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Dark Souls III im Test

Dark Souls III im Test

Auferstehung aus der Asche

Wenn Eltern ihre Kinder aus dem Zimmer schicken, um sie vor fluchen, wüten und weinen zu schützen, dann gibt es einen neuen Teil der Dark Souls Reihe von From Software. Kenner wissen bereits, dass man vermutlich öfters „Du bist gestorben“ auf dem Bildschirm lesen wird, als es einem lieb ist. Sogar die Entwickler selbst bezeichnen Dark Sous III, als den schwersten Teil der Reihe. Problem? Wir glauben nicht.

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Wir sind endlich in Lothric angekommen

Willkommen im Königreich von Lothric. Um die bevorstehende Apokalypse abzuwenden werden wir als der Aschener (engl. The Ashen One) wiedergeboren. Unsere Aufgabe: Das Auffinden der Aschenfürsten, welche der Flamme dienen, um das Unheil der Welt abzuwenden. Dazu erforschen wir, wie in den Vorgängern, zahlreiche Gebiete, stellen uns mächtigen Bosskämpfen und entwickeln unseren Charakter zur persönlichsten Höchstform.

Vom Bettler zum Prügelknaben

Bereits die Charaktererstellung hat immense Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. Denn neben einigen optischen Aspekten, wie Geschlecht, Körperbau und Gesichtszüge werden wir bereits vor die erste große Wahl gestellt. Je nach bevorzugter Spielweise sollte man nämlich die richtige aus den insgesamt 10 Klassen wählen. Feste Charakterentwicklungen gibt es allerdings nicht und so kann auch im späteren Spielverlauf ein anderer Weg eingeschlagen werden. Jedoch bieten die 10 Klassen eine grobe Vorgabe an Charakterfertigkeiten und Eigenschaften.

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Die richtige Wahl der Klasse kann zu Beginn entscheidend sein.

Wer sich mehr blindlings ins nächste Gemetzel stürzt, wählt besser den Ritter, der sich durch Stärke und seine dicke Rüstung auszeichnet. Als Zauberer ist man gut bedient, wenn man das Schlachtfeld lieber auf Distanz betreten möchte, da dieser deutlich wendiger ist und mit seinen Zaubern den Feinden ordentlich einheizen kann. Die ultimative Herausforderung bietet man uns allerdings mit dem Bettler, der ohne Voreinstellungen und Ausrüstung startet und sich somit seinen eigenen Weg in der Dark Souls Geschichte einschlagen darf.

Die „neue“ Welt von Lothric

Erwacht aus der Asche betreten wir die düstere Welt von Lothric, in der, ganz klar, wenig Leben zu finden ist. Optisch erinnert die Spielewelt ganz klar an Bloodborne, den kleinen Bruder von Dark Souls, denn für den dritten Teil von Dark Souls wechselte From Software auf ihre eigene Grafik Engine. Doch im Gegensatz zu Bloodborne wirken die Gebiete eher uninspiriert und schlecht kopiert. Jedes Gebiet erinnert an die jeweiligen Vorgänger, Innovationen oder Neuerungen erwartet man vergebens. Auf unserer Erkundung finden wir nur selten ein eng verschlungenes, voller Abkürzung bestücktes Areal vor, wie es z.B. im ersten Dark Souls oder Bloodborne der Fall ist. Daher kämpfen wir uns eher linear durch die einzelnen Gebiete und kommen nur selten in Versuchung in ein vorheriges zurückzukehren.

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Die „neue“ Welt von Lothric

Zuhause vor dem Feuerschrein

Einzig unserem Feuerschrein, einem abgelegener Rastplatz für unseren Helden, statten wir häufiger einen Besuch ab. Hier lassen sich nämlich viele Charaktere, die wir auf unserer Reise treffen, nieder und bieten uns fortan ihre Dienste an. Als fester Bestandteil unseres Lagers stehen uns bereits zu Beginn der Schmied, welcher uns gegen Seelen neue Waffen schmiedet oder vorhandene verbessert oder durchwirkt, die Schneiderin, welche uns Rüstungen und weitere Ausrüstungsgegenstände anbietet und die Feuerhüterin, welche uns Charakterlevel für Seelen eintauscht, zur Verfügung.

