Home   /   Upcoming  /  Musiktipps  /   Deutsch-österreichische Freundschaft: Konzerttipps für Februar

Deutsch-österreichische Freundschaft: Konzerttipps für Februar

Deutsch-österreichische Freundschaft: Konzerttipps für Februar

Alaaf, Helau, Lei-Lei – egal welchen seltsamen Narrenruf man auch für sich wählen mag, eines lässt sich nicht leugnen: Fasching steht vor der Tür! Oder doch Karneval? Eine der vielen kleinen Unklarheiten, der man sich als Österreicherin in Deutschland stellen muss. Ist das überhaupt von Bedeutung? Für mich als Faschingsmuffel: Ne. Dafür gibt es auf jeden Fall andere Vorzüge, auch wenn der Februar der kürzeste Monat des Jahres ist – Schaltjahr sein Dank diesmal sogar mit einem Bonustag – ist er vollgepackt mit großartigen Bands aus allen Ecken der Welt, die uns mit ihrer nicht weniger großartigen Musik erfreuen.

 Konzerttipps für Februar

1.02.16

Direkt zu Monatsbeginn werden die harten Geschütze aufgefahren. Ende Januar fiel schon der Startschuss für MoTrips Tour, die den Deutschrapper mit libanesischen Wurzeln auch nach Graz, Salzburg und Wien führt. Auf seinem aktuellen Album Mama hat sich ein Querschnitt so ziemlich aller Größen der aktuellen deutschen Rapszene als Featuregäste verewigt, darunter unter anderem Sido, Samy Deluxe und Haftbefehl, aber auch Joke, der als Special Guest Teil dieser Tour ist. (1. Februar, Backstage)
Fans von Serien wie Scrubs, Grey’s Anatomy und Dr. House oder aber generell dem cineastischen Schaffen von Zach Braff, der im Übrigen noch sein bester Freund ist, dürfte der Name Joshua Radin bereits ein Begriff sein. Mit seinen folkigen Singer-Songwriter-Balladen hat der Amerikaner in vielen entscheidenden Film- und Fernsehmomenten für die passende musikalische Untermalung gesorgt. So sind mittlerweile bereits sieben Alben entstanden, die mal schwermütiger, mal leichtfüßiger sind, in jedem Fall aber durch Radins samtweiche Stimme verfeinert werden. (1. Februar, Muffathalle)

2.02.16

Tatsächlich, diese halb nackte, Pelz tragende Blondine ist Ellie Goulding. Kommt mir gar nicht so lange her vor, als ich, verzückt von Songs wie Starry Eyed und Every Time you go, ihr Album Lights rauf und runter gehört habe. Tatsächlich liegen da nun schon fünf Jahre und zwei Alben dazwischen. In der Zeit, in der ich offensichtlich den Anschluss an die britische Sängerin verloren habe, haben sie viele andere für sich entdeckt. Vor allem mit der Single Love Me Like You Do für die Verfilmung des Softporno-BDSM-Romans Shades of Grey hat sie sich wohl unweigerlich selbst in den Popolymp geschossen. Somit darf es beim Konzert in München keine kleinere Venue als die Olympiahalle sein.

ellie-goulding-live

Ellie Goulding

3.02.16

Die Olympiahalle ist wohl die einzige Gemeinsamkeit, die die Band am darauffolgenden Abend mit Ellie Goulding teilt. Schon seit 1995 schocken und begeistern Slipknot auf hohem Niveau. Die neunköpfige Band hat trotz ihrer langen Geschichte verhältnismäßig wenige Platten veröffentlicht – fünf an der Zahl – musste allerdings auch einige Hürden meistern. Vor allem der Tod von Bassisten Paul Gray, der 2010 an einer Überdosis Schmerzmittel in Kombination mit einem Herzfehler verstarb, war ein entsprechender Rückschlag für die Musiker. Das Album 5: The Gray Chapter kennzeichnete 2014 das Ende einer mehrjährigen Schaffenspause und das Comeback der maskierten Metalband.

