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Band des Monats September – The Boys You Know

Band des Monats September – The Boys You Know

Ich möchte Teil dieser 1 Jugendbewegung sein. Was The Boys You Know mit ihren bisherigen Alben angefangen haben, ist bemerkenswert: Ich bin ein normaler Typ, manchmal ein bisschen langweilig, rauchen tu ich auch und meine Zeit verschwende ich ebenfalls ganz gerne. Aber trotzdem feiere ich mich selbst. Waste your Time, oida, aber im positivsten Sinn.

Ganz weit weg vom Selbstoptimierungsdrang klingt die Wiener Band wie das alte Jugendzimmer, in dem der Putz von der Wand schon abgebröckelt ist, aber man trotzdem noch gern mit seinen Freunden Limskaya-Sprite aus zwei Liter Plastikflaschen trinkt und Memphis Blue raucht. Nicht, dass ich das jemals gemacht hätte, aber ich träume oft davon. Dieser Paragraph war übrigens ein Versuch, die Nostalgie und den Zeitgeist – zwei Konzepte, die sie so verdammt gut miteinander kombinieren – in eine Metapher zu verpacken.

Genau deshalb sind The Boys You Know unsere Band des Monats September. Mit dem neuen Album Elephant Terrible im Gepäck und einigen Shows, die sie noch spielen werden, hat sich die Band rund um Sänger Thomas Hangweyrer diesen Pokal absolut verdient. Ebendieser hat uns schließlich auch per Mail ein paar Interviewfragen beantwortet, die ihr unter dem Video findet.

The Boys You Know – Das Interview

Hi Thomas! Der Release ist vorbei, das Konzert im B72 ist gespielt. Seid ihr zufrieden, wie alles gelaufen ist?
Thomas:
Was den Release angeht, absolut. Jeden Tag kommen schöne Reviews von Zeitungen die uns bisher ignoriert haben, die Singles laufen gut im Radio, auch bei den deutschen Nachbarn, wir sind ziemlich zufrieden. Was live angeht, so war die Show im B72 ja erst der Kick-off für unzählige Konzerte, die da in den nächsten Monaten auf uns zukommen.

Ich kann mir die schlechteste Einleitung zur kommenden Frage nicht verkneifen, pardon: The Boys You Know in der Ursprungsformation war ja ok, da kannte man euch schon. Wer sind jetzt die neuen Boys, die man kennen sollte?
Thomas:
„The Boys You Know“ hat ja nie uns Bandmitglieder gemeint, sondern die Leute, die in den Texten besungen werden. So gesehen hat sich daran auch nichts geändert. Aber ja, wir haben drei neue Musiker: Manuel Kurzmann, Bass, spielt ansonsten bei Clavigo und macht das Management der lieben Band FAMP. Max Hauer spielt Keys und Gitarre, den haben wir aus dem Nachlass von Clara Luzias Big-Band-Zeiten übernommen, ansonsten spielt er noch bei Cler&Klainer und bei Fotzhobl. Stefan Slamanig spielt Trompete und Percussion, ihn haben wir 2013 am Acoustic Lakeside Festival kennengelernt, mit seiner Band Superior Street. Und uns gleich verliebt. Drei Jahre später. 

Die ersten beiden Alben wurden relativ schnell releast, jetzt war eine kurze Pause. Was hat sich verändert, auch weil euch Gitarrist Matthias Kollos nun selbst produziert und nicht mehr Wolfgang Möstl?
Thomas:
In erster Linie der Druck, wir hudeln jetzt nicht mehr ein Album daher, sondern liefern erst, wenn’s stimmig und fertig ist. Das war vielleicht rückblickend der Fehler am zweiten Album, dass wir sofort irgendwas nachschießen wollten und uns nicht die Zeit genommen haben, es so leiwand zu machen wie es sein hätte können. Hier beim dritten Album wurde viel arrangiert und herumprobiert, das dauert halt.

the-boys-you-know-Elephant Terrible-cover

CD Cover „Elefant Terrible“

 

Ihr positioniert euch auf Facebook dezidiert politisch, was man meiner Meinung nach von euren Songs nicht sofort behaupten könnte. Warum an der Musik aufgeilen, wie Robert Zikmund das genannt hat, und dann online positionieren?
Thomas:
Wir sind auf Facebook nicht politischer als in den Songs. Nur gibt es halt subtilere Wege als zu singen „Save the children“, das sind uns die lieberen. Ich finde auch das Cover zu Elephant Terrible extrem politisch zum Beispiel. Aber ich bin auch froh, dass es einen offenbar nicht so plakativ und aufdringlich anspringt, wenn wir politisch sind. Wir singen halt dann

Mother left wing, pick us up, give us a home, draw us devils, we are wax in your hands

wie auf der Nummer Wax vom zweiten Album. Wenn einem Englisch fremd ist, denkt man so, „liab, er singt über seine Mama.“ Also man braucht nur hinhören, eigentlich. Wobei am aktuellen Album sind fast nur Love Songs, das stimmt. 

Sollte man sich als Band politisch positionieren oder sollte jede Gruppe das selbst entscheiden?
Thomas:
Weiß nicht, man sollte gar nix. Schon gar nicht sich von Leuten sagen lassen, was man sollte. Als Band. Find ich. 

 

Bleiben wir noch kurz im Internet: Oft spricht man davon, dass der Social Media Auftritt von Bands heute wichtiger ist als der kreative Output. Bei euch hat man das Gefühl, dass euch ein Konzept fremd ist: Ihr postet, worauf ihr Bock habt. Ist diese Ungeschliffenheit dann doch wieder nur Konzept oder ist es euch wirklich wurscht?
Thomas:
Mich turnt das persönlich so ab, wenn hinter Artist-Profilen ganz offensichtlich irgendwelche Marketing-Dudes sitzen, die dir was verkaufen wollen. Solchen Profilen folg ich dann nicht. Demnach betreiben wir unseres halt so, dass wir es selber nicht blöd finden würden als User. Das gelingt nicht immer; natürlich wollen wir den Link zum Online Shop noch ein fünftes Mal posten und den User interessiert das halt nur mittel. Aber dann gibt’s auch wieder ein Katzenfoto um 3 Uhr früh oder ein Gedicht oder vorm Donauinselfest einen „INSEEEEL MUASS INSEL BLEIBN“ Status. Man muss sich ja nicht alles als Wissenschaft verkaufen lassen. Man kriegt’s dann eh in Form von Interesse oder Desinteresse seitens der Leute mit. Im Moment ist das Interesse halt da, über uns wird geredet, die Leute kaufen die CDs und kommen zu Konzerten. Wenn wir uns nur mehr deppat aufführen machen sie’s vielleicht nicht mehr, wir sehen’s dann eh. Aber es ist kein legitimer Grund irgendwas nicht zu tun, die Angst davor. Dann kann man sich gleich eingraben, irgendwie.

Nach dem Release ist vor dem Release. Wie geht es weiter?
Thomas:
Kann ich zum ersten Mal seit wir das machen nicht sagen. Vielleicht machen wir noch ein Album, vielleicht bald, vielleicht dauert’s, keine Ahnung. Aber erst wenn wir was Gutes haben.

Eine letzte Frage zum Song Morals: Was ist das für 1 Video?
Thomas:
1 naises gell.

Definitiv! Danke für das Interview und alles Gute!

Photo: (c) Andreas Jakwerth

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