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Band des Monats November – STEFAN THALER

Band des Monats November – STEFAN THALER

Kalt wird es draußen. Die Blätter sind schon eingefärbt und die Konzerte werden wieder in die kleinen Klubs verlegt. Und wir von enemy.at läuten den November klassisch mit unserer Band des Monats ein. Diesmal präsentieren wir euch aber keine Band, sondern einen Act – STEFAN THALER. Der Kärntner hat vor Kurzem seine neue EP Alles auf Anfang veröffentlicht und kam von seiner zweiten Deutschlandtour nach Hause. Zu erzählen gibt es also genug.

STEFAN THALER – Das Interview

Hallo Stefan! Seit 30.09.2016 gibt es deine neue EP Alles auf Anfang zu erwerben. Mit welchen drei Worten würdest du deine EP deinen Eltern beschreiben?
Stefan: Diese Frage hätte auch direkt von meinen Eltern selbst kommen können 😉 Poppig, klassisch, erwachsen. Ich bin da ganz klar in der Schublade Austro-Pop/Singer-Songwriter zu finden. Klassisch, weil es nicht viel Schnickschnack braucht für eine gute Produktion. Erwachsen, weil es was ganz anderes ist, als ich noch zu meinen Anfängen 2009 gemacht habe.

Auf deiner EP befindet sich der Song Bei dir, der im Dialektgesang geschrieben ist. Wie kam’s zu der Idee und wird es in Zukunft öfter dialektische Ausritte von dir geben?
Stefan: Es gab sie die letzten Jahre immer wieder. Ich weiß nicht, woher das kommt oder wie es passiert. Meistens ist es jedoch mehr Zufall als geplant. Mir gefällt diese Richtung auch sehr. Man sieht ja, dass die österreichische Dialektmusik wieder mehr Anklang findet, auch im Ausland. Ich arbeite aber nicht darauf hin, extra Dialekttexte zu schreiben. In den letzten sechs Jahren sind drei Dialektsongs entstanden. Also noch hält es sich in Grenzen.

Mehr: STEFAN THALER – Alles auf Anfang EP – Review

Unterscheidet sich das Songwriting stark zwischen Hochdeutsch und Mundart? Was liegt dir besser?
Stefan:
In Österreich sagt man immer, dass Deutsch die Muttersprache ist. Für mich ist sie der Dialekt.  Und trotzdem fällt es mir schwerer, Texte in Mundart zu schreiben als auf Hochdeutsch. Es ist auch mittlerweile sehr schwierig, dass man mit seinen Mundarttexten nicht in den Schlager hineingedrängt wird.

Also nach Schlager klingt deine Musik keinesfalls! Du bist seit Jahren, mit deiner Gitarre bewaffnet, unterwegs. Seit geraumer Zeit hast du aber eine Band zur Verstärkung an deiner Seite. Warum dieser Schritt?
Stefan:
Es war für mich ein Schritt, der längst notwendig war. Das Alleine spielen kam damals eher aus der Not heraus, weil ich einfach keine anderen Musiker gefunden habe. Heute bin ich jedoch froh, dass ich all die Jahre alleine unterwegs war. Es hat so seine Vor- und Nachteile. Die Band habe ich letztes Jahr im November gegründet. Thommy und Phil kenn ich bereits von früheren Projekten. Stefan ist als Schlagzeuger neu dazugekommen. Den hab ich über Facebook kennengelernt.

Was hat sich dadurch für dich geändert?
Stefan:
Sehr viel. Das regelmäßige Proben zum Beispiel. Wenn ich für mich alleine probe, muss ich ja nur ein Zimmer weitergehen, hab da mein ganzes Zeug rumliegen, steck die Gitarre ein und los geht’s. Jetzt ist das nicht mehr so. Auch die Planung von Konzerten hat sich verändert. Wenn ich Solo spiele fahr ich alleine zu den Konzerten. Mit der Band hole ich mir jetzt immer einen Bus von einem Verein für das Equipment.

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Wer dich kennt, der weiß, dass du neben deinem eigenen Projekt bei vielen anderen Künstlern mitmischt. Sei es als Stagehand oder im Studio. Hinzu arbeitest du immer noch fleißig im Tourismus. Ist Stefan Thaler ein Workaholic?
Stefan:
Ich mache sehr viel. Manchmal vielleicht auch zu viel. Aber irgendwie brauche ich das auch. Ich komme auch zu all meinen Terminen, die ich habe, meistens zu spät. (lacht) Zurzeit arbeite ich sechs Tage die Woche in Klagenfurt. Nebenbei habe ich die Musik und bin als Stagehand bei Kompass Nord unterwegs. Doch egal, ob ich morgens um 6 Uhr wieder in der Arbeit stehen muss; wenn ich am Abend davor in einem kleinen Klub gespielt habe und die Leute eine super Zeit hatten, dann weiß ich, dass sich der Aufwand lohnt! Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen.

