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Billy Talent – Afraid Of Heights

Billy Talent – Afraid Of Heights

Endlich ist es da, das neue Album von Billy Talent: Afraid Of Heights. Nachdem die gleichnamige Single vorab schon mächtig Lust auf die LP machte, gibt es nun endlich die anderen 11 Tracks zu hören. Oder eigentlich nur 10. Aber alles der Reihe nach.

12 Tracks bietet Afraid Of Heights uns hungrigen Hörern insgesamt. Der Opener Big Red Gun ist mit 3:17 min. Spielzeit der kürzeste, Rabbit Down The Hole mit ganzen 6 Minuten (und 3 Sekunden) der längste. Auf den ersten Blick also ein vielversprechendes Album.

Und so beginnt es auch. Die ersten Nummern, mit der Single Afraid Of Heights als Nummer 2, klingen so, wie man es nach dem Vorboten auch erwartet hatte. Irgendwie typisch Billy Talent, aber erwachsener und mal mehr (Ghost Ship Of Cannibal Rats) mal weniger (Louder Than The DJ) aggressiv. Letzterer animiert sogar zum Tanzen, auch wenn der Refrain mich nicht umhaut. Hier können die Strophen eher punkten. Soweit so gut.

Mehr: Baby, don’t think twice: Billy Talent kommen nach Wien

 

Dann beginnt die Stimmung auf Afraid Of Heights zu kippen. Beginnend mit The Crutch klingen Billy Talent jetzt düsterer, auf eine andere Art Alternativ, mit einem winzigen Hauch von Stoner Rock. Oder Punk. Oder sogar mit Synthies. Die Kanadier testen ihre Grenzen aus. Nur Leave Them All Behind hebt sich davon ab, denn die achte Nummer ist so fröhlich, wie man es von ihnen gar nicht gewohnt ist.

Lyrisch hingegen ist auf der LP alles beim Alten: Politik, Religion, es ist alles dabei. Lieber ein Mal zu viel über Ernsthaftes gesungen als ein Mal zu wenig.

Als allerletzter Track folgt noch mal Afraid Of Heights (Reprise): Eine längere und geringfügig langsamere Version des Songs, die einen hinausträgt aus der düsteren Welt von Billy Talent und ihren Höhenängsten.

Fazit

Afraid Of Heights bietet eine Mischung aus gewohnten und neuen Sounds. Es ist ein erwachsenes Album, auf dem sich die Aggression eines Teenagers in die Resignation eines Erwachsenen gewandelt hat. Billy Talent klingen, als hätten sie die Hoffnung auf eine bessere Welt aufgegeben.

Dazu beigetragen hat vor allem die Situation um Drummer Aaron Solowoniuk, dessen Multiple Sklerose-Erkrankung derzeit so schlimm ist, dass er das Album nicht einspielen konnte. Auch ob er seine Freunde auf die anstehende Tournee begleiten kann, steht noch in den Sternen. Bis dahin übernimmt Alexisonfire-Schlagzeuger und langjähriger Freund der Band Jordan Hastings das Rhythmusinstrument.

Das Artwork des Booklets spiegelt diese Stimmung besonders gut wieder. Afraid Of Heights ist düster, aber nicht deprimierend. Es klingt nicht alles wie der gleichnamige Vorbote, aber auch nicht schlechter. Nur eben nicht ganz so, wie man es erwartet hätte.

Billy Talent – Afraid Of Heights

Für Fans von: Rise Against
Warner Music International (Warner)
29.07.2016
Gesehen um € 17,997 von 10 Punkte

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