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Band des Monats Juli – Einhorn

Band des Monats Juli – Einhorn

Einhorns Debütalbum Galactica ist ein wenig wie Pizza mit Basilikum: Irgendwie kennt man’s schon, trotzdem schmeckt’s in dieser Kombi neu, frisch und lecker. Einhorn mischen Stilelemente des Funk mit ganz viel Synthie-Pop, ein wenig NDW und einer Doppelpackung jugendlicher guter Laune. Heraus kommen Songs wie Spring auf oder Schöner als Berlin, die auch perfekt zu einem Cornetto-Werbespot passen würden. Papas Cabrio geborgt, Ö3 im Radio und auf der Landstraße Richtung Wörthersee düsen, um sich mit der blonden Bürgermeistertochter vom Nachbarort in der Eisdiele zu treffen. Die große Bravo Fotolovestory – vertont auf Galactica.

Die vier mittlerweile in die Hauptstadt emigrierten Burgenländer, die bei dem Wiener Label Las Vegas Records Unterschlupf gefunden haben, debütierten im November 2015 mit einer 4 Track EP. Im Juni 2016 folgte dann das eigentliche Album, mit dem sie auch in der deutschen Radiolandschaft gehörig für Aufsehen sorgten.

Wir finden, sie haben mit Galactica den perfekten Soundtrack für den Sommer 2016 abgeliefert. Aus diesem Grunde trafen wir uns mit ihnen zu einem informellen Gespräch.

Mehr: Einhorn – Galactica – CD Review

Einhorn band

Einhorn – das Interview

Hallo! Gleich zu Beginn mal eine klassische Reporterfrage: Wie seit ihr auf euren Bandnamen gekommen und vor allem was bedeutet er für euch?
Einhorn: Um diese Frage kollektiv beantworten zu können, müssten wir dir streng genommen vier verschiedene Bedeutungen auftischen und womöglich rührselig und emotional werden. Was wir allerdings einstimmig zusammenfassen können, ist, dass er für folgenden Satz steht: „Weggefunkt gehört der Stock in euren Ärschen, jaja!“

Aha. Weshalb wählt ihr dann ein Fabelwesen als Symbol eurer Musik?
Einhorn: Wir möchten an dieser Stelle immens gegen den Ausdruck „Fabelwesen“ protestieren. Es gibt genug seriöse Datenübertragungsportale, wie beispielsweise Youtube, die Sichtungen dieses unbekannten Wesens belegen. Nur weil du noch keines mit deinen eigenen Augen gesehen hast, heißt es nicht, dass es keines gibt!

Ihr seid noch relativ junge Burschen. Tut ihr euch schwer innerhalb der Musikszene?
Einhorn: Nein keineswegs. Wir sehen vielleicht auch jünger aus, als wir sind. Zwischen 25 und 30 ist ja doch nicht mehr so jung. Und wir machen ja schon seit Ewigkeiten gemeinsam Musik, sind also mit Einhorn nicht – wie man so schön sagt – „auf der Nudelsuppe dahergeschwommen“.

Ihr kommt ja alle aus dem Burgenland. Wieso der Umzug nach Wien?
Einhorn: Wir studieren bzw. arbeiten alle in Wien, also liegt das einigermaßen auf der Hand. Und es lebt sich größtenteils einfach spannender in Wien als im Burgenland. Was nicht heißen soll, dass wir nicht zu unserer Heimat stehen und dort auch gerne unsere Wochenenden verbringen!

Fühlt ihr euch wohl in der großen Stadt?
Einhorn: Na aber so was von!

