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Fire Emblem Fates im Test

Fire Emblem Fates im Test

Fire Emblem ist zurück auf dem 3DS und obwohl der persönliche Wunsch nach einem Nachfolger zu Radiant Dawn für Nintendos stationäre Konsole noch immer bleibt, ist der Handheld zweifelsohne die beste Plattform für rundenbasierte Taktikschlachten. Ideal für ein paar kurze Befehle zwischendurch, bevor man das Gerät wieder in der Tasche verstaut.

Drei Pfade – Drei Spiele

Nein, ihr habt euch nicht verlesen. Fire Emblem Fates erscheint in drei unterschiedlichen Fassungen: Vermächtnis, Herrschaft und Offenbarung. Alle drei erzählen verschiedene Seiten desselben Krieges zwischen zwei Nationen. Euer Protagonist Corrin – wahlweise männlich oder weiblich – muss sich im Verlauf der Handlung für einen Pfad entscheiden, jeder davon repräsentiert durch eine der drei Versionen.

Wir entscheiden uns für das Königreich Nohr, also Herrschaft.

Wir entscheiden uns für das Königreich Nohr, also Herrschaft.

Klingt zwar im ersten Moment nach einem gierigen Geschäftsmodell, doch alle Fassungen benötigen im Schnitt etwa 30 bis 40 Stunden Spielzeit. Nur wer tatsächlich alles von den unterschiedlichen Erzählungssträngen erfahren will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, wobei die anderen Versionen als eine Art DLC zum reduzierten Preis erworben werden können. Bestimmt spielte der Aspekt der Gewinnmaximierung seitens Nintendo seine Rolle, allerdings brauchen sich Kaufinteressierte keine Sorgen machen, weniger Inhalte für ihr Geld zu bekommen, denn jede Version kann diesbezüglich locker mit dem Vorgänger Fire Emblem Awakening mithalten.

Im Gegensatz zum Vorgänger haben die Charaktere endlich Füße!

Im Gegensatz zum Vorgänger haben die Charaktere endlich Füße!

Die Auswahl der richtigen Startversion ist dabei leichter als gedacht. Vermächtnis ist nämlich eindeutig das passende Spiel für alle Serien-Neulinge oder unerfahrene Taktiker. Spielerisch geben euch alle Titel dieselben Möglichkeiten und fügen dem standardisierten Schere-Stein-Papier-Prinzip der Gefechte bloß ein paar neue Zauber hinzu, mit denen ihr den Boden unter euren Feinden verändert. So stehen die Fieslinge nach einem dieser Flächenangriffe plötzlich auf stacheligem Untergrund und kassieren erhöhten Schaden. Abseits davon ist jedoch alles beim Alten.

Für jeden Spielertyp was dabei

Der Unterschied zwischen Vermächtnis und Herrschaft – den beiden Starterversionen – ist ihr Schwierigkeitsgrad. Während sich Herrschaft deutlich an erfahrene Spieler richtet, legt euch Vermächtnis nur sehr wenige Steine in den Weg. Zum einen weichen die Missionsziele in Vermächtnis fast nie von typischen „Besiege alle Gegner“-Aufgaben ab und zum anderen kann man jederzeit in alte Schlachten zurückkehren, um seine Kämpfer in Ruhe aufzustufen. Letzteres ist eine willkommene Stütze für weniger begabte Spieler. Was es an Vermächtnis zu kritisieren gibt, ist das abwechslungslose Missionsdesign, vor allem, da die Handlung in den letzten Abschnitten des Spiels nur mühsam voranschreitet. Wohingegen Besitzer von Herrschaft ständig auf ihre Kosten kommen, dank spannenden Missionen bis zum Schluss.

Oh shit. Wir sind umzingelt. Ob das noch gut ausgeht?

Oh shit. Wir sind umzingelt. Ob das noch gut ausgeht?

Denn in Herrschaft schmeißt einem das Spiel ständig neue Aufgaben vor die Füße und erschwert den Sieg beispielsweise mit überraschend kreativen Umgebungsfallen. Eine großartige Inszenierung eines Auftrages lässt den Spieler beispielsweise nach einem Verräter in den eigenen Reihen suchen, während dieser Zug für Zug die Mitstreiter attackiert. Fast jede zweite Mission setzt einen vor vollkommen unerwartete und somit auch ziemlich fordernde Missionen, weshalb gesagt werden kann, dass Herrschaft mit Abstand die besser unterhaltende der beiden Versionen für Fans der Serie ist. Dabei ist auch Offenbarung kaum schwieriger und besitzt trotzdem den Abwechslungsreichtum von Herrschaft. So tauchen in einem Level überall verborgene Truppen aus dem Schnee hervor, was praktisch jede Ecke der Karte in eine mögliche Falle verwandelt. Offenbarung kann erst nach Abschluss einer der beiden Starterversionen gespielt werden.

Nicht wirklich viel Neues

Ansonsten erwarten euch außerhalb von netten Story-Twists keine wirklichen Überraschungen im Hauptspiel. Die Platzierung eurer Truppen sorgt in der richtigen Konstellation für erhöhte Boni und auch in Fates dürfen Figuren erneut Beziehungen eingehen, um später sogar Nachwuchs zu zeugen. Großartige Features und eine damit einhergehende Palette schier unbegrenzter Möglichkeiten, jedoch ist Fates in dieser Hinsicht mehr iterativ als revolutionär.

Unser König und Ziehpapa Garon.

Unser König und Ziehpapa Garon.

Einzig den Ausbau der eigenen Burg hat es in keinem Teil davor gegeben und fungiert als eine Art Online– beziehungsweise Street-Pass-Komponente. Dieses Feature ermöglicht es die Festungen anderer Spieler anzugreifen oder sich gegen dessen Belagerungen zu verteidigen. Deshalb ist es wichtig seine ressourcenproduzierenden Gebäude oder Verteidigungsanlagen taktisch zu platzieren, um sich einen Vorteil im Kampf zu verschaffen. Eine nette Abwechslung zum Hauptspiel.

Fazit

Fans der Serie, die den Classic Mode mit Perma-Death gewohnt sind, seien auf jeden Fall mit dem Kauf von Herrschaft beraten, auch wenn der Schwierigkeitsgrad deutlich höher liegt. Das Wegfallen von optionalen Wiederholungen alter Missionen treibt den Spieler mit gutem Pacing voran und jeder gefallene Kämpfer sorgt für spürbare Verluste. Vermächtnis im Vergleich ist keinesfalls ein schlechteres Spiel, es richtet sich einfach mehr an unerfahrene Taktiker und kann nach Herrschaft gerne ignoriert werden, außer man will unbedingt die andere Seite der Geschichte erleben. Im Anschluss sollte auf jeden Fall Offenbarung gespielt werden, da sich nicht nur die Handlung interessanter entfaltet, sondern auch das Missionsdesign auf einem höheren Niveau befindet.

Die Videosequenzen im Anime-Stil können sich sehen lassen.

Die Videosequenzen im Anime-Stil können sich sehen lassen.

Fire Emblem Fates ist spürbar eine ausgedehnte Fassung von Awakening, was bei der überragenden Qualität des Vorgängers nicht als Kritik angesehen werden sollte. Strategisch hochwertige Kämpfe, die Anpassung des Schwierigkeitsgrades, tolle Grafik und Animationen, so wie Videosequenzen im AnimeStil sorgen für die richtige Atmosphäre um die Handlungen perfekt genießen zu können.

Release Date: 20.05.2016
Plattform: Nintendo 3DS
Genre: Strategie-Rollenspiel
Publisher: Nintendo

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