4.02.16

Wo man am 4. Februar hingeht, bleibt einem selbst überlassen, eine gewisse Auswahl ist jedenfalls gegeben. Im Feierwerk ist das Berliner Elektropop-Trio Grossstadtgeflüster zu Gast, die aus ihrem Wochenendhäuschen in der Fickt-Euch-Allee gekrochen sind, um auf gleichnamige Tour zu gehen. Im Technikum darf man einem Urgestein der deutschen Punkszene beiwohnen, die sogar auf eine noch längere Bandgeschichte zurückblicken können als Slipknot. Schon vor der Jahrtausendwende begeisterte die Terrorgruppe vor allem bei Liveauftritten, verkündete allerdings zum Leidwesen der Fans im Jahr 2005, dass sie keine Konzerte mehr gemeinsam spielen werden. Doch unverhofft kommt eben doch oft, und so wurde 2013 überraschend das Comeback der Punker verkündet, die sich – trotz einiger Mitgliederwechsel – beinahe in Originalbesetzung wieder zusammengefunden haben. Das wird unter anderem im Münchner Technikum und der Arena Wien (5. Februar) gefeiert. Am selben Abend gibt es auch Besuch von Übersee: Die Post-Hardcore-Band aus Los Angeles Escape The Fate stellen im kleinen Rahmen im Münchner Strom ihr aktuelles Album Hate Me vor.

Terrorgruppe in der Arena Wien

Terrorgruppe

 

6.02.16

Natürlich gibt es genügend Beispiele dafür, dass auch Europa großartige Hardcore- und Metalcorebands hervorgebracht hat (Archtitects, Bring Me The Horizon, Your Demise, …). Seltener ist es jedoch der Fall, dass diese aus portugiesischen Küstenorten stammen, wie es auf More Than a Thousand zutrifft. Fans sollten sich die Termine dieser Farewell-Tour dick und rot im Kalender einzeichnen, denn am Ende der musikalischen Reise verabschiedet sich die Band vorerst von der Bühne, wie im Juli bekannt gegeben wurde. Es handle sich dabei um keine offizielle Auflösung, doch könnte man fürs erste auch noch nicht sagen, wann und ob sich die Musiker überhaupt wieder zusammentun werden, so das Statement auf Facebook. Nach 15 Jahren harter Arbeit im DIY-Verfahren sei ihnen eine Pause gegönnt.
Dass Arbeit manchmal einfach nervt, haben auch Deichkind festgestellt. Im nächsten Jahr feiert die Hip-Hop-Elektro-Party-Crew auch schon ihr 20-jähriges Bestehen, ruhig ist es aber trotzdem noch nicht um die Hamburger geworden. Ganz im Gegenteil – wer bisher noch nicht die Gelegenheit hatte eines der verrückten Abrisskonzerte dieser Formation zu sehen, sollte das auf jeden Fall im Zenith nachholen.

 

Deichkind | © Ljubo Lukic

Deichkind | © Ljubo Lukic

7.02.16

Ein weiteres Beispiel, wie gute amerikanische Hardcoremusik klingen kann, sind Stick To Your Guns. Mit gesellschaftskritischen, intelligenten Texten und impulsiven Liveshows konnten sich die Kalifornier auch weit abseits ihrer Heimat eine große Fangemeinde erspielen. Dass sie auf ihrer Europatour noch Stray From the Path, Counterparts und Wolfdown im Vorprogramm mit dabei haben, macht die fünf Musiker nur noch sympathischer. Etwas ruhiger wird es hingegen im Zenith, wenn der deutsche Popsänger, den Jan Böhmermann und Olli Schulz mal passenderweise als „Mischung aus Xavier Naidoo und Herbert Grönemeyer“ bezeichneten, Andreas Bourani Einzug hält. Seine Show in München, wie viele andere Tourtermine auch, ist allerdings schon ausverkauft.

Stick To Your Guns

Stick To Your Guns

8.02.16

Kontrastprogramm und Frauenpower vom Feinsten gibt es auch am darauffolgenden Abend: Auf der einen Seite wird Raeen Roes Wilson im Ampere zu Gast sein, die besser unter ihrem Künstlernamen Angel Haze bekannt ist. Die erst 23-jährige Hip-Hop-Künstlerin nutzte, wie mittlerweile viele junge Musiker, die Vorteile des World Wide Web gekonnt aus und erhielt durch den Erfolg verschiedener Mixtapes und ihrer EP Reservations einen Plattendeal bei Island Records. Auch die englische Indieband Daughter, rund um Frontfrau und Sängerin Elena Tonra, blickt mit fünf Jahren auf eine eher kurze Bandgeschichte zurück. Die Gunst und Aufmerksamkeit von Fans und Kritikern hatte das Trio trotzdem sofort auf ihrer Seite, weshalb die Show im Technikum leider auch schon seit Wochen ausverkauft ist.