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Unser bester Freund und Helfer: Der Schmied

Halten wir auf unserer Reise die Augen offen, so können wir noch mehr NPCs finden und für unseren Feuerschrein rekrutieren. Allerdings müssen die einzelnen Gebiete nicht nur ausführlich durchforstet werden, sondern meistens haben die jeweiligen NPCs auch noch eine Aufgabe für uns parat. Diese bekommen wir aber nur dann, wenn uns der jeweilige Charakter auch als würdig erachtet indem wir die passenden Attribute besitzen.

Auf in den Kampf

Ein besonderer Fokus, wie schon in den vorherigen Teilen, liegt bei Dark Souls am Kampfsystem. Ob nun gegen Standardfeinde oder übermächtige Bossgegner, das richtige Waffensetting kann das Zünglein an der Waage bedeuten. Die Grundbewegungen sind jedoch immer gleich und beinhalten zwei Angriffsvarianten, Ausweichen und Blocken. Allerdings verfeinert man diese durch zahlreiche Aspekte, wie z.B. die Waffentypen oder Eigenschaften wie Gift oder Feuer. Je nachdem welcher Gegnertyp nun vor uns steht haben diese Variablen andere Einflüsse auf diesen. Auch hat unsere angelegte Ausrüstung Einfluss auf unsere Bewegungsfreiheit und der Level unserer Ausdauer auf unser Kampfverhalten. Für noch mehr Variation sorgen die unterschiedlichen Stilrichtungen pro Waffentyp, wodurch neue Angriffe möglich werden.

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Auf in den Kampf, denn der Drache wartet schon

Die Qual der Wahl

Sind zahlreiche Spielelemente ähnlich oder gleich geblieben, so bleiben doch einige Neuerungen, die dem Spiel frische Würze verleihen. Den Anfang macht hierbei das Estus-Flakon, welches bisher als rote Ampulle zur Auffrischung unserer Gesundheit gedient hat. Nun wird dieses um eine blaue Phiole erweitert, wodurch auch unsere Fokusanzeige erneuert werden kann. Die Anzahl an Estus-Flakon wird allerdings aufgeteilt. So können sieben Ampullen auf vier Rote und 3 Blaue aufgeteilt werden.

Auch das erlangen von Spezialwaffen wurde deutlich erleichtert. Mit der passenden Boss Seele können wir bei Ludeleth im Feuerschrein für eine von zwei Waffen entscheiden. Der zweite Gegenstand kann erst beim erneuten Spieldurchlauf erlangt werden.

Fazit

Dark Souls III ist sicherlich nicht ganz perfekt, allerdings schon nahe dran. Denn bei den zahlreichen Möglichkeiten der Charakterentwicklung, dem flüssigen Kampfsystem und Gameplay und der Variation an Gegnern gibt es eigentlich nur wenig zu meckern. Doch der „schwerste Teil der Reihe“ fordert uns bei einigen Bosskämpfen so überhaupt nicht. Wenn uns während eines Kampfes nämlich nur eine Masse an Standardgegnern entgegen gesetzt wird oder wir den übermächtigen Feind lediglich einige Standardangriffe um die Ohren schleudern müssen, fragen wir uns nach dem Sinn dieser Herausforderung. Denn eines ist klar: Wir erwarten uns bei einem richtigen Boss einen gut inszenierten, fordernden, vielleicht sogar mit mehreren Evolutionsstufen gespickten Kampf, der uns wünschen lässt wir würden dann doch nur einer Masse an Standardgegnern entgegen stehen. Auch beim Level Design hat man an einigen Stellen gespart und so kommen einem gerade in den Katakomben die Wege sehr bekannt vor. Trotzdem bereitete Dark Souls III unserer Seele bereits zahlreiche Stunden Spielespaß. Wir warten bereits auf eure Seelen und werden bis dahin die weiteren Geheimnisse von Lothric erkunden.


Release Date: 12.04.2016
Plattform: PS4, Xbox One, PC
Genre: Action RPG
Publisher: Bandai Namco, From Software

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