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Good Charlotte – Youth Authority

Good Charlotte – Youth Authority

Good Charlotte sind mit einem neuen Album zurück. Ja genau, die Band gibt es noch – oder wieder, wie man’s nimmt. Denn es ist ruhig geworden um sie, zumindest musikalisch. Dafür standen die Madden-Zwillinge umso mehr in den Klatschzeitungen: Joel ist nach wie vor mit Nicole Richie zusammen, mit der er zwei Kinder hat. Nachdem Benji einige Zeit mit Paris Hilton oder Playboy-Bunny Holly Madison liiert war, ist er nun mit Cameron Diaz verheiratet. So viel zum Gossip. Youth Authority (VÖ: 15. 07.2016) ist das sechste Studioalbum von Good Charlotte und das erste nach sechs Jahren Funkstille. Und, leider, absolut keine Entschädigung für diese lange Wartezeit.

Sicher werden jetzt einige von euch aufschreien und sagen, dass Good Charlotte schon immer scheiße waren. Mehr Pop als Punk, absolut Kommerz und überhaupt nicht kredibil! Das kann man ihnen sicher vorhalten, aber sie trafen ja offensichtlich auch den Geschmack von einigen Leuten: Bei uns schafften es alle Alben (mit Ausnahme des Debüts, das hier nicht erschien) in die Top 30 der Charts. In den USA ging’s sogar noch weiter nach vorne. Also sei’s drum.

Zumindest 2002 und 2004 taten sie auf ihren LPs noch so, als würden sie gerne Punk sein. Auf den folgenden Alben Good Morning Revival und Cardiology wurde es dann vermehrt poppiger und auch elektronischer. Diese Reise setzen sie auch auf Youth Authority fort.

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Hier nicht so sehr bei der Musik, als bei der Stimme von Frontmann Joel. Hier ein Hall, da mal die Stimme etwas verzerren – und wenn du denkst, es sei genug, leg noch mal eine große Schippe drauf. Alles in allem kommt so das Gefühl auf, auf dem ganzen Album gibt es keinen einzigen Moment, in dem sein Gesang „pur“ zu hören ist. Ganz besonders schlimm ist das beim letzten Track Moving On, der mich schnell die Stopptaste drücken lässt. Auch das trägt dazu bei, dass man glatt froh ist, wenn Youth Authority endlich vorbei ist.

Der zweite entscheidende Aspekt dabei sind die Texte, die nicht mehr in die Schublade „nostalgisch“, sondern viel mehr „peinlich“ passen. Denn das Thema ist nach all den Jahren meist immer noch dasselbe: Die gute alte Zeit, als wir alle noch jung waren. Ja, Life Changes aber von Moving On ist eigentlich keine Spur zu sehen. Und einen Literaturpreis wird’s wohl auch nicht werden, sind die Lyrics doch gespickt mit Binsenweisheiten.

You know it’s always dark before the light
It’s always peace and quiet before the fight

, wird im Track War so schön dahergesungen. Aber das ist immerhin einer der Songs auf Youth Authority, die mir im Gedächtnis blieben. Denn War bietet zumindest musikalisch etwas Abwechslung ist dabei fast schon interessant. Der andere Song, der mir vom Album hängen bleibt, ist Stray Dogs. Hier ist es eher umgekehrt und die Lyrics regen eher zum Hinhören an. Abgesehen davon ist er auch nichts Besonderes, aber zumindest bleibt die Melodie noch eher im Ohr.

Aber ich will mal nicht so sein, eine Stelle auf dem Album gibt es schon, die Aufmerksamkeit erregt: Nämlich in Cars Full Of People – bei dem fühlt man sich gute drei Sekunden nämlich an From Dawn To Fall erinnert. 😉

Ich könnte jetzt noch weitere Beispiele rauspicken, warum mir das Album so gar nicht gefällt. Aber ich komme mal lieber zum Ende. Nur eine Anmerkung noch: „40 oz.“, also Ounce (Unze) sind 1,13 kg. The more you know.

Fazit

Ich bin wirklich tolerant, was Bands angeht, die ich mal mochte. Sogar Linkin Parks Neuorientierung konnte ich viel abgewinnen. Aber irgendwann ist eben auch mal Schluss. Da hilft auch keine Teenager-Nostalgie-Brille. Sechs Jahre Wartezeit für dieses Album sind meiner Meinung nach schon fast eine Frechheit. Da können auch die Features mit Simon Neil (Biffy Clyro) und Kellin Quinn (Sleeping with Sirens) nichts retten. Mit Mitte 30 noch so sehr an den alten Zeiten zu hängen ist schon langsam blamabel. Ihr seid verheiratet und/oder Väter, jetzt reißt euch mal am Riemen!

Good Charlotte – Youth Authority

Für Fans von: Green Day
Mddn (rough trade)
15.07.2016
Gesehen um €14,994punkte-cd-review_neu

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