9.02.16

Pete Doherty hat nicht nur einen hohen Input – meist in Form von Drogen und/oder Alkohol – sondern auch musikalischen Output. Dieser reichte sogar für zwei Bands, denn noch vor den Babyshambles stand er als Sänger von The Libertines auf der Bühne. Vor allem aufgrund von Doherty’s Drogeneskapaden kam es aber intern immer wieder zu Unstimmigkeiten, die 2004 sogar zum (inoffiziellen) Ende der Band führten. Sechs Jahre später waren die Wogen offenbar wieder geglättet und Bankkonten leer geräumt und so fanden The Libertines für zwei Shows am Reading und Leeds Festival und die atemberaubende Summe von fast 1,7 Millionen Euro wieder zusammen. Im vergangenen September erschien das dritte Album Anthems for Doomed Youth der vierköpfigen Band. Man darf wie so oft vor Liveshows gespannt sein in welchem Zustand und ob Pete Doherty die Bühne des Zeniths überhaupt betreten wird.

10.02.16

Wenn ich zaubern könnte, würde ich mir an diesem Abend wünschen an vier Orten gleichzeitig sein zu können. Zum einen wäre ich gerne im Feierwerk, wenn die kanadische Hardcoreband Cancer Bats ihr aktuelles Album Searching for Zero präsentiert. Zur gleichen Zeit werden Twenty One Pilots die Bühne der Tonhalle betreten, die diese und viele andere Shows ihrer Tour bereits ausverkaufen konnten. Das Duo aus Ohio einem bestimmten Genre zuzuordnen ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, da sich die beiden an Elementen aus Pop, Elektro, Rock und Hip-Hop vergreifen und daraus ihre ganz eigene Musik kreieren. Diese bezeichneten sie selbst in einem Interview als „Songs, you wanted to hear your entire life“. Nebenan hält der Alexisonfire-Gitarrist Dallas Green alias City and Colour in der Theaterfabrik Einzug. Mit seinem folkigen Singer-Songwriter-Soloprojekt ist er nun schon seit über zehn Jahren aktiv, 2015 erschien das aktuell siebente Album If I should go before you, welches er nun auch live präsentiert. Zu guter Letzt klatschen noch Roger & Schu im Ampere kräftig in die Hände…äh Finger. Auch wenn Blumentopf das offizielle Ende der Rapgruppe verkündeten haben, machen die beiden ehemaligen Mitglieder nach wie vor gemeinsame Sache – und das mit mindestens so viel Wortwitz und bissigen Reimen wie „der Topf“ viele Jahre zuvor.

Dallas Green © Yavuz Odabas

Dallas Green © Yavuz Odabas

12.02.16

Gleich zwei (bzw. drei) großartige deutsche Künstler sind am 12. Februar in München zu sehen: Zum einen handelt es sich dabei im Freiheiz um den ehemaligen Jupiter-Jones-Frontmann Nicholas Müller, der nun mit Tobias Schmitz gemeinsame Sache macht. Nach einer gesundheitsbedingten Auszeit aufgrund einer Angststörung meldet sich der Sänger mit herzerweichendem Deutschpop seiner Band Von Brücken zurück und zeigt damit eindrucksvoll, dass man seine Ängste besiegen kann. Im Westen nix Neues ist im Grunde gelogen – natürlich gibt es was Neues! Ein neues Album von Prinz Pi nämlich, das am 5. Februar erscheint. Nur eine Woche später gibt es die Platte bereits live in der Muffathalle zu hören – für all diejenigen zumindest, die schon Karten für das ausverkaufte Konzert ergattern konnten. Für das Konzert in der Wiener Arena hat man noch die Chance Tickets zu bekommen, also (Hip) Hop Hop!

16.02.16

Vorzeige-Indie-Folk mit einer überaus prägnanten Stimme – so könnte man die Musik von Kristian Matsson wohl am besten beschreiben. Auf CDs, Plakaten und Bühnen nennt sich der schwedische Singer-Songwriter allerdings lieber The Tallest Man on Earth und erfreut am 16. Februar seine süddeutschen (und vielleicht auch österreichischen) Fans, Shows in Österreich wird es auf dieser Tour nicht mehr geben.

