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Er ist so schön! – Adam Lambert im Gasometer

Er ist so schön! – Adam Lambert im Gasometer

Am 2. Mai beehrte uns Adam Lambert (er ist so hübsch!) im Wiener Gasometer! Und obwohl es für mich das erste Mal war, dass ich auf den jungen Amerikaner treffen durfte, muss ich da eindeutig zustimmen. Denn er sieht tatsächlich gut aus. Auch live. Und talentiert ist er auch noch! Aber erst einmal der Reihe nach:

Das Publikum

Gut gelaunt, wie man sich nun einmal auf den Weg zu einem Konzert macht, hab auch ich mich ins Gasometer begeben. Einlass 19:00 Uhr, Beginn 20:00. Und noch vor dem Betreten, während ich in der eeeeewig langen Schlange stand, fielen mir die Besucher ins Auge: der Durchschnitt mittleren Alters, und anscheinend hatten es doch einige Weiblein geschafft, ihre Männlein mitzunehmen. Alles in allem: die typischen Pop-Konzert-Geher. Und entsprach auch völlig meinen Erwartungen.

Doch in der Halle angekommen, war ich erstaunt, dass so viele Menschen schon vor Ort waren. Denn das Gasometer war schon gegen 19:30 voll. So etwas habe ich dann auch noch nicht erlebt. Respekt, Herr Lambert!

Der DJ

Mit einem Spritzer bewaffnet gesellte ich mich auch gleich in die Menge und lauschte der Vorband. Bzw. DJ Manshee, einem österreichischen DJ, dem die Ehre zuteil war, das Publikum als Warm-Up-Musikunterhalter zu beschallen. Klingt komisch. Und war es auch. Denn einen Unterschied zu der musikalischen Unterhaltung, die sonst aus den Lautsprechern zwischen den Acts schallt, war nicht zu erkennen. Eher hatte ich den Eindruck, dass der DJ nicht so wirklich auf das Konzert vorbereitet war. Oder keinen Bock hatte. Wer weiß.

Jedenfalls kam kaum Stimmung auf. Stattdessen sah ich viele fragende Blicke. Und auch ich war enttäuscht, dass gerade vor einem Act wie Adam Lambert ein DJ hingestellt wird. Habe ich so noch nie erlebt. Und ist in meinen Augen auch nicht wirklich zielführend. Der DJ ließ sich jedoch nicht davon abbringen, stand regungslos am Pult und nach 30 Minuten merkte man nicht, dass er die Bühne verlassen hatte. Was jetzt nicht heißen soll, dass seine Darbietung grundsätzlich schlecht war, ganz im Gegenteil. Doch war es in meinen Augen einfach der falsche Ort und ziemlich sicher die falsche Zeit. Schade!

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(c) Aylin Izci

20 Minuten Wartezeit und Adam Lambert

Nach einem leider doch sehr enttäuschenden Vor-DJ wurde es in der Halle immer lauter. Immer häufiger waren Rufe zu hören, Leute kreischten, um anscheinend den Beginn des Konzerts einzuleiten. Doch Adam Lambert ließ uns warten. Und warten. Nach dem 10. Mal auf das Handy schauen wurde mir klar: „Ok, das kann wahrscheinlich noch länger dauern.“ Aber das war dem Publikum noch nicht bewusst. Nach jedem Lied aus den Boxen – sie spielten Adam Lambert – wurde gekreischt, geklatscht und gejubelt. Langweilig wurde es schon einmal nicht.

Nach 20 Minuten endlich ein Lichtblick! Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Lichter gingen aus und die Lichtershow auf der Bühne begann. In einem Outfit, das mich an das Video Stressed Out von den Twenty One Pilots erinnerte, betrat Adam Lambert zu Evil In The Night die Bühne. Und schon war Stimmung, die ich beim DJ so vermisst hatte, da. Und wie auch noch! Bühnenbild, Lichtshow, fancy Outfits – also wer da nicht mitgerissen wird, ist mit dem falschen Fuß aufgestanden. Aber trotzdem gab es etwas zu bemängeln – die Lautstärke. Denn dieser Mann hat echt eine tolle Stimme, doch leider ging sie total unter. Auch Platz wechseln und sich in die Mitte des Raumes stellen half da nicht wirklich weiter. Denn das Manko blieb. Und so traute sich auch keiner, laut mitzusingen. Auch ich nicht.

Nichtsdestotrotz war ich trotzdem durch und durch begeistert. Denn schon beim dritten Lied machte mein Herz einen kleinen Satz. Ghost Town, einer meiner persönlichen Favoriten, wurde auf der Bühne gerockt! Und anscheinend war das auch sehr beliebt beim Publikum. Tatsächlich war das erste Lied, bei dem aus dem typischen Mitwippen ein Mitspringen wurde. Und das war auch das erste Lied, bei dem ich mein Smartphone rausgeholt und mitgefilmt habe.

Mehr: „Verantwortung verändert alles.“ – Adam Lambert im Interview

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(c) Aylin Izci

 

Doch Interaktionen mit dem Publikum ließen auf sich warten. Nach etlichen Nummern sprach er das erste Mal direkt mit uns. Anfangs war ich etwas enttäuscht, denn für mich war das zu spät. Schließlich war das halbe Album schon fast durch. Doch statt stur dem Programm zu folgen, nahm er sich dann doch die Zeit und unterhielt sich mit den Zuschauern. Und ich war glückselig! Der Typ ist ja soooo putzig! Aber wirklich! So sympathisch und humorvoll.

Fazit

Neben Schmankerln wie Welcome to the Show, Rumors und Underground aus seinem neuestem Album The Original High, begeisterte er mich vor allem mit einem Cover von Mad World. Ich kann es nicht oft genug schreiben: Seine Stimme gibt echt etwas her. Was er dann gleich darauf auch bei Whataya Want From Me zum Besten gab. Doch gilt das Lob nicht nur Adam Lambert allein – ohne seinen Background-Tänzern und –Sängern wäre die Show nur halb so erlebenswert gewesen. Denn die Choreo war der Oberburner, um es anders auszudrücken. Und auch die Lichttechnik machte sich hier echt bezahlt.

Doch kann ich mich echt für kein Highlight entscheiden. War es If I Had You? War es die Zugabe Another One Bites The Dust? Denn diese Lieder brachten die Stimmung zum Kochen. Ein richtig schönes Happy End also und gute Werbung für seine bevorstehende Tour mit Queen. Müsste ich mich dennoch für einen ganz besonderen Moment entscheiden, war es eine Aussage von ihm, die ich besonders charmant formuliert gefunden habe. Als nämlich eine Dame aus der ersten Reihe ihren BH auf die Bühne warf, musste selbst ich grinsen. Und er nahm es nicht nur gelassen, sondern klärte uns auch alle sofort über seine sexuelle Orienterung auf:

Ich liebe dick!

Für mich trotzdem kein Hindernis, von ihm zu träumen!

Adam Lambert – Setlist:

  1. Evil In The Night
  2. For Your Entertainment
  3. Ghost Town
  4. Welcome to the Show
  5. Runnin’/ Chokehold/ Sleepwalker
  6. Underground
  7. Rumors
  8. Lucy
  9. After Hours
  10. Mad World
  11. Whataya Want From Me
  12. Another Lonely Night
  13. The Light/ The Original High/ Never Close Our Eyes
  14. Lay Me Down
  15. Shady/Fever
  16. If I Had You

    Zugabe:

  17. Tresspassing/ Another One Bites the Dust

Photos: (c) Aylin Izci

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