen Produktionen, für die wir die Songs live in alten Scheunen oder Fabriken eingespielt haben, haben wir uns dieses Mal für eine „klassische“ Studiosituation entschieden. Da ging es um die Möglichkeit, durch einzelne voneinander getrennte Spuren, noch mehr auszuprobieren, anders am Sound arbeiten zu können und Neues zu versuchen. Trotzdem wollten wir nicht auf die natürliche Dynamik einer Live-Performance verzichten und haben, quasi anstelle eines „Klicks“, die Tracks zu unseren eigenen Beats eingespielt.

Das Album wurde mittels crowdfunding finanziert. Seid ihr euch hierbei als Bittsteller vorgekommen?
Babsi: Wir haben die halbe Produktion über Crowdfunding finanziert, den Rest haben wir uns durch Konzerte erspielt. Wir sind sehr froh, dass unsere Fans uns so tatkräftig unterstützt haben und eigentlich immer schon unterstützen. Unsere Fans sind nun mal die aller Besten! Ein bisserl Bittsteller ist man natürlich, aber man bietet ja auch eine Gegenleistung dafür. Insofern haben wir ja nicht um Almosen, sondern lediglich um eine Vorfinanzierung gebeten.

Wieso bedarf es heutzutage Mittel und Wege, wie über das crowdfunding, um sich die Produktion eines Albums erst leisten zu können?
Babsi: Natürlich kommt das immer darauf an wie und mit wem das Album produziert wird. Eine Wohnzimmer-Produktion ist klarerweise günstiger als Studioaufnahmen. Aber da wir unsere Musik nicht am Computer zusammenbasteln, sondern mit akustischen Instrumenten die Songs einspielen, ist für ein befriedigendes Ergebnis spezielles und teures Equipment erforderlich, das man nicht mal eben so im Wohnzimmer stehen hat. Und wenn man auch noch mit guten Leuten zusammenarbeiten möchte und die fair entlohnen will, kostet so eine Produktion nun einmal Geld.

Wie habt ihr die alten Alben finanziert?
Babsi:
 Für die ersten beiden Alben haben wir glücklicherweise die Förderung vom Österreichischen Musikfonds bekommen.

Sieht man euch heuer wieder beim Song Contest?
Babsi:
 Nope.

Wie betrachtet ihr rückblickend die ganze Song Contest Kiste? Hat es Euch was gebracht?
Babsi: Natürlich. Abgesehen von dem, was man durch neue Erfahrungen so lernt über sich und die Welt, haben wir auch ein sehr, sehr großes Publikum erreichen, und schönerweise einige echte Fans gewinnen können.

Liebste Babsi, vielen Dank für Deine Zeit, viel Spaß auf der FM4 Überraschungsbühne!

Photo: (c) Stefan Leitner

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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