 

The Tallest Man On Earth - © Yavuz Odabas

The Tallest Man On Earth – © Yavuz Odabas

18.02.16

Unbeschreiblich traurige Berühmtheit – wer sie denn ihrer Musik wegen vorher noch nicht kannte – erlangten die Eagles of Death Metal am 13. November 2015, als bei ihrem Konzert im Pariser Bataclan knapp 90 Personen bei einem Terroranschlag getötet wurden. Umso mehr muss man den Hut vor der Band um Josh Homme und Jesse Hughes ziehen, die bereits so kurze Zeit nach diesem Unglück dazu bereit ist, die abgesagten Konzerte nachzuholen und sich wieder auf die Bühne zu stellen. Auf ihrer „Nos Amis“ („Unsere Freunde“-) – Tour wollen sie bewusst ein Zeichen dafür setzten, dass man sich dem Terror nicht beugen soll und so werden sie am 18. Februar die Münchner Tonhalle bespielen.

20.02.16

Sie ist das lebende Beispiel dafür, dass der Sieg nicht alles ist. Als sie am Ende des Starmania-Finales im Jahr 2003 nur auf dem zweiten Podestplatz landete, hätte wohl niemand damit gerechnet, was für eine erfolgreiche Zukunft noch vor der Oberösterreicherin liegen würde. Mittlerweile ist Christina Stürmer der musikalische Exportschlager, hat Echo- und Amadeus-Awards (und sogar einen Bravo-Otto) im Regal stehen und macht auch immer wieder durch ihr soziales Engagement auf sich aufmerksam. Im Februar ist sie wieder in Deutschland und Österreich unterwegs, unter anderem im Münchner Zenith.

christina-stürmer-gesternheute-best-of-cover

21.02.16

Wer sich eher von Popmusik angesprochen fühlt, hat an diesem Abend die Wahl: Zum einen ist Lena (Meyer-Landrut) in der Theaterfabrik zu sehen, die wohl mittlerweile ihren Nachnamen offiziell abgelegt hat und nun Madonna-Like nur noch mit ihrem Vornamen durchzustarten versucht. Auch Hurts sind relativ einsilbig, zumindest was ihre Albumtitel angeht. Auf die Vorgänger Happiness und Exile folgte im Oktober das aktuelle Album Surrender, welches das britische Synthie-Pop-Duo im Kesselhaus präsentieren wird. Im Gegensatz zu Hurts zählen Massive Attack schon zu den ganz alten Hasen im Showgeschäft. Wegen der großen Nachfrage wurde in München sogar ein Zusatzkonzert eingeschoben, was durch die folgenden Worte aber auch keinen großen Trost mehr spenden dürfte: beide Shows sind ausverkauft.

23.02.16

Mit dem Hit Lieblingsmensch war Namika auf Dauerrotation auf so gut wie allen Frequenzen zu hören. Auf Youtube zählt der Song aktuell knapp 40 Millionen Plays, eine ziemlich beeindruckende Zahl für die erste Single vom Debütalbum Nador. Welche Songs die Platte der marokkanisch-deutschen Musikerin sonst noch enthält, wird sie am 23. Februar im Backstage zeigen.

28.02.16

Und wieder ist ein Monat im Jahr 2016 schon so gut wie rum. Wie schön, dass sich dieser mit großartiger deutscher Musik von uns verabschiedet. Mit Die Antwort (nicht zu verwechseln mit Die Antwoord) legte Bernd Begemann 1987 seinen musikalischen Grundstein, mittlerweile wird er auf der Bühne von seiner Band Die Befreiung begleitet. Mit eben dieser veröffentlichte er im Dezember Eine kurze Liste an Forderungen, das aktuelle Album der Kombo. Auf die Ohren gibt es das nicht nur auf CD, sondern auch live, unter anderem im kleinen Milla Club in München. Faster, Harder, Scooter – mehr muss man zu dieser Band wohl auch nicht sagen. Und sofort tut sich in meinem Kopf ein Video des dauerblondierten Frontmanns H.P. Baxxter auf, der einem auf aggressive Art und Weise auf der Grundlage irgendeines austauschbaren Technobeats Anweisungen (Move your ass!), Zustandsbekundungen (Hyper Hyper/ Maria (I like it loud)) und Fragen (How much is the fish?) entgegenbrüllt. Wer das mag und mal im echten Leben sehen möchte hat am 28. Februar die Möglichkeit dazu im Münchner Zenith. Als Denksportaufgabe für den März dürft ihr nun versuchen euch daran zu erinnern, wie die anderen beiden Mitglieder von Scooter so aussehen.

Scooter | © Andreas Graf

Scooter | © Andreas Graf

Home   /   Upcoming  /  Musiktipps  /   Deutsch-österreichische Freundschaft: Konzerttipps für Februar

Tags

Related Article