Wart ihr in der burgenländischen Musikszene in irgendeiner Form verankert?
Einhorn: Mit früheren Projekten sehr wohl, mit Einhorn allerdings noch nicht. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

Wien vs. Berlin

Wart ihr schon mal in Berlin? Warum ist Wien schöner?
Einhorn: Ich nehme an, du sprichst den Text bei unserem Song Schöner als Berlin an? Dabei geht es in erster Linie nicht darum, dass die Stadt Wien an sich schöner, besser, was auch immer als Berlin ist. Und schon gar nicht darum, dass Österreich besser als Deutschland ist! Wien steht hier repräsentativ für die Band-Szene und Berlin für die DJ-Szene. Der Rest erklärt sich von selbst, denk ich!?

Wie würdet ihr einem unbedarften Reporter eure Musik erklären? In welche Kategorie würdet ihr euch stecken?
Einhorn: Funk, the whole Funk and nothing but the Funk!

Wo seht ihr euch mit eurem Funk in ein paar Jahren? Glaubt ihr, ihr könnt von euerer Musik leben? Ist dies überhaupt eines eurer Ziele?
Einhorn: Es ist wie eine Krankheit: Kaum verdient man als Musiker was, juckt’s einen schon in den Fingern das ganze Geld für die nächste schwere Kiste auszugeben, die man beim Gig herumzuschleppen hat. Irgendwann verdient man dann so viel, dass man Leute dafür zahlen muss, all die Kisten herumzuschleppen, dann bleibt einem wieder nichts übrig. Und irgendwann noch viel später verdient man so viel, dass man verdammt weit mit dem ganzen Zeug reisen muss oder sogar alles mehrfach braucht, weil man es nicht von Kontinent zu Kontinent schleppen will. Dann verdient man wieder nichts. Aber Geld steht ja nicht im Vordergrund, sondern das Überleben. Und das tun wir allemal, also passts.

Einhorns Panikgedanken

Euer Live Setup basiert sehr stark auf elektronischen Geräten. Im Falle eines Stromausfalles auf der Bühne: Wie würdet ihr reagieren? Ist dann die Show zu Ende?
Einhorn: Nein. Der Funk braucht keinen Strom. Und wenn unser Sänger die Songs a cappella runtersingen müsste – die Show muss weiter gehen.

Plant ihr eine akustische Umsetzung eurer Songs?
Einhorn: Aktuell nur anlassfallbezogen für kleinere ausgewählte Promotion Sessions. Wir haben aber absolut keine Scheu davor.

Euer erstes Album ist eben bei Las Vegas Records erschienen. Eure Erwartungen?
Einhorn: Konkret: Wenn du in einem Jahr in Wien durch die Straßen gehst und zehn Leute im Alter von 20-30 ansprichst und fragst, was sie von Einhorn halten, sollten zumindest fünf sagen: „Meinst du die Band oder das Fabelwesen?“

Eure Texte kratzen stark an der Oberfläche. Habt ihr keine Sorgen/Ängste in eurem Alltag, die ihr in euren Songs verarbeiten müsst?
Einhorn: Selbstverständlich haben wir die. Wir verarbeiten sie allerdings bewusst nicht in unseren Texten und Liedern, weil wir sie nicht an unsere Zuhörer übertragen wollen. Unsere Texte handeln nun mal von der lockeren, ironischen Seite des Lebens und das soll auch so bleiben.

Galactica – ein Album für Trekkies?

Euer Album trägt den Titel Galactica. Ein ähnlicher fabelhafter, nicht greifbarer Name, genau wie Einhorn. Wieso dieser Titel? Star Trek Fans?
Einhorn: Du sagst es eh schon, es passt zu Einhorn. Es ist ein mächtiges Wort, unserer Meinung nach passend zum Artwork und passend zur Musik. Star Trek Fan, was für eine Frage – gibts tatsächlich Leute da draußen die keine sind?

Soll vorkommen! Wenn man euch in Wien auf ein Bier treffen mag – wo müsste man hierfür hingehen?
Einhorn: Donau, Schikaneder, Klub U etc. – aber am besten auf eines unserer Konzerte!

Danke für das nette Gespräch! Auf einen schönen Sommer!

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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