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Beefcake: Bitte stellt mir keine Fragen über meine Ernährung

Beefcake: Bitte stellt mir keine Fragen über meine Ernährung

Man hat jetzt lange nichts mehr von Beefcake gehört, ich hatte einfach viel zu viel um die Ohren und war auch eine ganze Weile mit mir selber im Zwiespalt. Mittelpunkt meines Dilemmas war meine Ernährung – und zwar nicht im Sinne von

Clean Eating oder einfach alles reinhauen, was geht.

Ich glaube mich zu erinnern, dass ich in meinem ersten Beefcake-Artikel mal erwähnt habe, dass ich meinen Fleischkonsum ziemlich stark reduziert habe. Mittlerweile bin ich auch auf Sojamilch und -joghurt umgestiegen, Eier und Käse landen selten auf meinem Teller.

Kommen wir nun also zu meinem Konflikt: Ich habe maximal zwei mal pro Woche Fleisch gegessen, habe mir aber gleichzeitig auch immer mehr vegetarische oder vegane Rezepte aus dem Internet geholt. Man könnte meinen, dass ich mich auf eine komplette Umstellung meiner Ernährung vorbereitet habe. Natürlich esse ich immer noch gern Fleisch und das ist sicherlich der Hauptgrund für meine Disharmonie mit mir selbst. Ich finde mich also des Öfteren auf meiner ziemlich durchgesessenen Couch wieder und frage mich, wie denn das gerechtfertigt ist, dass ein Tier stirbt, nur weil ich gern Schnitzel, Speck und Schweinsbraten esse?

Aber das ist auch einfach mein eigenes Problem, das ich niemandem aufhalsen will. Ich selber muss für mich eine Lösung finden.

Ernährung-Stirfry

(c) Doris Arnusch

 

Jetzt kommen wir aber zu dem interessanten Teil: Auf verschiedenen Parties, Grillfesten oder Familienfeiern werde ich immer wieder danach gefragt, wie denn das so aussieht mit mir und dem Fleisch. Meine Antwort darauf: Ich esse alles, aber ich versuche, den Fleischkonsum und den Konsum aller anderen tierischen Produkte auf ein Minimum zu beschränken. Ich lebe für mich as vegan as possible – und das trifft vor allem auch auf sämtliche Kosmetika, Putzmittel und Hygieneartikel zu, das ist alles “cruelty free”.

Ich glaube halt, dass ich – und das klingt so egoistisch – einfach noch nicht bereit bin, auf alles an Tierprodukten zu verzichten. Aber vielleicht bin ich bald so weit, meine Ernährung total zu verändern. Für mich ist es momentan ein halbwegs guter Kompromiss, 4-5 Tage in der Woche vegan (oder halt auch mal vegetarisch) zu leben und zwei Tage Fleisch und Fisch zu essen, auch wenn mich mein Gewissen tausend mal tadelt.

Ernährung_Salat

(c) Doris Arnusch

Damit wäre die ursprüngliche Frage beantwortet. Die Menschen könnten darauf einfach sagen: “Ach okay, ich bin froh, dass du eine Lösung gefunden hast, die momentan für dich funktioniert” oder einfach nur “Aha, gut”. Dann wär ich zufrieden, mein Gesprächspartner auch und alles ist chill. Meistens kommen aber Aussagen wie “Aja, aber wenn man mal selber ein Tier ausgenommen hat, ist das gar nicht mehr so schlimm” oder “Aber jetzt isst du auch gerade Fleisch”. Oder auch:

Und was sagt da dein Freund dazu? Männer brauchen doch Fleisch.

Jo eh, mein Freund kann mit diesem Kompromiss auch gut leben, er mag mich zwar nicht in jeder Hinsicht verstehen, aber akzeptiert es und ihm schmeckt es trotzdem.

Ich will mich hier gar nicht als “special snowflake” aufspielen. Ich dränge euch aber das Thema auch nicht auf – ihr fragt mich. Wenn es euch nicht interessiert oder ihr nichts Besseres als Antwort auf Lager habt, dann lasst es bitte einfach sein. Und ich weiß, es bringt nichts, sich darüber aufzuregen. Aber manchmal muss das auch raus.

Photos: (c) Doris Arnusch

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