Mehr: Kompass Nord im Interview

Du kommst gerade von deiner zweiten Deutschlandtour. Wie war die Erfahrung für dich, im Ausland zu spielen? Wie war die Tour im Allgemeinen?
Stefan:
Ich habe bei meiner ersten Tour Anfang 2015 viele neue Leute kennengelernt, mit denen ich noch gut in Kontakt bin. Daher war es für mich sehr schön, heuer für eine Woche wieder nach Deutschland zu fahren. Das deutsche Publikum ist sehr dankbar für Livemusik. Ich würde auch sagen dankbarer als hier in Österreich! Die meisten Konzerte waren unter der Woche, dennoch haben einige den Weg in den Klub gefunden. „Was du kommst wirklich aus Österreich?“, hieß es meistens. Die heurige Deutschlandtour beschränkte sich leider nur auf den Ruhrpott. Sechs Tage, sechs Konzerte. Überall super nette Leute und jedes Konzert hatte seinen eigenen Flair. Manchmal schlief ich auf einem gemütlichen Bett, manchmal auch im Backstageraum auf der Couch mit einer Decke und meiner Winterjacke. Live zu spielen ist das Beste was du als Musiker machen kannst. Das liebe ich so daran.

Merkt man den Österreich-Hype in Deutschland, bzw. wird man mittlerweile als österreichischer Musiker anders wahrgenommen?
Stefan:
Ehrlich gesagt habe ich jeden Abend mit ein paar Leuten darüber gequatscht. Wanda erleben grade ihren Deutschland Hype. Bilderbuch sind auch bekannt. Aber am meisten kennt man noch die Austro-Pop Größen Falco, Ambros, Fendrich. An einem Abend wurde ich sogar als „die österreichische Hoffnung nach Wolfgang Amadeus Mozart“ angekündigt. Das war jedoch mehr als Scherz gedacht. Dennoch hat es die Leute zum Schmunzeln gebracht, weshalb sie dann auch zum Konzert gekommen sind. (lacht)

Mehr: Bilderbuch im Interview

Stefan Thaler, das steht für ein Potpourri an musikalischen Einflüssen. Welche Bands hörst du privat? Welche aktuellen Alben legst du uns ans Herz?
Stefan:
Ich bin glaub ich ein bunt gemischter Haufen an Musikstilen. Ich bin auch noch ein wenig von der alten Schule: Downloads interessieren mich nicht. Ich geh lieber in den Laden und hol mir da die aktuellen Alben am Erscheinungstag. Auch wenn man es nicht glaubt, aber meine musikalischen Wurzeln liegen im Metal und Punk Bereich. Das neue Album von A Day To Remember finde ich richtig gut! Auch Enter Shikari und Beartooth findet man bei mir im CD Regal. Im Auto habe ich zurzeit die Platten von Lian und Mikroboy – verdammt die sind richtig gut! Aber meine absoluten Heroes sind und bleiben Biffy Clyro. Jedes ihrer Alben ist hörenswert und live sind sie eine Wucht! Ich finde das beste Album von Ihnen ist noch immer Puzzle. Damals habe ich sie das erste Mal mit 14 auf MTV Rock gesehen und mich auf Anhieb in ihre Musik verliebt!

ENTSCHEIDE DICH !

Ich stelle dir jetzt Entweder-Oder Fragen und du musst dich für eine Möglichkeit entscheiden und bitte auch begründen:

Urlaub in den Bergen oder doch lieber am Meer?
Stefan: Berge sind schon schön, aber die habe ich hier in Kärnten im Überfluss. Wenn ich mal von allem weg will, dann steige ich in mein Auto und fahr runter ans Meer. Meistens nach Caorle, da fahr ich seit meinem 8. Lebensjahr immer ins selbe Hotel.

Koch oder Kellner?
Stefan:
Ich koche privat sehr gerne und habe auch die letzten zwei Jahre als Koch gearbeitet. Dennoch liegt mir der Job als Kellner mehr. Ich brauche den Kontakt mit Gästen, genauso wie ich live immer wieder die Verbindung mit dem Publikum suche.

Konsolenzocker oder Brettspieltyp?
Stefan:
Puh. Beides. Auf der Konsole zock ich grad FIFA17, das geht immer. Manchmal mach ich auch einen Spieleabend, da pack ich dann wieder mal Die Siedler von Catan aus. 😉

Game of Thrones oder The Walking Dead?
Stefan:
Games of Thrones!! Bin kein Horror-Typ. Hab letztes Jahr alle Staffeln von GoT in zwei Wochen geschaut. Die sechste Staffel fehlt mir noch. Aber ich nehme mir da sicher im Winter mal die Zeit dazu.

Dann spoilern wir dich hier mal lieber nicht! Schlechtes Bier bei einem guten Konzert oder guter Rotwein bei schlechtem Wetter in den eigenen vier Wänden?
Stefan:
Für Rotwein bin ich wahrscheinlich noch zu jung. Schlechtes Bier geht immer, solange es kalt ist. Wenn es mal ein gutes Konzert in der Nähe gibt dann ja! Livemusik wird leider immer seltener in Kärnten.

Danke STEFAN THALER für das Interview und wir wünschen dir weiterhin alles Gute!

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